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Politik

Geplante Börsengänge von Tech-Giganten versprechen der Wall Street Milliarden

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 21, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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marktbericht

Stand: 21.05.2026 • 14:41 Uhr

Es geht mal wieder um viel Geld an der Wall Street. Denn mit den geplanten Börsengängen aus dem US-Tech-Sektor, allen voran Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX, werden neue Dimensionen erreicht.

Sie heißen Elon Musk oder Sam Altman, die Unternehmen heißen SpaceX, OpenAI, oder Anthropic – die US-Tech-Giganten könnten mit ihren Börsengängen den Goldrausch an der Wall Street in neue Spähren bringen. Es geht um das Megathema Künstliche Intelligenz (KI), das immer weitere Kreise zieht. Vergleichbar mit dem Tech-Boom um die Jahrtausendwende, als das Zauberwort „Internet“ hieß und ebenfalls die Fantasie der Investoren in einem bis dahin nie gekannten Maß antrieb – Fantasie, die besonders dann aufkommt, wenn ein Börsengang (IPO) ansteht.

Was an der Börse schon heute alles möglich ist, zeigen die bereits notierten KI-Profiteure. Allen voran die Chiphersteller, denn nur besonders leistungsfähige Halbleiter können die vielen Rechenoperationen einer KI bewältigen. Platzhirsch ist dabei Nvidia, die erst am Vorabend ein erneutes Zahlenfeuerwerk vorgelegt hatten – von Schwäche weiterhin keine Spur, trotz der rekordhohen Bewertung der Aktie.

Allerdings werden die Anleger auch vorsichtiger angesichts der astronomischen Investitionssummen, die für die Kunden von Nvidia und anderer Chip-Hersteller im Raum stehen. Dabei geht es nicht selten um dreistellige Milliardenbeträge, etwa für neue Rechenzentren für die stromhungrige Technologie.

Bis zu 160 Milliarden Dollar in der Pipeline

All das ficht die US-Börse Wall Street, an der die Party stattfindet, aber nicht an. Denn immer mehr Börsenaspiranten wollen vom KI-Boom profitieren. Den Experten der Bank Goldman Sachs zufolge könnten diese bei Investoren in diesem Jahr insgesamt 160 Milliarden Dollar einsammeln – so viel wie noch nie.

Knapp die Hälfte dieser Summe wird wohl an SpaceX gehen, die Raumfahrtfirma des Milliardärs Elon Musk. Mit OpenAI und Anthropic stehen aber auch zwei wichtige KI-Entwickler vor dem Sprung auf das Börsenparkett, die Schätzungen zufolge auf ein Emissionsvolumen von zusammengerechnet etwa 50 Milliarden Dollar kommen werden.

SpaceX – Größter Börsengang aller Zeiten?

Der Börsengang von Space X könnte der größte Börsengang aller Zeiten werden und sogar den bisherigen Spitzenreiter Aramco überflügeln, den saudi-Arabischen Ölmulti. Aramco wurde 2019 mit rund 1,7 Billionen Dollar bewertet, was leicht unter den aktuellen Space-X-Schätzungen von Experten liegt. Eingesammelt wurden damals „nur“ knapp 30 Milliarden Dollar – die KI-Welle, die da auf die Börse zurollt, ist also deutlich höher. Zum Vergleich: Alle 40 DAX-Werte zusammen sind Stand Ende April 2026 rund 1,8 Billionen Dollar wert.

Was alles noch kommt

Mit Anthropic und dem ChatGPT-Entwickler OpenAI planen offenbar zwei weitere Giganten den Börsengang noch im laufenden Jahr. „Claude“-Entwickler Anthropic hat einem Medienbericht zufolge eine Anwaltskanzlei mit den Vorbereitungen für einen Börsengang beauftragt. Das Unternehmen betont, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Zu Jahresbeginn 2026 geriet der Software-Entwickler mehrfach in die Schlagzeilen: Das Start-up veröffentlichte Zusatzmodule seiner KI „Claude“ für den Einsatz bei Geschäftskunden. Dies schürte Spekulationen, dass Spezialprogramme von Anbietern wie SAP oder Salesforce überflüssig werden könnten.

Das überarbeitete KI-Modell „Claude Mythos“ sorgt mit verbesserten Fähigkeiten zum Aufspüren und Ausnutzen von Schwachstellen in Betriebssystemen und anderen Programmen ebenfalls für internationales Aufsehen. Experten befürchten eine neue Welle von Cyberangriffen. Vom Erfolg der Börsengänge der Großen dürfte auch abhängen, ob weitere Kandidaten den Sprung aufs Börsenparkett wagen.

Lange Vorgeschichten

Börsengänge haben meist eine umfangreiche Vorgeschichte. Denn die Geschäftsmodelle fallen nicht vom Himmel – sie sind in der Regel aus Start-ups entstanden, oft sind dann externe Geldgeber eingestiegen. Ist das Unternehmen dann groß und erfolgreich genug, erfolgt meist der Börsengang – bei dem Kapitalgeber dann Kasse machen. Spätestens dann ist das Unternehmen aber öffentlich. Was bedeutet, dass Investoren, Analysten und andere Marktbeobachter genau hinschauen – was vorher so nicht möglich war.

Je höher die Bewertung, desto höher kann dabei dann auch die Fallhöhe sein. Auch der Internet-Boom der Jahrtausendwende hat nicht nur Gewinner hervorgebracht. Ein genauer Blick zeigt nämlich, dass SpaceX noch einen Milliardenverlust in seinen Büchern stehen hat. Die Bewertung lebt also allein von der Aussicht auf hohe zukünftige Gewinne.

DAX nahe 25.000 Punkten

Gute internationale Vorgaben stützen am frühen Nachmittag den DAX. Der Leitindex legt leicht 0,2 Prozent zu und bleibt damit in Schlagweite der runden Marke von 25.000 Punkten. Im bisherigen Tageshoch wurden 24.894 Zähler erreicht.

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Dr. Heinrich Krämer
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