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Startseite»Politik»Die „Ente“ kommt zurück als E-Modell – wie sind die Chancen?
Politik

Die „Ente“ kommt zurück als E-Modell – wie sind die Chancen?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 22, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 22.05.2026 • 17:15 Uhr

Kultautos neu aufgelegt – als Elektro-Variante: Schon einige Autobauer sind diesen Weg gegangen. Nun kommt die legendäre „Ente“ von Citroën zurück. Wie sind die Chancen auf Erfolg?

Julia Borutta

Das knuffige Modell, das die Franzosen „deux-chevaux“ – also „zwei Pferde“ – nennen, hat in Frankreich ähnlichen Kultstatus wie der VW-„Käfer“ in Deutschland. Das Citroën-Modell 2CV lief 1948 erstmals vom Band, wird aber seit 1990 nicht mehr produziert.

Dass es nun ein elektrifiziertes Revival erleben soll, ist für echte „Enten“-Fans schwierig, denn sie erkennen ihre Original-2CV an dem knatternden lauten Sound. Auch der Moment, wenn der Benzingeruch die Fahrerkabine durchströmt, sobald man den Schlüssel im Zündschluss umgedreht hat, löst bei den ganz Nostalgischen Verzückungen aus; ganz zu schweigen von dem Kribbeln im Bauch, wenn sich die „Deudeuche“, wie sie auch liebevoll genannt wird, mit ihrer berühmten Federung in der Kurve schwungvoll zur Seite neigt.

Geriffelte Motorhaube, hervorstehende Scheinwerfer

Das alles wird es zum Bedauern der Oldtimer-Fans mit dem nun geplanten elektrischen Modell so nicht mehr geben. Doch viele Französinnen und Franzosen freuen sich auch über den Coup von Stellantis und sehen darin eine Hommage an ein Fahrzeug, das ursprünglich dafür geschaffen worden war, die Menschen für kleines Geld mobil zu machen.

Die neue elektrisch angetriebene 2CV, die auf der Pariser Automobilmesse im Oktober präsentiert werden soll, wird auf den Wiedererkennungseffekt setzen. „Zurück in die Zukunft“ nannte das Citroën-Chef Xavier Chardon bei der Vorstellung im US-amerikanischen Auburn Hills. Optisch bedeutet das: gewölbte, geriffelte Motorhaube, Heck mit Fenster und Kofferraum in einer Linie, leicht hervorstehende Scheinwerfer.

„Augenzwinkern in die Vergangenheit“

Pierre Olivier Marie, Auto-Experte beim Fachblatt Caradisiac, findet den Ansatz vielversprechend. Das Retrodesign gebe den oft als seelenlos empfundenen Elektroautos das gewisse Etwas: „Das kleine Augenzwinkern in die Vergangenheit könnte den Verkauf ankurbeln.“

Die neue 2CV soll ab 2028 in Italien produziert werden. Stellantis strebt in Europa – einschließlich Großbritannien, der Schweiz und Norwegen – ein Umsatzwachstum von 15 Prozent und eine operative Marge von drei bis fünf Prozent an. Die Einführung kleiner, preisgünstiger Elektroautos soll dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen.

Preis soll bei 15.000 Euro liegen

Stellantis geht damit denselben Schritt, wie es schon Renault erfolgreich mit dem neu aufgelegten, elektrisch betriebenen R5 getan hat. 100.000 dieser kleinen E-Retro-Autos hat Renault bei einem Neupreis von 28.000 Euro bereits verkauft. Der Preis für die Elektro-Ente soll mit 15.000 Euro deutlich darunter liegen.

Ob die neue „Ente“ auch in die niedrigste Steuerklasse eingruppiert wird, ist noch nicht bekannt. Doch das wäre ein Verkaufsargument wie seinerzeit bei der Original-2CV. Denn die wird in Frankreich nur deshalb „zwei Pferde“ genannt, weil sie seinerzeit in der niedrigsten PS-Kategorie – also „Pferde-Stärken-Steuerklasse zwei“ – eingruppiert war.

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