KURZMELDUNG · EUROPÄISCHE UNION
Auf der Website der Internet Watch Foundation steht seit 5. Oktober 2026 eine Zahl im Mittelpunkt: 6.310 KI-generierte Bilder, die ihre Analyst:innen im ersten Halbjahr als Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs einstuften. Das sind rund 40 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2025.
Die Internet Watch Foundation, kurz IWF, prüft Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs. Gezählt wurde ausschließlich Material, das ihr vorlag oder das sie entdeckte und nach britischem Recht als illegal bewertete. Die Zahlen sind daher keine Schätzung für das gesamte Internet und erlauben keine Aussage über eine weltweite Steigerungsrate.
Bei 6.221 Bildern konnten die Analyst:innen Alter und Geschlecht zuordnen. 6.094 davon zeigten Mädchen, das entspricht 98 Prozent. Kinder zwischen sieben und 13 Jahren waren in 79 Prozent der erfassten Bilder dargestellt. Dazu kamen 1.004 Bilder mit Drei- bis Sechsjährigen und 190 mit Säuglingen oder Kleinkindern unter zwei Jahren.
Nach dem britischen Kategoriensystem entfielen 5.557 Bilder auf Category C, die etwa sexualisierte Posen oder Nacktdarstellungen umfassen kann. 403 Bilder gehörten zu Category B. Weitere 350 stufte die IWF in die schwerste Category A ein.
Die IWF warnt davor, künstlich erzeugtes Material als opferloses Fantasieprodukt zu betrachten. Täter können harmlose Fotos realer Kinder mit KI sexualisieren und immer neue Darstellungen daraus erzeugen. Wie viele der geprüften Bilder auf solchen Fotos beruhten und welche KI-Modelle oder Plattformen verwendet wurden, geht aus den Daten nicht hervor.
Bekannte Missbrauchsbilder lassen sich mit digitalen Fingerabdrücken, sogenannten Hashes, wiedererkennen und blockieren. Neu erzeugte Varianten besitzen diesen Fingerabdruck zunächst nicht und müssen erst entdeckt werden. Der Fall zeigt damit ein wiederkehrendes Problem generativer KI: Jede neue Bildvariante kann bestehende Erkennungssysteme umgehen, auch wenn ihr Ausgangsmaterial längst bekannt ist.
Quellen
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