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Startseite»Betrugsmaschen»Fake-Video mit Markus Lanz: Frau verliert mehr als eine Million Euro
Betrugsmaschen

Fake-Video mit Markus Lanz: Frau verliert mehr als eine Million Euro

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 13, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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→Woran erkennt man betrügerische Investment-Angebote? Antworten finden Sie im Leitfaden Investmentbetrug.

Eine Frau aus Lichtenberg in Mittelsachsen hat mehr als eine Million Euro an Anlagebetrüger überwiesen. Der Fall wurde am 4. Juli 2026 bei der Chemnitzer Kriminalpolizei angezeigt. Zwei Tage später informierte die Polizeidirektion Chemnitz darüber.

Begonnen hatte alles im April mit einem Video im Internet. Es wirkte wie ein Ausschnitt aus der ZDF-Talksendung „Markus Lanz“, war laut Polizei jedoch mithilfe Künstlicher Intelligenz erzeugt worden. Darin sprach eine angebliche Finanzexpertin über eine besonders gewinnbringende Geldanlage.

Im Video war auch ein Link eingeblendet. Er führte zu einer Internetseite mit dem Namen „Investhub 3.0“. Die Frau meldete sich dort an – und wurde unmittelbar danach zunächst von einer Frau und anschließend von einem angeblichen Broker angerufen.

Zuerst waren es knapp 250 Euro

Der vermeintliche Finanzberater überzeugte die Frau davon, in Gold, Öl und Kryptowährungen zu investieren. Die erste Zahlung betrug knapp 250 Euro.

Das ist bei solchen Betrugsmodellen typisch: Der Einstieg bleibt zunächst überschaubar. Das Opfer soll ausprobieren, Vertrauen gewinnen und das Gefühl bekommen, jederzeit wieder aussteigen zu können.

Danach stiegen die geforderten Beträge massiv. Laut Polizei überwies die Frau mehrfach Summen von knapp 10.000 Euro bis zu mehr als 460.000 Euro auf unterschiedliche Konten. Insgesamt verlor sie mehr als eine Million Euro.

Das Video war nur der Köder

Der eigentliche Betrug fand anschließend im persönlichen Kontakt statt. Über Monate telefonierten und schrieben die Täter mit der Frau. Der angebliche Broker wurde zu einer vertrauten Ansprechperson, erklärte die vermeintlichen Geschäfte und überzeugte sie immer wieder von weiteren Zahlungen.

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Erst als die Telefonate plötzlich ausblieben, erkannte die Frau, dass sie vermutlich betrogen worden war. Zu diesem Zeitpunkt war das Geld bereits überwiesen.

Genau deshalb greifen solche Fälle zu kurz, wenn man nur über „ein täuschend echtes Deepfake“ spricht. Das manipulierte Video schafft Glaubwürdigkeit und bringt Menschen dazu, ihre Kontaktdaten einzutragen. Danach übernehmen geschulte Betrüger.

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Markus Lanz und das ZDF haben damit nichts zu tun

Die Kriminellen verwenden bekannte Sendungen, Medienlogos und prominente Gesichter, weil diese vertraut wirken. Ein ZDF-Logo lässt sich kopieren, eine Webseite nachbauen und ein Video manipulieren. Daraus entsteht kein echtes Angebot des ZDF oder der im Video gezeigten Person.

Wir sehen solche Anzeigen seit Langem. Häufig führen sie auf Webseiten, die wie Artikel bekannter Medien gestaltet sind. Dort wird behauptet, Markus Lanz habe in seiner Sendung versehentlich eine geheime Investmentplattform enthüllt oder ein prominenter Gast habe damit ein Vermögen verdient.

Die Namen und Geschichten wechseln. Das Ziel bleibt gleich: Nutzer sollen ihre Telefonnummer hinterlassen.

Daran erkennt ihr die Masche

Besonders vorsichtig solltet ihr werden, wenn eine angebliche Fernsehsendung oder ein Nachrichtenartikel hohe Gewinne bei geringem Risiko verspricht. Dasselbe gilt, wenn eine geheime Methode angeblich nur kurze Zeit verfügbar ist oder Banken und Behörden diese unterdrücken würden.

Nach der Registrierung folgt oft sehr rasch ein Anruf. Der „persönliche Berater“ hilft bei der ersten Einzahlung und hält danach regelmäßig Kontakt. Auf der Plattform können erfundene Kontostände oder Gewinne erscheinen. Auszahlen lässt sich das Geld später meist nicht. Stattdessen werden weitere Gebühren, Steuern oder Sicherheitszahlungen verlangt.

Die Polizei empfiehlt, Anbieter und Plattformen unabhängig zu prüfen, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und bei hohen Renditeversprechen ohne erkennbares Risiko besonders misstrauisch zu sein. Sie warnt zudem vor angeblichen Rückholfirmen, die versprechen, verlorenes Geld gegen eine Vorabzahlung zurückzubringen. Auch dahinter stecken häufig Betrüger.

Bereits Geld überwiesen?

Dann sollte kein weiteres Geld mehr überwiesen werden. Betroffene sollten sofort ihre Bank kontaktieren, Überweisungsbelege sowie Chatverläufe sichern und Anzeige bei der Polizei erstatten.

Auch Scham hilft in dieser Situation nur den Tätern. Diese Betrugsnetze arbeiten professionell, nutzen gezielte Gesprächsführung und bauen über Wochen oder Monate Vertrauen auf.

Der Fall aus Lichtenberg zeigt, warum wir vor diesen gefälschten Lanz-Videos immer wieder warnen. Hinter einem kurzen Clip und einer professionell wirkenden Webseite kann eine Maschinerie stehen, die Menschen bis zur letzten Überweisung begleitet.

Hilde O in einer lebhaften Diskussion über Online-Sicherheit.

Hilde Ollig

Hilde Ollig ist Rechercheurin bei Mimikama, Österreichs
führender Faktencheck-Organisation. Sie ist spezialisiert
auf die Überprüfung von Behauptungen in sozialen Medien
und unterstützt das Redaktionsteam mit akribischer
Quellenarbeit bei der Aufklärung über Internetmissbrauch.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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Dr. Heinrich Krämer
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