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Startseite»Politik»US-Justizministerium kündigt Klage gegen Kubas Ex-Staatschef Raúl Castro an
Politik

US-Justizministerium kündigt Klage gegen Kubas Ex-Staatschef Raúl Castro an

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 20, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 20.05.2026 • 20:44 Uhr

Vor 30 Jahren wurden zwei US-Flugzeuge von der kubanischen Luftwaffe abgeschossen. Vier Menschen starben. Nun will das US-Justizministerium Kubas ehemaligen Präsidenten Raúl Castro wegen des Vorfalls verklagen.

Die US-Regierung hat eine Klage gegen Kubas ehemaligen Staatschef Raúl Castro angekündigt – und damit den Druck auf die kommunistische Regierung in Havanna erhöht. Dem 94-Jährigen wird nach Angaben von Justizminister Todd Blanche eine Verwicklung in den Abschuss von Flugzeugen durch Kubas Luftwaffe im Jahr 1996 vorgeworfen.

Kubanische Kampfjets attackierten damals zwei Flugzeuge der in Miami ansässigen Exil-Organisation Brothers to the Rescue. Dabei wurden alle vier Insassen getötet. Castro war zu dieser Zeit Verteidigungsminister.

Die kubanische Regierung hatte den Abschuss stets als legitime Reaktion auf das Eindringen in ihren Luftraum verteidigt. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation kam später aber zu dem Schluss, dass sich der Abschuss über internationalen Gewässern ereignete.

Anklage wegen Mordes

Laut Blanche werden Castro und weiteren Personen nun die Zerstörung eines oder mehrerer Flugzeuge sowie vier Morde zur Last gelegt. Den Angaben zufolge soll Castro eine Befehlskette beaufsichtigt haben, die dazu führte, dass es zu dem Abschuss der Flugzeuge kam. Die Klage wurde bei einem Gericht in Florida eingereicht.

Castro war Anfang des Monats zuletzt öffentlich aufgetreten. Es gibt keine Hinweise darauf, dass er das Land verlassen hat oder von der Regierung ausgeliefert werden könnte. Eine Stellungnahme der kubanischen Regierung zu der Anklage liegt bislang nicht vor.

Trump nennt Kuba „Schurkenstaat“

US-Präsident Donald Trump strebt einen Regimewechsel in Kuba an. Er bezeichnete den karibischen Inselstaat zuletzt als „Schurkenstaat, der feindliches ausländisches Militär beherbergt“. Die Maßnahmen seiner Regierung zielten darauf ab, den US-Einfluss auf dem amerikanischen Kontinent auszuweiten, erklärte er.

US-Außenminister Marco Rubio stellte Kuba unterdessen Hilfen in Höhe von 100 Millionen Dollar in Aussicht und machte die Führung in Havanna für den Mangel an Strom, Lebensmitteln und Treibstoff verantwortlich. Kubas Außenminister Bruno Rodriguez nannte Rubio daraufhin ein „Sprachrohr korrupter und rachsüchtiger Interessen“. Er schloss die Annahme der Hilfen nicht aus, bezeichnete das Angebot angesichts einer bestehenden US-Wirtschaftsblockade allerdings als „Zynismus“.

Rechtfertigung für Militäreinsatz?

Das Vorgehen gegen Castro erinnert an die Anklage gegen den früheren venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro wegen Drogenhandels. Die US-Regierung hatte dies als Rechtfertigung für einen Militäreinsatz in Caracas im Januar herangezogen, bei dem Maduro gefangen genommen und nach New York gebracht wurde.

Trump hatte im März gedroht, dass Kuba nach Venezuela „als Nächstes an der Reihe“ sei. Der kubanische Präsident Miguel Diaz-Canel warnte am Montag, dass ein US-Militäreinsatz gegen sein Land zu einem „Blutbad“ führen würde.

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