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Marktbericht: KI-Fantasien beflügeln Börsen | tagesschau.de

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 22, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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marktbericht

Stand: 22.05.2026 • 07:26 Uhr

Die asiatischen Aktienmärkte steigen am Morgen. Für Rückenwind sorgen vor allem Technologiewerte und die Begeisterung rund um das Thema Künstliche Intelligenz. Das dürfte auch dem DAX helfen.

Bei guten Vorgaben aus Asien zeichnet sich am deutschen Aktienmarkt ein freundlicher Start in den letzten Handelstag der Woche ab. Der Broker IG taxiert den DAX rund 1,0 Prozent höher auf etwa 24.880 Punkte. Im Hoch lag die Indikation sogar über 24.900 Punkten.

Damit rückt die runde Marke von 25.000 Punkten und der knapp darüber verlaufende Korrekturtrend seit dem Rekord Mitte Januar wieder in greifbare Nähe. An der Börse wird wieder einmal auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran gesetzt – und Frieden im Nahen Osten.

In Asien legten die Aktien weiter zu – eine Rally bei KI-Aktien trieb den Markt an. Größte Stütze des Nikkei-Index war die Softbank Group. Die Aktie des auf KI-Investitionen fokussierten Konzerns sprang um elf Prozent nach oben und trug damit allein 549 Punkte zum Gesamtplus des Nikkei von 1.432 Punkten bei.

Auch die Schwergewichte unter den Chip-Ausrüstern legten zu: Tokyo Electron gewann 2,2 Prozent, Advantest stieg um 0,8 Prozent.

Die KI-Fantasie bestimmt inzwischen auch den Zertifikatehandel. Händler berichten von einer starken Nachfrage nach Tech- und KI-Werten. „Es wird auf alles gesetzt, was mit KI zu tun hat“, sagt Markus Königer von der ICF Bank. Auch Simon Görich von der Baader Bank beobachtet ein besonders großes Anlegerinteresse an Technologie- und KI-Aktien.

Der Ölmarkt gerät dagegen stärker in den Hintergrund, auch wenn die geopolitische Lage angespannt bleibt. Laut Julius Weiß von der HSBC habe das Interesse an den Entwicklungen der Ölpreise zuletzt etwas abgenommen: „Öl ist immer noch im Fokus, aber weniger als noch im März oder April.“ Nachdem die Preise zuletzt deutlich nachgegeben hatten, ziehen sie am Morgen wieder an.

Für Verunsicherung sorgen widersprüchliche Signale zu möglichen Verhandlungen über ein Ende des Nahost-Krieges. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 1,6 Prozent auf rund 104 Dollar je Barrel. Trotz aller Hoffnungen auf Entspannung liegen die Preise weiter deutlich über dem Niveau vor Beginn des Konflikts.

Trotz des schwierigen Umfelds ist die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal überraschend deutlich gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu.

Gestützt wurde das Wachstum vor allem durch höhere private und staatliche Konsumausgaben. Viele Verbraucher profitieren von gestiegenen Löhnen, zugleich sorgen staatliche Ausgaben etwa für Verteidigung und Rüstung für zusätzliche Impulse. Auch die Exporte entwickelten sich positiv.

Die Folgen des seit Ende Februar andauernden Iran-Krieges spiegeln sich in den Wirtschaftsdaten des ersten Quartals bislang allerdings nur begrenzt wider. Ökonomen erwarten, dass Deutschland noch länger unter den Folgen der ungelösten Krise im Nahen Osten leiden dürfte.

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