Aktuell werden massenhaft gefälschte Doctolib-Mails verschickt, die ein kostenloses Erste-Hilfe-Set nach einer kurzen Umfrage versprechen. Seit Mitte Juli erreichen uns dazu zahlreiche Zuschriften und Screenshots.
Das Angebot ist nicht echt. In einem Warnartikel haben wir darüber bereits berichtet: Fake-Umfrage mit Doctolib-Belohnung
Die Mails und Folgeseiten imitieren Doctolib, führen aber zu Formularen, in denen Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Kreditkartendaten abgefragt werden. Der angebliche Preis von 0,00 Euro soll Vertrauen schaffen, die „Versandkosten“ dienen als Köder für Zahlungsdaten.
Die Mails imitieren Doctolib
Die Betreffzeilen variieren, der Aufbau bleibt ähnlich: „Ihre KOSTENLOSE Doctolib-Belohnung läuft heute ab“, „Ihr Erste-Hilfe-Set wartet“ oder „Doctolib Umfrage-Belohnung“. In den Nachrichten wird behauptet, Empfänger könnten nach einer kurzen Umfrage ein Erste-Hilfe-Set erhalten.
Auffällig ist, dass die Absenderadressen nicht zu Doctolib passen. In den uns vorliegenden Beispielen tauchen unter anderem fremde Domains, private oder geschäftliche Adressen und technisch auffällige Absender auf. Teilweise steht zwar „Doctolib“ als Anzeigename im Postfach, die tatsächliche Mailadresse verweist aber auf ganz andere Domains.
Genau darauf setzen solche Phishing-Mails: Viele Menschen sehen zuerst Logo, Name und Betreff. Die tatsächliche Absenderadresse bleibt auf dem Smartphone oft verborgen oder wird erst nach einem Tippen auf Details sichtbar.
Die Umfrage ist nur der Köder
Nach dem Klick landen Nutzer auf Webseiten, die Doctolib optisch nachahmen. Dort wird eine angebliche Umfrage angezeigt, meist mit einfachen Fragen und einem auffälligen Button wie „Umfrage starten“ oder „Belohnung anfordern“.
Die Seiten arbeiten mit typischen Druckmitteln: Das Angebot laufe „heute“ ab, es seien nur noch wenige Sets verfügbar, bereits Hunderte Produkte seien vergeben worden. Solche Elemente sollen verhindern, dass Nutzer in Ruhe prüfen, ob die Seite wirklich zu Doctolib gehört.
In mehreren Screenshots folgt nach der angeblichen Umfrage eine Produktseite mit „0,00 €“, „Nur Versandkosten“ und einem vermeintlich knappen Lagerbestand. Am Ende wird ein Formular eingeblendet, das vollständige Liefer- und Zahlungsdaten verlangt.
Am Ende geht es um persönliche Daten und Kreditkartendaten
Der entscheidende Punkt liegt im letzten Schritt: Wer das angebliche kostenlose Set anfordert, soll nicht nur eine Adresse eintragen, sondern auch Kreditkartennummer, Ablaufdatum und CVV. Damit ist das Risiko nicht mehr nur Spam, sondern konkreter Zahlungsdatenmissbrauch.
In solchen Fällen können Abbuchungen je nach Masche über Drittanbieter, versteckte Abos oder weitergereichte Zahlungsdaten erfolgen. Entscheidend ist: Ein angebliches Geschenk, das Kreditkartendaten verlangt, sollte grundsätzlich misstrauisch machen.
Das Kleingedruckte schützt nicht
In einem der gemeldeten Fälle war auf der gefälschten Seite im Kleingedruckten zu lesen, dass die Webseite nicht direkt mit Doctolib verbunden sei.
Solche Hinweise ändern nichts am Täuschungscharakter der Masche, wenn zuvor Logo, Name, Farbwelt und Ansprache den Eindruck eines Doctolib-Angebots erzeugen.

Auch eingeblendete Sicherheitslogos wie McAfee, Norton, TRUSTe oder SSL-Siegel sind kein Beweis für Seriosität. Solche Grafiken können problemlos in betrügerische Seiten eingebaut werden.
Was Betroffene jetzt tun sollten
Woran man die Masche erkennt
Die wichtigsten Warnzeichen sind hier klar erkennbar: ein angeblich kostenloses Marken-Geschenk, ein fremder bzw. getarnter Absender, Zeitdruck, künstliche Verknappung, Versandkosten als Vorwand und am Ende die Abfrage sensibler Zahlungsdaten.
Doctolib-Angebote sollten nur über die offizielle Website oder App geprüft werden. Links aus unerwarteten Mails sind dafür der schlechteste Weg.
Bewertung: Betrug/Phishing. Die gefälschten Doctolib-Mails versprechen ein kostenloses Erste-Hilfe-Set, führen aber zu Daten- und Zahlungsabgriff.
FAQ zur Doctolib-Umfrage
Verschenkt Doctolib kostenlose Erste-Hilfe-Sets per Mail?
Dafür liegt in den uns gemeldeten Fällen kein belastbarer Hinweis vor. Die vorliegenden Mails stammen von auffälligen, nicht passenden Absenderadressen und führen auf nachgebaute Seiten.
Warum kostet das Set angeblich 0,00 Euro?
Der Preis von 0,00 Euro dient als Köder. Die angeblichen Versandkosten dienen dazu, Nutzer zur Eingabe ihrer Kreditkartendaten zu bringen.
Was tun, wenn ich meine Kreditkartendaten eingegeben habe?
Die Karte sollte sofort gesperrt werden. Danach sollten Abbuchungen geprüft, unberechtigte Zahlungen reklamiert und die Mail samt Screenshots gesichert werden.
Reicht es, die Mail einfach zu löschen?
Ja, wenn keine Links angeklickt und keine Daten eingegeben wurden. Die Mail kann zusätzlich als Spam oder Phishing gemeldet werden.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
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