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Startseite»Politik»Brüssel verhängt 200-Millionen-Strafe gegen Temu wegen illegaler Produkte
Politik

Brüssel verhängt 200-Millionen-Strafe gegen Temu wegen illegaler Produkte

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 28, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 28.05.2026 • 12:01 Uhr

Die EU-Kommission verhängt eine Strafe von 200 Millionen Euro gegen die chinesische Online-Plattform Temu. Sie gehe nicht ausreichend gegen illegale Produkte auf der Plattform vor.

Kathrin Schmid

Laut EU-Kommission bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher in der Europäischen Union auf Temu viel zu häufig illegale Produkte angeboten. Im Wesentlichen geht es um gefälschte, gefährliche, giftige oder auf andere Weise umweltschädliche Produkte. Die Verantwortlichen in Brüssel beziehen sich dabei auf eigene Ermittlungen, auf Untersuchungen von Verbraucherschutz-Organisationen und Testkäufe.

Die ergeben zum Beispiel, dass ein sehr hoher Anteil von Klein-Elektronik und Ladegeräten grundlegende Sicherheitstests nicht bestanden hat. Oder aber, dass ein hoher Anteil der auf Temu angebotenen Babyspielzeuge hohe Sicherheitsrisiken aufweist – also etwa in einem Maß Chemikalie enthält, dass sämtliche gesetzlichen Grenzwerte in der EU überschritten werden, oder abnehmbare Teile zum Ersticken der Kinder führen könnten.

Bereits mehrfache Aufforderungen aus Brüssel

Die EU-Kommission hatte Temu – bevor nun die 200-Millionen-Euro-Strafe verhängt wurde – bereits mehrfach aufgefordert, gemäß den Europäischen Digitalgesetzen die nötigen Risikobewertungen durchzuführen – das heißt, mögliche Schäden für die Verbraucher durch die Produkte auf der eigenen Plattform zu analysieren und zu minimieren und ganz konkret die entsprechenden Händler von der Plattform zu verbannen.

Kritik äußert die EU-Kommission zudem am Geschäftsmodell von Temu: Die Teils intransparenten Empfehlungssysteme und die Werbung mit Influencern könnten dazu führen, dass die Verbreitung der illegalen Produkte noch zusätzlich verstärkt wird.

Temu hat bis Ende August Zeit für eine Reaktion

Die chinesische Online-Plattform muss nun bis Ende August einen Plan vorlegen, wie die Mängel behoben werden sollen, um mit den europäischen Digitalgesetzen konform zu gehen. Andernfalls drohen weitere Strafzahlungen.

Die Entscheidung ist ein weiteres Signal, dass die EU die großen Online-Plattformen stärker in die Verantwortung nehmen will. Auch gegen Temus Konkurrenten Shein, ebenfalls aus China, laufen Verfahren nach dem „Digital Services Act“. Hier geht es vor allem um ein süchtig machendes Design der Plattform. Dies führe häufig dazu, dass Nutzer in der EU keine aufgeklärte Kaufentscheidung treffen könnten.

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