Im Wald von Fontainebleau steht eines der bekanntesten Königsschlösser Frankreichs. Nun ist in dem Areal nahe Paris ein großes Feuer ausgebrochen. Ermittler gehen Hinweisen auf Brandstiftung nach.
Im bekannten Fontainebleau südlich von Paris kämpfen derzeit Hunderte Einsatzkräfte gegen einen großen Waldbrand. Das Feuer habe bereits 800 Hektar Wald zerstört und dehne sich weiter aus, teilte die Feuerwehr mit. Neben mehr als 400 Feuerwehrleuten sind nach Angaben des Département Seine-et-Marne auch zwei Löschflugzeuge im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen. Das Feuer ist bisher nicht unter Kontrolle.
Inzwischen wurden Ermittlungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung aufgenommen, wie Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez bei einem Besuch vor Ort erklärte. Der Brand könne absichtlich gelegt worden sein, sagte er. Darauf deute eine Vielzahl von Brandherden in einem Umkreis von nur 1.000 Metern hin.
Warnstufe Rot in 37 Départements
Das Feuer war gestern Nachmittag an einer Autobahn nahe Fontainebleau ausgebrochen. Dort befindet sich auch eines der bekanntesten Königsschlösser Frankreichs. Es diente früheren Monarchen als Jagdschloss und Herbstresidenz.
Wegen des Brandes wurde die Autobahn A6 zwischen Paris und Lyon in dem Gebiet gesperrt. Auch der Zugverkehr war zwischenzeitlich beeinträchtigt. Mehr als 1.000 Anwohner und Touristen seien evakuiert worden, sagte der Bürgermeister der Ortschaft Le Vaudoué dem Sender BFMTV.
Frankreich durchlebt in diesen Tagen bereits die dritte Hitzewelle des Sommers. Große Trockenheit begünstigt in vielen Teilen des Landes die Entstehung und Ausbreitung von Bränden. Zu Wochenbeginn verhängte der staatliche Wetterdienst für 37 Départements angesichts der Hitze die höchste Warnstufe Rot.
Viele Tote bei Brand in Spanien
Große Hitze und Waldbrände machen derzeit auch anderen Ländern in Westeuropa zu schaffen. Neben Frankreich wurden auch aus Spanien, Portugal und Griechenland schwere Waldbrände gemeldet. In der südostspanischen Provinz Almería kamen bei einem Feuer am Wochenende mindestens 13 Menschen ums Leben.
