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Startseite»Politik»Warnstreiks im Handel – „Wir sind nicht die Billigheimer der Nation“
Politik

Warnstreiks im Handel – „Wir sind nicht die Billigheimer der Nation“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 5, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 05.06.2026 • 15:33 Uhr

Die Tarifverhandlungen für die rund fünf Millionen Beschäftigten im Handel treten auf der Stelle. Die Gewerkschaft ver.di hat auch für heute zu Warnstreiks aufgerufen. Zu Kundgebungen werden mehr als 10.000 Teilnehmer erwartet.

In den laufenden Tarifverhandlungen im Handel haben Beschäftigte heute den zweiten Tag in Folge zeitweise die Arbeit niedergelegt. Zu Kundgebungen in mehreren Städten erwartet die Gewerkschaft ver.di mehr als 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, teilte Gewerkschaftssekretärin Johanna Kaufmann mit.

Demnach sind die größten Kundgebungen in Erfurt, Bochum und Saarbrücken geplant. Aktionen wurden auch in Berlin und Ingolstadt angekündigt.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) erwartet keine spürbaren Auswirkungen für Kundinnen und Kunden durch die Streikaktionen. Die Firmen seien gut vorbereitet, die internen Abläufe eingespielt, hieß es.

Erste Verhandlungsrunde gescheitert

Ver.di verhandelt derzeit in verschiedenen Bundesländern über Gehaltserhöhungen für die Tarifbeschäftigten im Einzelhandel und im Groß- und Außenhandel. Die erste Verhandlungsrunde hatte die Gewerkschaft Anfang der Woche für gescheitert erklärt.

Ver.di fordert eine Entgelterhöhung von sieben Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten – teils weichen die Forderungen in den Tarifgebieten leicht voneinander ab.

Die Arbeitgeber legten nahezu identische Angebote vor, die ver.di als „schlicht unverschämt“ zurückwies. So bieten die Einzelhändler in Hamburg in zwei Stufen über zwei Jahre insgesamt 3,5 Prozent mehr Entgelt an, im Groß- und Außenhandel in Nordrhein-Westfalen 3,4 Prozent.

„Es geht um Wertschätzung“

Bei einer Demonstration in Kiel hatte ver.di-Vorstandsmitglied Silke Zimmer das Angebot der Arbeitgeber scharf kritisiert. „Wir sind nicht die Billigheimer der Nation“, so Zimmer. In einer Tarifrunde im Handel gehe es nicht allein um Prozente, sondern auch um Wertschätzung.

Knapp zwei Drittel aller Beschäftigten im Einzelhandel hätten nur einen Teilzeitjob, erklärte die ver.di-Vorständin. Die Beschäftigten wollten keinen weiteren Reallohnverlust, „weil wir nämlich schlicht nicht mehr wissen, wie wir unser tagtägliches Leben finanzieren sollen.“

Der Handelsverband HDE hatte im Vorfeld bereits angekündigt, wegen schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen gebe es „dieses Mal kaum Spielraum“ für Lohnerhöhungen.

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