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Startseite»Politik»Afrikas reichster Mann plant riesige Raffinerie in Ostafrika
Politik

Afrikas reichster Mann plant riesige Raffinerie in Ostafrika

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 15, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 15.05.2026 • 17:04 Uhr

Aliko Dangote, der reichste Mann Afrikas, hat in Nigeria eine riesige Raffinerie gebaut und das Land damit energieunabhängiger gemacht. Jetzt plant Dangote das gleiche für Ostafrika.

Karin Bensch

Lagos, Nigeria: Hier steht Afrikas größte Erdöl-Raffinerie. Der Mann hinter dem Mega-Projekt ist Aliko Dangote, Geschäftsmann, Multimilliardär. 2024 wurde seine Raffinerie eröffnet. Derzeit verarbeitet sie rund 650.000 Barrel Rohöl pro Tag, so der Konzern. Damit exportiert Nigeria nicht nur Erdöl, sondern produziert und exportiert Benzin, Diesel und Kerosin in Nachbarstaaten und nach Europa.

Nun hat Dangote ein neues Projekt ins Visier genommen: eine riesige Erdöl-Raffinerie in Ostafrika. Denn der Krieg zwischen Iran, den USA und Israel und die damit verbundene Lieferunsicherheit von Treibstoffen ist auch für viele ostafrikanische Länder ein Problem. Kenia ist die größte Wirtschaftsmacht in der Region. Das Land importiert derzeit Treibstoff vor allem aus den Golfstaaten – aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, aus Saudi-Arabien, aus dem Oman.

Das solle sich in Zukunft ändern, sagt der kenianische Präsident William Ruto. „Wir wollen nicht länger als Geiseln der Straße von Hormus gehalten werden. Wir wollen keine Geiseln sein von Kriegen, die andere Leute angefangen haben. Wir haben unsere eigenen Ressourcen. Wir werden unsere afrikanischen Ressourcen nutzen, um unsere Region zu industrialisieren.“

Die Dangote-Raffinerie bei Lagos in Nigeria hat das Land unabhängiger von Energieimporten gemacht.

Sticht Kenia Tansania aus?

Ruto hatte vor einiger Zeit angekündigt, dass ostafrikanische Länder Gespräche führen, um eine gemeinsame Ölraffinerie am Hafen von Tanga in Tansania zu errichten – mit einer ähnlichen Kapazität wie Dangotes Mega-Projekt in Nigeria. Unternehmer Aliko Dangote sagte nun in einem Interview mit der Financial Times, er würde es vorziehen, die neue Anlage in Kenia statt in Tansania zu errichten. Mombasa habe einen viel größeren, tieferen Hafen. Kenia sei die größere Wirtschaftsmacht.

Für Ruto wäre das wohl ein Prestigeprojekt. „Wir haben ein Infrastrukturprojekt für die Entwicklung einer ostafrikanischen Raffinerie. Aliko Dangote sagte mir, dass es zwischen 16 und 20 Milliarden US-Dollar kosten wird“, so Ruto. „Diese ostafrikanische Erdöl-Raffinerie ist eine Investition, der die Regierungen von Kenia, Uganda und Tansania zugestimmt haben. Wir wollen eine Anlage entwickeln, die uns bei unseren Kraftstoffprodukten unterstützen wird.“

Kenia erzeugt rund 90 Prozent seines Stroms aus regenerativen Energien, vor allem aus Geothermie und auch mit Wasser- und Windkraft. Im Nordwesten des Landes gibt es aber auch Erdölvorkommen. Uganda dagegen verfügt über bedeutende Erdölreserven. Seit Jahren wird dort an einer rund 1.400 Kilometer langen Pipeline gebaut, die in Zukunft Rohöl von zwei Ölfeldern in Uganda an die Küste des Nachbarlandes Tansania transportieren soll – nach Tanga, einem Ort nahe der Grenze zu Kenia. Umweltschützer laufen seit Jahren Sturm gegen das Projekt.

China ist schon da, Frankreich will folgen

Gebaut wird diese Pipeline vom chinesischen Staatskonzern CNOOC (China National Offshore Oil Corporation) und vom französischen Ölkonzern Total. Der französische Präsident Macron sagte beim Afrika-Frankreich-Gipfel, der in dieser Woche in Nairobi stattfand Investitionen in Höhe von 23 Milliarden Euro zu. Davon würden 14 Milliarden Euro von französischen Investoren kommen, so Macron.

„Der Grund, warum französische Unternehmen in Kenia investieren, ist: Sie glauben an das Potenzial“, betonte Macron. „Das französische Schifffahrtsunternehmen CMA-CGM zum Beispiel hat zugesagt, zwei Terminals im Hafen von Mombasa zu renovieren, eine Gesamtinvestition von 700 Millionen Euro.“

CMA CGM mit Sitz in Marseille ist das drittgrößte Schifffahrtsunternehmen der Welt und hat eine Partnerschaftsvereinbarung mit der kenianischen Regierung unterzeichnet. Es plant einen neuen Hafenumschlagplatz in Mombasa – für noch größere Containerschiffe. Mombasa könnte damit in Zukunft das neue Tor für Ost- und Zentralafrika werden. Mit einem Tiefseehafen für riesige Containerschiffe – und einer geplanten neuen Mega-Erdöl-Raffinerie, die den Treibstoff liefert für Ostafrika und die Welt.

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