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Startseite»Politik»Xi empfängt Putin in Peking: Demonstrative Harmonie
Politik

Xi empfängt Putin in Peking: Demonstrative Harmonie

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 20, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 20.05.2026 • 08:03 Uhr

Militärische Ehren und roter Teppich: Chinas Staatschef Xi hat Russlands Präsident Putin empfangen. Zum Auftakt des Gipfeltreffens betonten beide demonstrativ ihre guten Beziehungen. Für Russland ist China der wichtigste Partner.

Nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump hat Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping nun Russlands Präsidenten Wladimir Putin in Peking empfangen. Vor der Großen Halle des Volkes begrüßte Xi den Kremlchef mit militärischen Ehren und rotem Teppich.

Gleich zum Auftakt des Gipfeltreffens betonten beide demonstrativ die Beziehungen beider Länder. Beide Staaten hätten das gegenseitige politische Vertrauen und die strategische Zusammenarbeit vertieft, sagte Xi. Angesichts einer von Unruhe geprägten internationalen Lage müssten China und Russland ihre umfassende strategische Zusammenarbeit vorantreiben.

Putin erklärte seinerseits, die bilateralen Beziehungen trügen zur globalen Stabilität bei und betonte die Rolle Russlands als verlässlicher Energielieferant. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien auf einem „beispiellosen Niveau“, betonte Putin – und lud seinen Amtskollegen im kommenden Jahr nach Russland ein.

Enge Kooperation im Energiebereich

Putin war gestern Abend in Peking gelandet. Im Mittelpunkt des Besuchs stehen Gespräche über die Beziehungen zwischen China und Russland sowie internationale und regionale Fragen. Auch die Unterzeichnung von rund 40 bilateralen Vereinbarungen ist vorgesehen.

Trotz ungünstiger äußerer Faktoren zeige die wirtschaftliche Zusammenarbeit Russlands und Chinas eine gute Dynamik, erklärte Putin bei dem Treffen. Im vergangenen Vierteljahrhundert sei der Handel beider Länder um das 30-fache gewachsen. Der Kremlchef lobte insbesondere Chinas Rolle als Abnehmer von Russlands Gas- und Öllieferungen. „Die Lokomotive in der russisch-chinesischen Zusammenarbeit ist die Kooperation im Energiebereich“, so Putin.

Entsprechend dürfte bei dem Gipfel auch über die geplante Gaspipeline „Power of Siberia 2“ verhandelt werden, über die Russland über die Mongolei noch mehr Gas an die Volksrepublik liefern könnte. Bislang kam das Projekt nur schleppend voran.

Für das wegen des Ukraine-Kriegs mit westlichen Sanktionen belegte Russland ist China ein wichtiger wirtschaftlicher Partner, weshalb Moskau auf einen weiteren Ausbau der Energiepartnerschaft drängt. Russland ist nach Moskauer Regierungsangaben führender Energieexporteur für China: Im Jahr 2025 wurden 101 Millionen Tonnen Erdöl und 49 Milliarden Kubikmeter Erdgas über Pipelines und in Form von Flüssigerdgas geliefert.

„China hat die Hosen an“

Putin unterstrich die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Russland und China in angespannten Zeiten. Die Beziehungen seien einer „der wichtigsten stabilisierenden Faktoren auf der internationalen Bühne“.

Xi sagte, die Welt stehe angesichts der veränderten internationalen Lage vor der Gefahr, zum Recht des Stärkeren zurückzufallen. China unterstütze eine weitere Verlängerung des Vertrags über „gute Nachbarschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit“ mit Russland und wolle die strategische Zusammenarbeit mit Moskau weiter entschlossen vorantreiben.

Die Kooperation beider Länder ist insbesondere für Russland von großer Bedeutung. „China hat da auf jeden Fall die Hosen an,“ erklärt ARD-Korrespondent Jörg Endriss. Die Abhängigkeit Russlands von der Volksrepublik sei in den vergangenen Jahren immer stärker geworden.

„Grenzenlose Freundschaft“ zwischen China und Russland

Vor vier Jahren haben Russland und China eine „grenzenlose Freundschaft“ verkündet. Das war kurz vor Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Die Invasion hat die chinesische Staats- und Parteiführung bis heute nicht verurteilt. Vielmehr ist China zum wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Unterstützer Russlands geworden. Beide Länder haben den Handel deutlich ausgebaut.

Aus der Volksrepublik bezieht Russland vieles, was es durch die Sanktionen des Westens nicht so leicht bekommt: Autos, Maschinen und Elektronik und Dual-Use-Güter, das heißt Waren, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. China kauft Öl und Gas aus Russland.

Putins Besuch sorgt auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil Xi erst in der vergangenen Woche Trump in Peking empfangen hatte. Die Reise des russischen Präsidenten war nach Kremlangaben allerdings bereits zuvor geplant worden. Anlass ist auch der 25. Jahrestag des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen China und Russland.

Mit Material von Eva Lamby-Schmitt, Shanghai

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