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Startseite»Nachrichten»Angesteckt im Kongo: Weiterer Ebola-Patient wird in Deutschland behandelt
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Angesteckt im Kongo: Weiterer Ebola-Patient wird in Deutschland behandelt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 13, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Angesteckt im KongoWeiterer Ebola-Patient wird in Deutschland behandelt

Ebola-Patienten kommen auf Sonderisolierstationen. (Foto: picture alliance/dpa)

Es ist der zweite Fall in zwei Monaten: Im Kongo steckt sich erneut ein US-Bürger mit dem gefährlichen Ebola-Virus an. Auch diesmal helfen deutsche Ärzte.

Knapp zwei Monate nach der Ankunft eines an Ebola erkrankten US-Amerikaners ist ein zweiter mit dem Virus infizierter US-Bürger zur Behandlung nach Deutschland geflogen worden. Die Person sei in der Nacht auf dem Frankfurter Flughafen gelandet und dann in die Universitätsklinik der hessischen Stadt gefahren worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte zuvor erklärt, dass ein US-Staatsbürger betroffen sei, der für eine humanitäre Organisation in der Demokratischen Republik Kongo arbeite. Die Person wurde demnach positiv auf die dort derzeit grassierende Bundibugyo-Variante des Virus getestet. Ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, blieb offen.

Ebola-Fieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus kann durch direkten Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen werden. Im Kongo in Zentralafrika, wo die beiden infizierten US-Ärzte tätig waren, ist der jüngste Ebola-Ausbruch besonders schwer einzudämmen. Einer der Gründe: Für den Bundibugyo-Typ gibt es bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie.

Für Transporte von Ebola-Patienten werden normalerweise Spezialflugzeuge eingesetzt. In Deutschland kommen die Patienten auf Sonderisolierstationen. Dabei handelt es sich um eine geschlossene, geschützte und vom regulären Klinikbetrieb getrennte Einheit, so dass Kontakt zu anderen Patienten ausgeschlossen werden kann. Laut Bundesgesundheitsministerium besteht daher weder für die Bevölkerung noch für andere Patienten Gefahr.

Erster US-Arzt überlebte nur knapp

Der amerikanische Arzt, der am 20. Mai nach Deutschland gekommen war, wurde in die Berliner Charité aufgenommen. Nach ärztlicher Auskunft war sein Zustand zwischenzeitlich lebensbedrohlich, vor allem zwischen dem Abflug in Afrika und der Ankunft in Deutschland. Nach gut zwei Wochen Behandlung wurde er schließlich aus dem Krankenhaus entlassen.

Auch seine Frau und seine vier Kinder kamen als „Hochrisikokontakte“ in die Charité, hatten aber keine Symptome und befanden sich in einem getrennten Teil der Station in Quarantäne. Bei Kindern könne Ebola „sehr rasch“ zum Tode führen, sagte damals Charité-Arzt Leif Erik Sander, Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin.

Die USA haben die Bundesregierung bereits in der Vergangenheit um Hilfe bei der Behandlung eines mit Ebola infizierten US-Staatsbürgers gebeten, wie das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Webseite mitteilt. Als Grund nennt das Ministerium die im Vergleich zum Reiseziel USA kürzere Flugzeit vom Kongo nach Deutschland sowie die vorhandene medizinische Infrastruktur. Neben den sieben Sonderisolierstationen gibt es auch das bundesweite Expertennetzwerk Stakob, das auf die Behandlung von Patienten mit hochpathogenen Erregern spezialisiert ist.

Ende Juni war das Bundibugyo-Virus dann erstmals auch in Europa nachgewiesen worden. In Frankreich wurde ein aus dem Ostkongo zurückgekehrter Arzt einer humanitären Organisation positiv getestet. Nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums wurde der Mann unmittelbar nach seiner Ankunft isoliert. Anfang Juli wurde er nach negativen Tests und ohne Symptome aus dem Krankenhaus entlassen.

Lage im Kongo dramatisch

Im Kongo gibt es inzwischen rund 650 bestätigte Todesfälle, mindestens 1830 Menschen waren oder sind infiziert. Gesundheitsexperten zufolge stiegen die Fallzahlen bei keinem früheren Ebola-Ausbruch so schnell an wie bei der derzeitigen Epidemie.

In den Jahren 2014 und 2015 waren bei der bisher schwersten Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. Schon damals wurden drei Ebola-Kranke zur Behandlung nach Deutschland gebracht: Ein Mediziner aus Uganda wurde in Frankfurt behandelt, ein Mann aus dem Senegal in Hamburg; ein UN-Mitarbeiter, der in Leipzig behandelt wurde, überlebte die Krankheit nicht.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa

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