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Startseite»Politik»Europäer begrüßen Selenskyjs Brief an Putin im Ukraine-Krieg
Politik

Europäer begrüßen Selenskyjs Brief an Putin im Ukraine-Krieg

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 5, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 05.06.2026 • 18:11 Uhr

Im Bemühen um ein Kriegsende hat der ukrainische Präsident Selenskyj Kremlchef Putin ein direktes Treffen vorgeschlagen. In Europa wird die Initiative positiv aufgenommen. Putin hat jedoch kein Interesse.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Vorschlag des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj für ein Treffen abgelehnt. In einer Rede bei einem internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg sagte Putin, er sehe „keinen Sinn“ in einem Treffen.

Zudem kritisierte Putin den offenen Brief Selenskyjs, in dem dieser das Gespräch vorschlug. „Ist das ein Weg, um Konditionen für persönliche Treffen und Gespräche zu schaffen, oder ein Umfeld zu schaffen, das jegliche persönliche Treffen unmöglich macht?“, fragte Putin. „Ich glaube, es ist Letzteres.“

Angesichts stockender Friedensbemühungen hatte Selenskyj in einem offenen Brief an Putin ein persönliches Treffen vorgeschlagen. Als möglichen Veranstaltungsort nannte er die Schweiz, die Türkei oder einen arabischen Staat. An den Gesprächen sollten demnach auch Vertreter Europas und der USA als mögliche Garanten beteiligt werden.

Spitzentreffen in London

Im Gegensatz zu Putin nahm die deutsche Bundesregierung Selenskyjs Angebot zu direkten Gesprächen positiv auf. „Ich begrüße sehr, dass Präsident Selenskyj erneut ein Angebot gemacht hat zu sprechen. Ich will es betonen: erneut“, sagte Kanzler Friedrich Merz am Rande des EU-Westbalkangipfels in Montenegro. „Das ist nicht das erste Mal, dass er anbietet, mit dem russischen Präsidenten direkte Gespräche zu führen“, sagte Merz.

Am Sonntag wird es auch ein weiteres Spitzentreffen der Europäer mit dem ukrainischen Präsidenten geben. Demnach reist der französische Präsident Emmanuel Macron am Sonntag zu Gesprächen mit Großbritanniens Premier Keir Starmer, Bundeskanzler Merz und Selenskyj nach London. Dem Elysée-Palast zufolge dienst das Treffen der engen Abstimmung über die weitere Unterstützung der Ukraine und den Druck auf Russland.

Macron betont Unterstützung durch Europäer

Zu Selenskyjs Brief an Putin sagte Macron am Rande des EU-Westbalkangipfels: „Ich glaube, dass es heute die Ukraine und Russland sind, die sowohl einen Waffenstillstand als auch einen Friedensplan ausarbeiten können.“ Die Europäer könnten dabei helfen, da sie mit großem Abstand die wichtigsten Unterstützer der Ukraine seien.

Auch die EU äußerte sich positiv über Selenskyjs Initiative. „Wir begrüßen Präsident Selenskyjs Aufruf zu direkten Verhandlungen sowie die Forderung nach einem Waffenstillstand – und unsererseits werden wir noch einmal die Fakten darlegen, nämlich dass die Ukraine Frieden will und Europa Frieden will“, sagte EU-Sprecherin Anitta Hipper in Brüssel.

US-Präsident Donald Trump sagte vor Journalisten im Weißen Haus, dass er es gut fände, wenn es zu einem Treffen zwischen Putin und Selenskyj käme.

„Die Ukraine ist nicht der Aggressor“

Zuletzt waren Vermittlungsversuche der USA um ein schnelles Kriegsende durch den eigenen Krieg gegen Iran in den Hintergrund getreten. „Selenskyj hat vor wenigen Tagen gesagt, dass die Ukraine keine Zeit habe abzuwarten, bis die Vereinigten Staaten wieder Zeit haben, sich dem Frieden in der Ukraine zu widmen, und dass man eben selbst tätig werden muss“, sagte ARD-Korrespondentin Susanne Petersohn in Kiew auf tagesschau24. Trotzdem sei der Adressat des Briefs auch Trump gewesen.

„Der Adressat ist gar nicht Putin, sondern jeder andere außer Putin, weil man eben nochmal zeigen will: Die Ukraine ist nicht der Aggressor, die Ukraine wurde überfallen, Russland ist der Aggressor“, so Petersohn. Dabei mache Selenskyj gleichzeitig deutlich, dass er bei Verhandlungen sogar zu Zugeständnissen bereit sei.

Austausch von Kriegsgefangenen

Unterdessen meldeten Russland und die Ukraine einen weiteren Austausch von Kriegsgefangenen. Moskau habe 185 eigene Soldaten zurückgeholt und im Gegenzug gefangene Ukrainer übergeben, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Selenskyj bestätigte die Rückkehr von 185 ukrainischen Soldaten. Daneben sei auch ein Zivilist freigekommen, sagte er.

Russland und die Ukraine hatten in den vergangenen Monaten bereits mehrmals Kriegsgefangene miteinander ausgetauscht.

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