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Startseite»Nachrichten»NFL: Wie der Ärger über eine Trikotnummer die Hauptstadt in Unruhe versetzt
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NFL: Wie der Ärger über eine Trikotnummer die Hauptstadt in Unruhe versetzt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 14, 2026Keine Kommentare6 Minuten Lesezeit
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14.08.2026 | 20:00 Uhr

Während sich die Washington Commanders derzeit auf die neue NFL-Saison vorbereiten, sorgt Quarterback Jayden Daniels für Aufsehen. Sein damaliges College LSU hat seine Trikotnummer 5 gegen seinen Wunsch hin wieder vergeben. In Folge wird sogar ein Anwalt eingeschaltet.

Heldenverehrung können sie, die Amerikaner. Besonders im Sport ist es üblich, die Stars und Legenden von einst besonders hervorzuheben, wenn ihre jeweiligen Karrieren mal hinter ihnen liegen. Tradition hat dabei vor allem die Praxis, das Trikot, also die Nummer, aus dem Verkehr zu ziehen – man spricht von „Retired Numbers“. Eine solche wurde jetzt zum Streitpunkt zwischen dem ehemaligen Star-Quarterback der Louisiana State University – kurz LSU – Jayden Daniels, und dem Footballprogramm des Colleges.

Jenes nämlich hatte es gewagt, seine Nummer 5 nur zwei Jahre nach seinem Abgang Richtung NFL, die er als zweiter Pick insgesamt der Washington Commanders im Draft 2024 erreicht hat, einfach wieder zu vergeben. Seine Nummer trägt nun Cornerback DJ Pickett, was irgendwen in der „Daniels-Familie“ auf die Palme gebracht hat. Ein Anwalt des Spielers hat daraufhin der Schule eine Unterlassungserklärung geschickt mit dem Hinweis, dass sie jegliche weitere Nutzung von Daniels’ Namen, Bild und Persönlichkeitsrechten („NIL“) einstellen muss.

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Wie „The Athletic“ berichtet, enthält das Schreiben zwar keine Beispiele für Verstöße gegen diese Vorgabe, aber dennoch klare Worte. Worte, die erklären, dass die Nutzung der NIL-Rechte gemäß der damaligen Vereinbarung mit dem Spieler 180 Tage nach dessen Ausscheiden aus dem Footballprogramm abgelaufen sei.

Daniels-Familie „zutiefst enttäuscht“

Deutlicher wurde die „Daniels-Familie“ dann aber gegenüber ESPN. In einem Statement eines Sprechers der Familie heißt es, sie sei „zutiefst enttäuscht und fühle sich durch die Entscheidung von LSU, Jaydens Nummer an einen anderen Spieler zu vergeben, zutiefst respektlos behandelt“. Zudem hieß es in der Stellungnahme, die Familie sei davon ausgegangen, dass seine Nummer „als Anerkennung seiner außergewöhnlichen Verdienste für die Universität gewürdigt und geschützt“ werde.

Betonung sollte hier jedoch auf „Familie“ liegen, denn Daniels selbst versuchte wenig später die Wogen zu glätten. In seiner Story auf Instagram schrieb er: „Ich bin für meine Zeit an der LSU sehr dankbar und stolz auf das, was meine Teamkollegen und ich dort erreicht haben. Offensichtlich gibt es zwischen meinem Team und der LSU Angelegenheiten zu klären, und ich hoffe, dass dies privat geschieht. Mein persönlicher Fokus liegt ausschließlich auf Football bei den Commanders. Mir ist bewusst, dass das Footballgeschäft einzigartig ist, und ich vertraue darauf, dass sich all das klären lässt.“

Dennoch kommt diese Geschichte natürlich zur Unzeit. Daniels bereitet sich gerade mit den Commanders auf die neue Saison vor mit dem Ziel, die vergangene, verkorkste Spielzeit vergessen zu machen. Auch weil Daniels sieben Spiele verpasste, ging man in der Hauptstadt nach dem Championship Game der Saison 2024 in Sachen Playoffs mal wieder leer aus. Braucht es da ein solches Störfeuer also wirklich? Und wer überhaupt hat diese Geschichte überhaupt angeleiert?

Video poster

Richardson enttäuscht bei Colts-Comeback

Darüber lässt sich nur spekulieren, in den sozialen Medien allerdings regt sich die Vermutung, dass Daniels‘ umtriebige Mutter Regina Jackson, die als seine Geldmanagerin fungiert und zudem eine von der NFLPA lizensierte Spieler-Agentin ist, hinter der Sache steckt. Sie ist bekannt dafür, ihren Sohn vor allen möglichen negativen Einflüssen zu schützen. Sie sorgte für Schlagzeilen, als sie sich zwischen Daniels und seine damalige angebliche Freundin JuJu Watkins, eine Basketballerin von USC, gesetzt hat. Oder, als sie mit ihm auf der Hochzeit von 49ers-Receiver Brandon Aiyuk getanzt hat. So harmlos das auch klingen mag, ist die 63-Jährige eine stete Präsenz, wenn es um öffentliche Auftritte des Quarterbacks geht.

Steckt Daniels‘ Mutter hinter der Aktion?

Da ist der Gedanke, dass sie sich womöglich gerne selbst im Rampenlicht sieht, zumindest nicht gänzlich abwegig. Und dann wäre da noch die Perspektive der Schule. Ist LSU hier etwas vorzuwerfen? Nutzt LSU überhaupt noch die NIL-Rechte von Daniels? Zumindest nicht offensichtlich, denn niemand hat aktuelle Beispiele dafür gefunden. Es geht also primär um die Nummer 5.

LSU hat sogar ein Protokoll für das aus dem Verkehr ziehen einer Trikotnummer. Darin heißt es, dass der Spieler mindestens fünf Jahre von der Spiele exmatrikuliert sein muss – aktuell sind es gerade mal zwei. Zudem muss er „einzigartige Leistungen“ abgeliefert haben, „etwa den Gewinn der Heisman Trophy oder den Gewinn des National Player of the Year Award“. Den Heisman hat Daniels tatsächlich 2023 gewonnen, was die außerordentliche Leistung angeht, muss man jedoch konstatieren, dass er die Tigers nur zu einer 10-3-Saison geführt hat und damit das College Football Playoff verpasste. LSU gewann im Nachgang noch den wenig prestigeträchtigen ReliaQuest Bowl, doch Daniels verzichtete mit Blick auf seine Draft-Vorbereitung darauf, sodass Garrett Nussmeier als QB übernahm.

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Insofern ist seine Leistung also nur bedingt mit der von etwa Joe Burrow zu vergleichen, der 2019 vermutlich die beste Saison eines College-Quarterbacks überhaupt gespielt hat und sein Team ungeschlagen zur nationalen Meisterschaft führte, inklusive des Heisman Award. Und selbst seine Nummer 9 ist nicht offiziell „retired“ – auch wenn sie seither niemand mehr getragen hat. Derweil muss angemerkt werden, dass selbst eine „Retired Number“ laut Richtlinien einen späteren Spieler nicht davon abhält, die Nummer dennoch zu tragen. Anders ist es im College Football auch nicht zu machen, schließlich kommt es sogar vor, dass Spieler in Defense und Offense dieselbe Nummer in einem Team tragen, weil nicht genügend andere zur Verfügung stehen.

In Picketts Fall kommt sogar noch hinzu, dass ihm die Nummer schon bei der Rekrutierung versprochen worden war und es eine Familientradition mit dieser Nummer gibt. Umso unschöner, dass es nun zu so einem Aufsehen um diese kommt. Pickett selbst stellt klar, dass dies die Nummer ist, „die mir versprochen“ wurde und äußerte sich nicht weiter zur Sache.

Auch wenn es am Ende nicht Jayden Daniels selbst war, der diese Geschichte ausgelöst hat, so wird sie ihm zumindest erstmal nachhängen. Besonders dann, wenn er abermals nicht an seine imposante Premierensaison in der Hauptstadt anknüpfen würde, in der er sogar zum Offensive Rookie of the Year gewählt wurde. Ein Quarterback steht immer im Mittelpunkt. Die Ursache für ein Störfeuer jedoch sollte er idealerweise nicht sein.

Verwendete Quelle: ntv.de

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Dr. Heinrich Krämer
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