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Startseite»Politik»„Tote Hosen“ fordern von Bundesregierung Gesetz gegen Ticketwucher
Politik

„Tote Hosen“ fordern von Bundesregierung Gesetz gegen Ticketwucher

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 20, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 20.05.2026 • 19:20 Uhr

Im Koalitionsvertrag hatten CDU, CSU und SPD bereits festgehalten, dass sie gegen überhöhten Preise beim Wiederverkauf von Tickets vorgehen wollen. Geschehen ist das noch nicht. Die Musiker der „Toten Hosen“ machen nun Druck.

Die Musiker der Band „Tote Hosen“ haben die Bundesregierung aufgefordert, rasch ein Gesetz gegen Ticketwucher vorzulegen. Die Abzocke, die auf einigen Plattformen stattfinde, sei „ein Riesenproblem“ und es gebe dringenden Handlungsbedarf, sagte Andi Meurer, der Bassist der Band, in den tagesthemen. „Es wäre an der Bundesregierung, da ein Gesetz auf den Weg zu bringen, wie es das in anderen Ländern gibt.“

Die „Toten Hosen“ zählen zu den Bands, die vor Kurzem einen offenen Brief gegen „Wucher und Betrug“ auf dem Ticketzweitmarkt unterzeichnet haben. Den offenen Brief hatte der Verband freier Musikschaffender Pro Musik veröffentlicht. Hintergrund ist, dass gewerbliche Wiederverkäufer Tickets in Massen aufkaufen, nicht selten mithilfe automatisierter Software (sogenannten Bots), wie es in dem offenen Brief heißt. Anschließend würden sie Tickets zu horrenden Preisen weiterverkaufen.

„Irgendwelche Leute nutzen das schamlos aus“

Das Geld fließe allerdings weder den Künstlerinnen und Künstlern noch der Veranstaltungswirtschaft zu, es fließe „nicht in die Produktion neuer Musik, in faire Löhne oder in die nächste Tour“, heißt es in dem Brief weiter. Es lande in den Taschen von Zwischenhändlern, „die zur Kultur nichts beitragen als Abzocke“.

Die Preise, die beim Wiederkauf verlangt würden, seien oft absurd, so Bassist Meurer. Das sei „nichts als Abzocke“. Darunter würden nicht nur Konzertbesucher leiden, sondern auch solche von anderen Veranstaltungen, bei denen es eine große Nachfrage gebe – etwa im Sport. „Und irgendwelche Leute nutzen das halt schamlos aus.“

Im Koalitionsvertrag bereits festgeschrieben

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hatte bereits nach Veröffentlichung des offenen Briefes zugesagt, dass sie sich des Problems annehmen werde. „Ein Blick in andere Länder zeigt: Auch auf nationaler Ebene kann man den Ticketzweitmarkt wirksam regulieren. Diese Möglichkeiten will ich nutzen“, sagte die SPD-Politikerin am Freitag der Bild-Zeitung.

CDU, CSU und SPD hatten bereits in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten, dass der Ticketzweitmarkt reguliert werden soll. Dort heißt es:

Wir wollen den Ticketzweitmarkt für Sport- und Kulturveranstaltungen stärker regulieren, um Verbraucher vor überhöhten Preisen, Intransparenz und betrügerischen Verkaufspraktiken zu schützen und Veranstalter besser in die Lage zu versetzen, sich gegen unlauteres Verhalten von Ticketspekulanten zur Wehr zu setzen.

Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD

„Jeder kann in seinem Umfeld Courage zeigen“

Campino, der Sänger der Band, sieht allerdings auch die Künstler in der Verantwortung – und zwar dann, „wenn die Nachfrage den Preis regeln soll“. Gerade bei Konzerten von bekannten Künstlern in kleinen Clubs, bei denen die Preise in die Höhe schießen, müsse es eine Deckelung geben. „Wir probieren seit Jahren, einen Kompromiss zu finden zwischen der Tatsache, dass es unser Beruf ist, aber nicht dazu beizutragen, dass die Spirale weiter hoch geht“, so Campino in den tagesthemen.

Die „Toten Hosen“, die es seit den 1980er-Jahren gibt, haben ein neues Album aufgenommen, das ihr letztes sein soll. Aus diesem Grund waren Sänger Campino und Bassist Meurer zu Gast in den tagesthemen. Die Band hat nicht nur die deutsche Musikszene über Jahrzehnte entscheidend geprägt, sondern sich auch immer wieder politisch engagiert. Sie will dies auch weiterhin tun – wenn auch nicht mehr als Band.

„Jeder kann in seinem Umfeld Courage zeigen, sich hinstellen, zu Demos gehen – das werden wir sicherlich auch weiterhin tun“, so Campino. „Wenn es brennt und die Stadt ruft uns, sind wir für viele Sachen da. Wir leben ja in einer Gemeinschaft und wir helfen da auch weiter mit.“

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Dr. Heinrich Krämer
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