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Startseite»Nachrichten»Billigauto von der Volvo-Mutter: Geely Starray EM-i Hybrid belebt Wettbewerb unter den Chinesen
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Billigauto von der Volvo-Mutter: Geely Starray EM-i Hybrid belebt Wettbewerb unter den Chinesen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 13, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Billigauto von der Volvo-MutterGeely Starray EM-i Hybrid belebt Wettbewerb unter den Chinesen

13.07.2026, 08:10 Uhr Von Patrick Broich, Frankfurt am Main
Feines-Profil
Die Front des Geely Starray: Das simple Logo mit den sechs Quadraten kann man sich vielleicht sogar merken. (Foto: Geely)

Es wird immer bunter: Jetzt möchte auch Geely auf den deutschen Markt. Dieser Name steht nicht nur für die chinesische Mutter von Marken wie Lotus, Polestar oder Volvo, sondern ist auch selbst ein Fahrzeuglabel. ntv.de hat den Starray Hybrid ausgeführt.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass mehr als 15 Jahre ausgerechnet jener chinesische Player vermehrt nach Europa dringt, der Volvo seinerzeit für knapp zwei Milliarden US-Dollar erworben hatte: Geely als Konzern ist ja recht bekannt – als Marke hierzulande eher nicht so. Nun gibt es das Label auch in Deutschland.

Sicher, jetzt muss man differenzieren. In Ländern wie Kroatien oder Ungarn kennt man die Brand teils schon seit 2022, Geely kennt Teile Europas also schon etliche Jahre, könnte man sagen. Wer sich ein bisschen für die Materie interessiert, blickt freilich mit großer Neugierde auf die Produkte. Man kann sich fast denken, wie die Autos zum Zeitpunkt des großen Volvo-Deals aussahen oder auch noch kurz danach.

Wenn man sich mal den Geely CK anschaut – er bedient alle Klischees von der Kopierfreudigkeit der Chinesen im Bereich Design über billige Anmutung bis hin zu katastrophalen Crashtest-Ergebnissen. Der Name „CK“ könnte heimlich für „C-Klasse“ stehen, wirkt seine Front doch wie eine Zombieausgabe der Mercedes-Baureihe 203, aber das nur am Rande.

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Groß und günstig ist der Geely Starray und bietet Menschen auf fünf Kontinenten erschwingliche Nutzwert-Mobilität teils unter anderslautenden Namen. (Foto: Geely)

Seit Volvo sozusagen als Keimzelle Know-how und Technik spendete, der Konzern respektive sein Gründer Li Shufu namhafte Marken entwickelte und einsammelte wie einst Ferdinand Piëch, erkennt man Geely als Konzern kaum wieder und als Label erst recht nicht. Nun drängen Produkte der Geely-Marke also erstmals auf den deutschen Markt, und zwar zu Kampfpreisen. Gut möglich, dass sie gar nicht primär deutschen Herstellern Kopfzerbrechen bereiten, sondern vielmehr den chinesischen Herstellern in Deutschland zusetzen. Günstige Fahrzeuge von einem renommierten Laden, dem ein ganzer Happen Aston Martin, zehn Prozent von Mercedes und halb Smart gehört, warum eigentlich nicht?

ntv.de startet an dieser Stelle mit dem Starray EM-i. Die Bezeichnung klingt schon ein bisschen chinesisch und erinnert an BYDs DM-i. Wie auch immer, das Muster ist: Verbrenner macht hauptsächlich Strom und Elektromotor treibt an.

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Ein bisschen beliebig sieht der Geely Starray ja schon aus. (Foto: Geely)

Plug-in-Hybrid mit Riesenakku

Ein Blick in das Datenblatt offenbart dann auch ganz schnell: Hier steckt ein richtig fetter Akku unter dem Blech. Je nach Ausgabe sind es 18,4 oder gar knapp 30 kWh und damit mehr, als manches rein elektrisch angetriebene Fahrzeug in sich trägt. Wenn der Starray seine komplette Systemleistung abruft, wird auch bei vollem Akku der 1,5 Liter große Vierzylinder-Sauger (99 PS) aus dem Konzern bemüht und nicht bloß der 218 PS starke Elektromotor. Macht zusammen 262 PS (die Werte sind nicht addierbar) und properen Vortrieb. Der manifestiert sich beispielsweise in einem Standardsprint von 0 auf 100 km/h binnen 8,2 Sekunden. Allerdings erfolgt die Leistungsentfaltung nicht immer homogen, sodass dem Hybrid die Souveränität des rein elektrischen Antriebs abgeht. Und das, obwohl es keine Übersetzungswechsel gibt.

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Mit seinem riesigen Gepäckraum punktet der Newcommer ganz sicher. (Foto: Geely)

Gut, wer nicht gerade viele Hundert Kilometer am Stück abreißt, kann ja sowieso elektrisch fahren. Das Werk beziffert die Reichweite in der gemittelten WLTP-Disziplin mit 136 Kilometern. Und um alle Optionen offenzuhalten, gibt es einen CCS-Anschluss für Gleichstromladen mit 60 kW. Somit kann innerhalb von 16 Minuten von 30 auf 80 Prozent geladen werden. Auf diese Weise könnte man sich mit dem Plug-in-Hybrid sogar an mittelweit entfernte Ziele hangeln, ohne den Verbrenner bemühen zu müssen. Ganz interessant ist, dass sich sogar die Version mit dem kleinen Akku noch 30 kW über den CCS-Anschluss ziehen kann. Hier braucht das Laden für den gleichen Hub dann 20 Minuten.

Innenraum eher schwach

Und sonst so? Obwohl der für globale Märkte im Jahr 2024 debütierte Geely ein in jeder Hinsicht gefälliges Auto ist, hätte man von solch einem inzwischen patenten Konzern etwas mehr Feinschliff erwarten können. Sei es bezüglich des manchmal etwas grobschnitzigen Antriebs mit verzögertem Ansprechen oder des bisweilen plärrenden Benziners. Doch auch das Interieur ist etwas fad. Ein bisschen mehr Kreativität bitte von den Innenarchitekten. Es muss auch mehr gehen als ein rechteckiger Screen als Kombiinstrument samt einem lieblosen Zentralbildschirm. Und auch Finish wie Materialien wirken eher zweitklassig.

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Der Starray-Innenraum ist wahrlich austauschbar mit seinen stereotypen Displays. Immerhin praktisch: induktive Ladefläche für Smartphones. (Foto: Geely)

Doch dann kommt der Preis-Leistungs-Knaller: Bei einem großen Auto von 4,74 Metern mit modern-passabler Optik, solidem Fahrkomfort und Raum ohne Ende, auch für das Gepäck (2065 Liter Kofferraumvolumen) zu Preisen zwischen 32.990 und 37.990 Euro kann man einfach nichts sagen, selbst wenn es an der einen oder anderen Ecke mal knirscht. Aber der 1,8-Tonner kann von einer Fahrwerkspräzision eines Skoda Kodiaq eben nur träumen und ist mit seiner synthetischen Lenkung außerdem schlicht auf Leichtgängigkeit statt Fahrbahnkontakt getrimmt.

Dafür müsste man für das Volkswagen-Derivat auch einen moderaten fünfstelligen Euro-Betrag zusätzlich hinlegen. Und für dieses Angebot dürfte sich der eine oder andere budgetlimitierte Familienvater gern von Assistenten nerven lassen, deren Abschaltung zu Beginn jeder Fahrt in ein Geduldsspiel ausarten kann.

Immerhin erreicht der auf der relativ frisch entwickelten GEA-Konzernplattform für Weltautos basierende Starray heute fünf Sterne im NCAP-Crashtest – vor wenigen Jahren noch undenkbar. Wenn das nicht eine gute Nachricht ist. Und für den Wettbewerb? Der dürfte sich jetzt vor allem unter den anderen mittlerweile in Deutschland aktiven chinesischen Marken wie BYD, Jaecoo und MG verschärfen.

Quelle: ntv.de

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Dr. Heinrich Krämer
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