Im Jemen ist es zu einem Angriff auf den Flughafen Sanaa gekommen – wohl wegen eines Flugzeugs aus Iran. Die Huthi-Miliz beschuldigt Saudi-Arabien und kündigt eine Reaktion an. Die Lage in der Region spitzt sich weiter zu.
Im Bürgerkriegsland Jemen hat das Militär nach eigenen Angaben die Landebahn des internationalen Flughafens in der Hauptstadt Sanaa unter Beschuss genommen, um die Landung eines iranischen Flugzeugs zu verhindern. Die Streitkräfte hätten die Start- und Landebahn attackiert, teilt das Verteidigungsministerium mit.
Die mit Iran verbündete Huthi-Miliz beschuldigte dagegen Saudi-Arabien, den Flughafen angriffen zu haben. Diese Aggression werde nicht unbeantwortet bleiben, erklärte ein Sprecher der Miliz. Saudi-Arabien äußerte sich zunächst nicht dazu.
Sanaa unter Kontrolle der Huthi-Miliz
Gleichzeitig erklärte der Informationsminister der Regierung, Muammar al-Erjani, dass die Huthi den Abflug eines Flugzeugs des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) verhindert sowie den Piloten und dessen Assistenten als Geiseln genommen hätten. Die Huthi und das IKRK äußerten sich dazu zunächst nicht.
Im Jemen herrscht seit 2014 Bürgerkrieg. Sanaa wird von der Huthi-Miliz kontrolliert. Die international anerkannte Regierung, die von Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten unterstützt wird, hat ihren Sitz in Aden im Süden des Landes.
Gegenseitige Angriffe von USA und Iran
In der Region war der Konflikt zwischen Iran und den USA zuletzt wieder eskaliert. Das US-Militär beschoss nach eigenen Angaben in der Nacht zum Montag Dutzende Ziele in Iran. Unter anderem seien iranische Luftabwehrsysteme und Radarstationen ins Visier genommen worden. Die iranische Revolutionsgarde wiederum meldete eigene Angriffe auf US-Militärziele in Jordanien, Kuwait, Bahrain und Oman.
Deutschland, Frankreich und Großbritannien verurteilten die Angriffe Irans. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, die Achtung der Souveränität über Küstenmeere sowie die Freiheit der Schifffahrt seien grundlegende Prinzipien des Völkerrechts. Zugleich forderten die drei Staaten die „Wiederherstellung des Waffenstillstands und die Wiederaufnahme der Verhandlungen“ zwischen den USA und Iran.
Brüchige Waffenruhe seit April
Seit Anfang April galt im Iran-Krieg eigentlich eine Waffenruhe. Zuletzt war es aber wegen des Streits um die für die Weltwirtschaft bedeutende Straße von Hormus immer wieder zu gegenseitigen Angriffen gekommen. US-Präsident Donald Trump erklärte die Waffenruhe deshalb in der vergangenen Woche für beendet.
