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Startseite»Nachrichten»Ministerpräsident Wüst vor Ort: Feuerwehr im Hürtgenwald erwartet noch tagelangen Waldbrand-Einsatz
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Ministerpräsident Wüst vor Ort: Feuerwehr im Hürtgenwald erwartet noch tagelangen Waldbrand-Einsatz

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 15, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Ministerpräsident Wüst vor OrtFeuerwehr im Hürtgenwald erwartet noch tagelangen Waldbrand-Einsatz

Der Waldbrand ist nach Einschätzung der Landesregierung wohl der größte in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen. (Foto: picture alliance/dpa)

Im Westen Nordrhein-Westfalens kämpfen Einsatzkräfte unermüdlich gegen das ausgebrochene Feuer. Die Löscharbeiten sind derzeit bis Montag organisiert – ein Ende ist jedoch nicht absehbar. NRW-Innenminister Herbert Reul warnt davor, Wälder zu betreten.

Hunderte Feuerwehrkräfte kämpfen im Hürtgenwald in der Eifel weiter gegen den großen Waldbrand. In der Nacht wurde in besonders gefährdeten Bereichen der Personaleinsatz am Boden fast verdoppelt, wie der Sprecher der Feuerwehren im Kreis Düren, Peter Berndgen, bestätigte. Viele zusätzliche Löschzüge wurden in diese Bereiche geführt.

Im Fokus steht die am frühen Freitagmorgen evakuierte Ortschaft Gey, deren rund 2.000 Bewohnerinnen und Bewohner bei Verwandten und Freunden unterkamen. Zwei Bergepanzer der Bundeswehr schlugen nach Angaben des Feuerwehr-Sprechers auch in der Nacht Schneisen im Bereich des Ortsteils. Damit sollte ein Übergreifen des Feuers möglichst verhindert werden.

Die Feuerwehr stelle sich auf einen tagelangen Einsatz ein, sagte Berndgen. Alle zwölf Stunden machten sich rund 500 Einsatzkräfte aus Nordrhein-Westfalen auf den Weg zum Schichtwechsel ins Brandgebiet. Die Einsatzplanung reiche derzeit bis Montag.

Weltkriegsmunition erschwert Löscharbeiten

Der Waldbrand ist nach Einschätzung der Landesregierung wohl der größte in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen. NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen ging bei einem Besuch der Einsatzkräfte von einer betroffenen Fläche von 200 Hektar bis 300 Hektar aus. Am Nachmittag will sich auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst vor Ort ein Bild von der Lage im Brandgebiet machen.

Bei dem großen Waldbrand gab es bislang fünf Verletzte. Eine ältere Person habe Herzprobleme bei der Evakuierung bekommen, sagte der Dürener Landrat Ralf Nolten. Außerdem seien vier Einsatzkräfte leicht verletzt worden. Darunter seien eine Schnittverletzung und Kreislaufprobleme.

Die Löscharbeiten werden durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert. Der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen deutschen und US-amerikanischen Truppen. Hürtgenwald liegt im Westen Nordrhein-Westfalens nahe der belgischen Grenze und hat knapp 9.000 Einwohner.

NRW-Innenminister Reul: Evakuierung reibungslos

In Zusammenhang mit mehreren aktuellen Waldbränden in NRW übernahm das Landesinnenministerium die Koordinierung. Die sogenannte Koordinierungsgruppe des Krisenstabs der Landesregierung wurde aktiviert. Sie koordiniert auch die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte und Spezialgeräte. Neben Hubschraubern der NRW-Polizei waren auch Helikopter aus Hessen und Rheinland-Pfalz sowie der Bundespolizei und Bundeswehr zur Brandbekämpfung im Einsatz.

NRW-Innenminister Herbert Reul appellierte an die Bevölkerung, Wälder derzeit nicht zu betreten. „Die Bilder aus der Eifel machen mich tief betroffen. Man sieht, wie schnell bei diesem Wetter aus einem Funken ein riesiges Feuer werden kann. Ich bin froh, dass die Evakuierung reibungslos vonstattengegangen ist. Dafür danke ich allen Anwohnern vor Ort“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Feuerwehr und Einsatzkräfte geben unermüdlich alles, um den Brand zu löschen und eine Ausbreitung zu verhindern“, versprach der NRW-Innenminister.

Nur rund 60 Kilometer Luftlinie entfernt von Hürtgenwald brach am Freitag ein größerer Wald- und Wiesenbrand im rheinland-pfälzischen Landkreis Mayen-Koblenz aus. Dort brannten rund 50 Hektar, wie ein Sprecher des Landkreises sagte. Mehrere Häuser eines Ortsteils wurden evakuiert – die Evakuierung zweier anderer Orte wurde aber abgewandt. Bei der Bekämpfung waren etwa 300 Kräfte stundenlang im Einsatz. Nach offiziellen Angaben wurden sieben Feuerwehrleute leicht verletzt. Auch an anderen Orten in Deutschland wurden kleinere Waldbrände gemeldet.

Quelle: ntv.de, bho/dpa

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