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Startseite»Politik»Polen suchen nach Angriff richtigen Umgang mit „Problembären“
Politik

Polen suchen nach Angriff richtigen Umgang mit „Problembären“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 19, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 19.05.2026 • 17:01 Uhr

In Polen kommt es immer wieder zu Vorfällen mit Bären, die Menschen gefährlich nahe kommen. Nachdem nun eine Frau getötet wurde, ist die Debatte über den Umgang mit den Raubtieren voll entbrannt.

Florian Kellermann

Der Ort der Tragödie: Ein verlassenes Dorf in den Bieszczady, wie die Karpaten im südostlichen Polen heißen. Jan Marzec von der zuständigen Forstamt sagt im polnischen Fernsehen: „Hier in der Gegend leben drei Bärinnen mit ihren Jungen. Vielleicht sind diese Menschen zwischen die Jungen und die erwachsene Bärin geraten, und in solchen Fällen kommt es am häufigsten zu Angriffen.“ Einigen Schätzungen zufolge leben in Polen etwa 120 Bären, anderen zufolge sogar 350.

Ein Bär störte eine Kommunionfeier

Der Tod der Frau hat eine neue Diskussion ausgelöst: Wie sollen Staat und Gesellschaft mit ihnen umgehen? Bürger und Lokalpolitiker aus dem Südosten des Landes berichten, dass sie den Tieren immer häufiger begegnen. Sie tauchten in der Nähe von Wohnhäusern auf, zuletzt während einer Kommunionfeier in der Nähe einer Kirche.

Als eine erste Reaktion auf den tödlichen Angriff ordnete die regionale Umweltbehörde an, dass 18 Bären gefangen, mit GPS-Sendern ausgestattet und überwacht werden. Es handele sich um „problematische“ Individuen, so der Sprecher der Behörde, die ihre natürliche Distanz zum Menschen verloren hätten.

Bürgermeister verbietet Schulen Ausflüge

Für manche geht das nicht weit genug. Marek Bankowski, der Bürgermeister der Gemeinde, in der die Frau zu Tode kam, fordert den Abschuss des gefährlichen Bären. Im Parlament sagte er: „Ich habe den Schulen untersagt, Rad- und Wanderausflüge zu organisieren. Wir haben eine professionelle Warnkampagne für unsere Einwohner gestartet und eine Informationskampagne darüber, wie man sich im Wald verhalten soll, damit es nicht zu einem weiteren Angriff, einem tödlichen Angriff, kommt.“

Diese Rhetorik stößt aber auch auf Kritik. Nicht nur Tierschützer werfen Bankowski und anderen Lokalpolitikern vor, Panik zu verbreiten. Ein Vorwurf lautet auch, dass es ihnen darum gehe, ihre Popularität zu steigern. Das schade aber dem Tourismus in der Region.

„Tiere, die größer als wir sind, sind unberechenbar“

„Wir müssen uns stets bewusst sein, dass Tiere unberechenbar sind, egal ob es sich um Wildschweine, Haie, Hunde, Büffel, Kühe, Wisente oder andere Tiere handelt, die größer sind als wir“, erklärte der Biologe Lukasz Bozycki im polnischen Fernsehen. „Sie sind immer unberechenbar, und wir müssen stets einen Sicherheitsabstand zu ihnen einhalten und sehr vorsichtig sein. Bären greifen Menschen äußerst selten an.“

Dennoch will das polnische Parlament unter dem Eindruck solcher Vorfälle das Tierschutzgesetz ändern. Jäger sollen künftig Bären, Wölfe und Wisente mit Gummigeschossen verscheuchen dürfen. Das Gesetz liegt nun dem Präsidenten zur Unterschrift vor.

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Dr. Heinrich Krämer
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