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Betrugsmaschen

Gefälschter Tagesschau-Artikel über Eklat bei Maischberger

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 13, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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📖Woran erkennt man betrügerische Investment-Angebote? Antworten finden Sie im Leitfaden Investmentbetrug.

Aktuell kursiert ein vermeintlicher Tagesschau-Artikel mit der Überschrift: „Eklat bei ‚Maischberger‘: Deutsche-Bank-Chef verlässt wutentbrannt das Studio nach Vorwürfen der Bürgerabzocke!“ Auf den ersten Blick mag dies wie ein Nachrichtenbeitrag wirken, jedoch enthält er mehrere klare Brüche.

Gefälschter Artikel im Tagesschau-Look. Dieser Text ist auf der Tagesschau-Seite nicht zu finden.
Gefälschter Artikel im Tagesschau-Look. Dieser Text ist auf der Tagesschau-Seite nicht zu finden.

Die Meldung ist nicht echt. Sie nutzt das Tagesschau-Logo, bekannte Namen und den Rahmen einer TV-Talkshow, um Vertrauen zu erzeugen. Am Ende geht es nicht um Journalismus, sondern um Werbung für eine angebliche Investment-Plattform.

Der Artikel ist nicht nachweisbar

Ein echter Tagesschau-Artikel mit diesem Inhalt ist nicht belegt und auch über die Suche auf der Tagesschau-Seite nicht zu finden. Weder die genannte Überschrift noch zentrale Begriffe wie „Bürgerabzocke“, „Dieter Nuhr“ oder „Maischberger“ führen zu einer nachvollziehbaren Tagesschau-Meldung dieses Inhalts.

Auch die Aufmachung wirkt auffällig. Im Screenshot ist eine Breadcrumb-Navigation mit „Startseite > Sensation“ zu sehen. Eine reguläre Tagesschau-Rubrik mit dem Namen „Sensation“ passt nicht zur üblichen Struktur von tagesschau.de. Solche untypischen Rubriken sind bei gefälschten Nachrichtenkopien ein häufiges Warnsignal.

Auch die URL ist ein wichtiges Warnsignal

In diesem Fall liegt uns nur ein Screenshot vor. Deshalb lässt sich die tatsächliche Webadresse der Seite nicht direkt prüfen. Wäre es aber ein echter Tagesschau-Artikel, müsste die Adresse auf tagesschau.de liegen.

Gerade bei solchen Fälschungen verrät die URL oft den Betrug: Die Seite sieht aus wie ein bekanntes Medium, läuft aber über eine fremde Domain, eine ähnlich klingende Adresse oder eine weiterleitende Werbeseite. Wer einen solchen Artikel geöffnet hat, sollte deshalb zuerst die Adresszeile prüfen, nicht nur Logo, Layout und Überschrift.

Das Datum passt nicht zur Sendung

Der angebliche Artikel ist auf den 9. Juli 2026 datiert und spricht von „der gestrigen Folge“ von „Maischberger“. Am 8. Juli lief jedoch keine entsprechende Sendung, sondern Ersatzprogramm während der Sommerpause.

Dieter Nuhr war zuletzt im November 2025 bei „Maischberger“. Das Foto im Fake-Artikel dürfte von diesem älteren Auftritt stammen: Kleidung und Bildausschnitt passen offenbar zu jener Sendung.

Dieter Nuhr am 12. November 2025 bei "Maischberger" | Screenshot ARD Mediathek
Dieter Nuhr am 12. November 2025 bei „Maischberger“ | Screenshot ARD Mediathek

Damit wird ein echtes TV-Bild in einen erfundenen Zusammenhang gesetzt.

Mimikama · Unabhängig seit 2011

Gut, dass du nachgeschaut hast.

Viele Menschen teilen Falschmeldungen nicht aus Bosheit, sondern weil sie verunsichert sind. Mimikama schafft genau in diesem Moment Klarheit. Wenn dir diese Arbeit hilft, unterstütze uns dabei, weiterzumachen.


Der Köder führt zur Investment-Masche

Entscheidend ist nicht nur die gefälschte Nachrichtenseite, sondern ihr Zweck. Der angebliche Skandal soll Nutzer zu einer Plattform namens „Bundotrep“ locken. Solche Seiten versprechen häufig schnelle Gewinne durch angebliche Handels- oder Bank-Algorithmen.

Das Muster ist bekannt: Prominente, öffentlich-rechtliche Medienmarken oder große Zeitungen werden missbraucht, um Seriosität vorzutäuschen. Die Geschichte vom Live-Eklat soll Neugier erzeugen. Danach folgt meist die Aufforderung, sich auf einer Investment- oder Trading-Plattform zu registrieren und Geld einzuzahlen.

Wer auf solche Seiten stößt, sollte keine persönlichen Daten eingeben, kein Konto eröffnen und nichts einzahlen. Eine Plattform, die mit gefälschten Medienartikeln und erfundenen Promi-Geschichten wirbt, ist kein seriöser Anbieter.

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

Bekannte Masche mit wechselnden Namen

Der Fall passt zu einer Reihe ähnlicher Fälschungen, bei denen die Tagesschau-Optik oder andere bekannte Medienmarken nachgebaut wurden. Die Namen der Prominenten wechseln, ebenso die angeblichen Skandale. Gleich bleibt das Ziel: Vertrauen abgreifen und Nutzer zu riskanten Investitionen verleiten.

Bereits bekannte Beispiele betreffen gefälschte Tagesschau-Meldungen mit politischen Schlagzeilen oder Prominenten wie Alice Weidel, Friedrich Merz, Herbert Grönemeyer, Sahra Wagenknecht, Til Schweiger, etc. Der Fall mit Dieter Nuhr und „Maischberger“ folgt demselben Muster.

Bewertung: Falsch und betrügerisch. Der angebliche Tagesschau-Artikel ist nicht echt und dient offenbar als Köder für eine Investment-Masche.

FAQ zum gefälschten Tagesschau-Artikel

Gab es diesen Tagesschau-Artikel wirklich?

Nein. Für eine echte Tagesschau-Meldung mit dieser Überschrift und diesem Inhalt gibt es keinen belastbaren Nachweis.

War Dieter Nuhr wirklich in dieser „Maischberger“-Folge?

Nein. Der angebliche Artikel spricht von einer Sendung am 8. Juli 2026, doch an diesen Termin wurde „Maischberger“ nicht ausgestrahlt.

Warum sieht die Seite so echt aus?

Betrüger kopieren Logos, Layouts und bekannte Medienmarken. Genau dadurch soll der Eindruck entstehen, es handle sich um seriösen Journalismus.

Was sollte man bei solchen Investment-Links tun?

Nicht registrieren, keine Ausweisdaten hochladen und kein Geld einzahlen. Gefälschte Medienartikel sind ein starkes Warnsignal für Investmentbetrug.

MEDIA

ARD Mediathek

12. November 2025 (verfügbar bis 12. November 2026)

✓ Dieser Fall wurde geprüft

Der nächste Fake ist schon unterwegs.

Diesen hier hast du geprüft gesehen – die meisten Menschen sehen ihn ungeprüft. Bleib ihnen einen Schritt voraus.

Früher gewarnt werden →

Kostenlos · Jederzeit abbestellbar

📩 Mir ist auch etwas Verdächtiges begegnet – prüfen lassen

Claudia lächelt freundlich in einem hellen Raum.

Claudia Spiess

Claudia Spiess ist Redakteurin und Designerin bei Mimikama,
Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Sie verbindet
journalistische Sorgfalt mit visueller Kommunikation und trägt
zur verständlichen Aufbereitung von Faktenchecks bei.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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