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Startseite»Politik»US-Sondergesandter Landry zu Gesprächen in Grönland eingetroffen
Politik

US-Sondergesandter Landry zu Gesprächen in Grönland eingetroffen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 18, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 18.05.2026 • 17:45 Uhr

Mehrere Monate nach dem eskalierten Streit über US-Besitzansprüche ist Trumps Sondergesandter Landry nach Grönland gereist. Dabei schlug er versöhnliche Töne an. Trump habe ihm gesagt, er solle so viele Freunde finden, wie er nur könne.

Der US-Sondergesandte für Grönland, Jeff Landry, ist zu einem mehrtägigen Besuch auf die arktische Insel gereist. Er landete am Sonntag in der Hauptstadt Nuuk, wie die Zeitung Sermitsiaq berichtete.

Mehrere Monate nach der Zuspitzung im Streit über Besitzansprüche der USA traf Landry unter anderem Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen, zudem will er an einer Wirtschaftskonferenz teilnehmen. Eingeladen wurde der US-Vertreter dänischen Medien zufolge nicht. Das Wirtschaftsforum findet am Dienstag und Mittwoch in Nuuk statt, Hauptthema ist die Förderung von Investitionen in Grönland. Die Insel ist reich an Bodenschätzen wie Öl, Uran und Seltene Erden.

Nielsen sprach nach dem Treffen mit Landry von einem konstruktiven Gespräch mit viel gegenseitigem Respekt. Allerdings habe es „keine Anzeichen“ für eine veränderte Haltung der USA gegeben. „Wir haben unmissverständlich bekräftigt, dass die Bevölkerung Grönlands nicht zum Verkauf steht und dass die Grönländer das Recht auf Selbstbestimmung haben“, so Nielsen. Auch Grönlands Außenminister Mute Egede sagte, die US-Regierung habe ihr Vorhaben, die Insel zu übernehmen, nicht aufgegeben.

Noch keine Ergebnisse aus Verhandlungen mit den USA

US-Präsident Donald Trump hatte seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus immer wieder Besitzansprüche auf das zum NATO- und EU-Mitgliedstaat Dänemark gehörende Grönland erhoben und die NATO damit in eine tiefe Krise gestürzt. Drohungen einer gewaltsamen Übernahme nahm er Ende Januar nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte zurück. Stattdessen setzten die USA, Dänemark und Grönland eine gemeinsame Arbeitsgruppe ein. Diese führte in den vergangenen Monaten vertrauliche Gespräche zur Zukunft Grönlands.

In diesen Gesprächen ist nach Angaben von Nielsen noch keine Einigung mit den USA erzielt worden. „Wir befinden uns in Verhandlungen, aber es gibt noch keine Übereinkunft“, sagte Nielsen vergangene Woche. Zuletzt hatten Medien berichtet, US-Präsident Donald Trump wolle drei weitere US-Militärstützpunkte auf Grönland eröffnen.

Nielsen sagte, die USA könnten bereits auf Grundlage bestehender Verteidigungsabkommen weitere Basen eröffnen. „Ich kann nichts Konkretes aus den Verhandlungen sagen, aber wir sind bereit, mehr zu tun und mehr Verantwortung zu übernehmen“, sagte Nielsen und ergänzte: „Wir fordern nur Respekt.“

New York Times: USA beanspruchen entscheidende Rolle

Wie die New York Times unter Berufung auf Gespräche mit offiziellen Vertretern in Washington, Kopenhagen und Grönland berichtet, versuchen die USA, das bestehende Verteidigungsabkommen zu erweitern: in die Richtung, dass das US-Militär auch im Fall einer Unabhängigkeit Grönlands auf unbestimmte Zeit dort stationiert sein dürfte. Der Zeitung zufolge ist Grönland gegen so eine „Ewigkeitsklausel“.

Außerdem hätten die USA die Gespräche über militärische Aspekte hinaus ausgedehnt, so die New York Times. Demnach wollen die USA ein Vetorecht für jegliche größere Investitionen auf Grönland haben – um Konkurrenten wie Russland oder China auszubooten. Dänemark und Grönland seien dagegen.

Experte: Trump hat Image des freundlichen Nachbarn zerstört

Von diesen Vorhaben war bei Landrys Ankunft in Nuuk noch nichts zu hören. Dem dänischen Sender DR gegenüber schlug er sanfte Töne an: „Ich bin nur hier, um Beziehungen aufzubauen, zuzuhören, zu lernen und zu sehen, ob es Möglichkeiten gibt, die Beziehungen zwischen den USA, Grönland und Dänemark auszubauen.“ Auch eine Botschaft von Trump hatte Landry im Gepäck. „Er hat zu mir gesagt: ‚Reise dorthin und finde so viele Freunde, wie du nur kannst.'“

Nach Einschätzung des dänischen Grönland-Experten Ulrik Pram Gad nimmt das jedoch nicht die Anspannung aus dem Konflikt. „Das Problem ist, dass es sich wie Druck anfühlt, selbst wenn sie nette und freundliche Dinge sagen, weil Trumps Agenda damit nicht vom Tisch ist“, sagte er DR. Das Image des freundlichen Nachbarn USA habe der Präsident selbst zerstört.

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