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Startseite»Politik»Israel rückt laut Netanjahu weiter ins Landesinnere des Libanon vor
Politik

Israel rückt laut Netanjahu weiter ins Landesinnere des Libanon vor

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 30, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 30.05.2026 • 10:50 Uhr

Israel führt mit dem Libanon in Washington Gespräche, während die Kämpfe mit der Hisbollah-Miliz weitergehen. Die israelische Armee dringt dabei laut Premier Netanjahu immer weiter ins Landesinnere des Libanon vor.

Bei neuen israelischen Angriffen im Südlibanon sind nach Angaben der Regierung mindestens elf Menschen getötet worden. Weitere acht Menschen seien bei den Angriffen in der Region von Tyros verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut mit.

Unterdessen erklärte die Terrormiliz Hisbollah, sie habe erneut militärische Ziele im Norden Israels angegriffen. Unter anderem sei eine Gruppe von israelischen Soldaten mit Drohnen attackiert worden. Auch eine Armeebaracke wurde demnach im Norden Israels angegriffen.

Netanjahu besucht Soldaten an der Front

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hatte am Freitag Soldaten im Norden Israels besucht. Dabei erklärte er, dass die israelische Armee den Fluss Litani überquert habe, der etwa dreißig Kilometer nördlich der Grenze verläuft. Die israelische Luftwaffe sei außerdem in der Hauptstadt Beirut, der östlichen Bekaa-Ebene und „entlang der gesamten Front“ im Einsatz.

Israel hatte seinen Militäreinsatz gegen die Hisbollah am Mittwoch ausgeweitet und ein großes Gebiet im Süden des Libanon zur „Kampfzone“ erklärt. „Wir treffen die Hisbollah mit voller Wucht“, sagte Netanjahu nun. Die Armee rief die Bewohner im Süden auf, sich nördlich des Sahrani-Flusses – etwa 40 Kilometer nördlich der Grenze – in Sicherheit zu bringen.

Aoun drängt auf Durchsetzung der Waffenruhe

Unterdessen führten Militärdelegationen Israels und des Libanon in Washington „produktive“Gespräche, wie Elbridge Colby, ein ranghoher Vertreter des US-Verteidigungsministeriums, mitteilte. Diese sollten in der kommenden Woche auf politischer Ebene fortgesetzt werden, hieß es.

Das Büro des libanesischen Präsidenten Joseph Aoun berichtete derweil von einem Telefonat mit US-Außenminister Marco Rubio. Der Präsident habe darauf verwiesen, dass man sich um die Umsetzung der Waffenruhe bemühen sollte, da dies „der essenzielle Ausgangspunkt für einen Übergang zu anderen Themen“ sei, hieß es. Rubio soll ihm dafür seine Unterstützung zugesagt haben.

Israel und die libanesische Regierung führen derzeit unter Vermittlung der USA Gespräche und hatten Mitte April eine Waffenruhe vereinbart. Die pro-iranische Terrororganisation, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, ist allerdings nicht an der Vereinbarung beteiligt und lehnt Gespräche mit Israel kategorisch ab.

Mehr als 3.300 Opfer seit Kriegsbeginn

Israel will bei den Verhandlungen mit dem Libanon vor allem eine dauerhafte Entwaffnung der Hisbollah durchsetzen. Die libanesische Regierung drängt auf eine dauerhafte Waffenruhe. Sie hat sich zur Entwaffnung der Miliz verpflichtet und beauftragte die reguläre Armee damit. Durchgesetzt werden konnte diese aber bisher nicht.

Durch die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah sollen seit Anfang März nach libanesischen Angaben mehr als 3.300 Menschen getötet worden sein. Die erneute Auseinandersetzung begann, als die Hisbollah als Reaktion auf den Krieg Israels und der USA gegen Iran den Norden Israels mit Raketen beschoss.

Mit Informationen von Magdalena Knöller, ARD-Studio Kairo

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