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Startseite»Politik»Übernahme rückt näher: Commerzbank-Aktie überdurchschnittlich stark
Politik

Übernahme rückt näher: Commerzbank-Aktie überdurchschnittlich stark

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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marktbericht

Stand: 04.06.2026 • 13:12 Uhr

Commerzbank-Aktien steigen im Feiertagshandel überdurchschnittlich, obwohl die feindliche Übernahme durch die italienische UniCredit näher zu rücken scheint. Doch das Übernahme-Angebot wirft Fragen auf.

Mit einem Kursplus von zeitweise gut zwei Prozent gehören Papiere der Commerzbank im Feiertagshandel zu den stärksten Titeln im DAX. Händler auf dem Frankfurter Parkett sagen, offensichtlich würden viele Commerzbank-Aktionäre darauf setzen, dass die UniCredit ihr Übernahme-Angebot nachbessert, um nun doch schneller als zunächst geplant die Übernahme der Commerzbank zu vollziehen.

Der Kurs legte am Morgen bis auf 37,23 Euro zu. Seit im September 2024 die Übernahme-Pläne der UniCredit bekannt geworden waren, haben die Aktien damit ihren Wert mehr als verdoppelt.

Italiener kommen Übernahme näher

Die Übernahme gilt inzwischen als nahezu sicher. Doch die Commerzbank gibt sich nicht geschlagen. Sie hat im Übernahmekampf gegen die italienische UniCredit die Finanzaufsicht eingeschaltet: Hintergrund ist, dass die UniCredit den Aktionären der Commerzbank ein recht unattraktives Übernahme-Angebot gemacht hat: Es liegt deutlich unter dem aktuellen Kurs. Das heißt, es gibt keinen Grund, dieses Angebot anzunehmen. Dennoch haben die Italiener relativ viele Commerzbank-Aktien angedient bekommen: ‌Der Anteil liegt den Angaben zufolge bei 7,58 Prozent.

Die Commerzbank stellt sich nun die Frage, von wem diese Aktien stammen. Sie mutmaßt, dass es verbündete Investmentbanken der UniCredit sind. Sie könnten über bestimmte Finanzprodukte, so genannte Derivate, künftig von der Übernahme profitieren. Sie hat deshalb die Finanzaufsicht eingeschaltet.

Tauschvereinbarungen mit Partnern

Aus einer Pflichtveröffentlichung der UniCredit geht hervor, dass sie mit den Banken Nomura, Citigroup und BNP Paribas Tauschvereinbarungen getroffen hat. Damit hat die italienische Bank das Recht, Commerzbank-Aktien dieser Häuser bis Mai 2027 zu erhalten oder ihren Gegenwert in bar.

Aus Sicht der Commerzbank werfe es Fragen auf, dass Nomura als ein Geschäftspartner der UniCredit Aktien angedient habe. Das konterkariere die Darstellung der UniCredit, dass Investoren das freiwillige Angebot angenommen hätten, weil sie dessen „inhärenten Wert“ schätzen würden.

Nach Angaben der UniCredit hat sie inzwischen 26,8 Prozent der Commerzbank-Aktien und Finanzinstrumente im Umfang von 16,4 Prozent. Dazu kämen die erwähnten 7,6 Prozent aus dem freiwilligen Angebot.

Günstig freiwillig statt teure Pflicht

Mit dem freiwilligen Angebot der UniCredit, dass Commerzbank-Aktionäre ihre Aktien gegen UniCredit-Papiere tauschen können, umging die Mailänder Bank ein Pflichtangebot, das deutlich teurer für sie geworden wäre. Wenn jetzt viele institutionelle Investoren mit großen Aktienpaketen die Offerte unterstützen, kommt die UniCredit diesem Ziel näher.

Die Commerzbank stemmt sich seit September 2024 gegen die Übernahme durch die italienische Großbank. Sie möchte eigenständig bleiben.

DAX erholt sich wieder – KI-Rally stoppt

Der DAX hat seine schwache Vortagsentwicklung abgeschüttelt. Er pendelt um die Marke von 25.000 Punkten. Die KI-Rally stockt allerdings, Halbleiterwerte gehören zu den Verlierern des Tages.

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Dr. Heinrich Krämer
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