In Peking hat der Staatsbesuch von US-Präsident Trump begonnen. Trump und Chinas Staatschef Xi wollen über viele Themen sprechen – von Handel bis Sicherheitspolitik. Hoffnungen hat dabei auch die deutsche Wirtschaft.
Es sind pompöse Bilder zum Auftakt: Gegen 10 Uhr Ortszeit empfängt Xi seinen Staatsgast aus Washington vor der Großen Halle des Volkes. Mit militärischen Ehren und hunderten jungen Chinesinnen und Chinesen, die begeistert die Fahnen Chinas und der USA schwenken. Die Eingangsstatements anschließend – betont freundlich.
„Das war eine Ehre, wie ich sie selten zuvor erlebt habe. Wir haben eine großartige Beziehung“, sagte Trump. „Wann immer es Probleme gab, haben wir die zusammen ausgeräumt. Wir haben uns angerufen und die Probleme gelöst.“
„Die ganze Welt schaut auf dieses Treffen“, sagte Xi. „Die Welt verändert sich gerade so stark wie lange nicht, es sind turbulente Zeiten. Die Weltgemeinschaft ist am Scheideweg“, sagte er. „Die Frage ist, ob wir diese Herausforderungen zusammen angehen und der Welt Stabilität geben können.“
Viele Optionen zur Zusammenarbeit
Was bei den Verhandlungen in Peking herauskommen wird, das ist noch völlig offen. Klar ist aber: Dass der US-Präsident in der Stadt ist, das ist Thema, in den chinesischen Medien, in den sozialen Netzwerken und auch auf der Straße. Hunderte Schaulustige warteten am Abend vor Trumps Hotel in Peking, reckten ihre Handys in die Höhe, um seine Ankunft zu filmen.
Einer von ihnen ist Herr Dong. Er sagte dem chinesischen Staatsfernsehen: „Ich glaube, die jüngsten Entwicklungen an den Aktienmärkten sagen uns etwas.“ Es gebe viele Möglichkeiten für Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern, insbesondere in den Bereichen Technologie, KI und Halbleiter, ergänzte er. „Das würde unseren Beziehungen zugutekommen und auch die technologische Entwicklung weltweit fördern.“
Techbosse begleiten Trump
Eine ganze Reihe an Techbossen begleitet den US-Präsidenten auf dieser Reise, darunter Tesla-Chef Elon Musk, NVIDIA-CEO Jensen Huang und Apple-Boss Tim Cook. China solle sich der US-Wirtschaft öffnen, erklärte Trump vor dem Start des Treffens.
Dabei geht es nicht nur um Tech-Unternehmen – die USA hoffen unter anderem auch auf Verkäufe von Boeing-Flugzeugen und großen Mengen an Sojabohnen. Wegen des Handelskriegs hatte China die zuletzt vermehrt aus Brasilien und nicht mehr aus den USA bezogen.
USA und China: Gemeinsam besser?
Jim Sutter, Geschäftsführer des U.S. Sojabohnen Export Council, fordert da eine Umkehr. „Wenn sie anbauen, wollen sie sicher sein, dass sie einen Absatzmarkt haben“, sagte er. Er spüre den aufrichtigen Wunsch, dass sich die Beziehungen zwischen China und den USA auf Regierungsebene und wirtschaftlicher Ebene verbesserten. „Ich glaube, es herrscht die Erkenntnis, dass wir ‚gemeinsam besser‘ sind.“
Dass China und die USA ihren Handelskonflikt zumindest entschärfen, darauf hofft auch die deutsche Wirtschaft. Denn viele deutsche Unternehmen drohen im Ringen der beiden Großmächte Schaden zu nehmen, sagt Oliver Oehms, Geschäftsführer der deutschen Auslandshandelskammer in China. „Die Gefahr ist virulent“, sagte er. „Wir haben verschiedene Exportkontrollmaßnahmen auf beiden Seiten, bei denen sich deutsche Unternehmen gelegentlich in einer Sandwich-Position wiederfinden.“
Deutsche Unternehmen könnten profitieren
Immer wieder neue Export-Regeln und Beschränkungen – das habe nicht nur chinesische und US-amerikanische Unternehmen getroffen. Auch deutsche Firmen müssten sich durch den Dschungel an Regularien kämpfen. Immerhin: Seit dem letzten Treffen von Xi und Trump vor gut einem halben Jahr stehen die Zeichen wieder auf Deeskalation – fürs erste zumindest.
Man wolle optimistisch sein und davon ausgehen, dass der Burgfrieden, von dem man profitiert habe, verlängert wird, sagte Oem. „Da wäre schon viel gewonnen, wenn’s dazu käme.“ Mit einem großen Wurf, großen Durchbrüchen rechnet Oehms bei dem Treffen nicht. Sollte die geplante emotionale Annährung gelingen, wäre das aber schon ein Erfolg.
