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Startseite»Politik»Marktbericht: DAX dürfte weit zurückfallen
Politik

Marktbericht: DAX dürfte weit zurückfallen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 8, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 08.06.2026 • 07:40 Uhr

Die militärische Eskalation im Nahen Osten dürfte den DAX zum Wochenstart spürbar belasten. Der deutsche Leitindex entfernt sich immer weiter von der Marke von 25.000 Punkten.

Der DAX dürfte mit einem Minus von rund einem Prozent auf 24.500 Punkten in den Handel starten. Am Sonntagabend hatte Iran zum ersten Mal seit zwei Monaten wieder Raketen auf Israel abgefeuert. Die Angriffe erfolgten als Reaktion auf israelische Angriffe im Libanon. Die Anleger befürchten jetzt, dass ein mögliches Abkommen zwischen dem Iran und den USA scheitern könnte.

Neben den geopolitischen Sorgen steht in dieser Woche die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) im Fokus. Am kommenden Donnerstag werden die Notenbanker ihre Leitzinsentscheidung verkünden. Aktuell rechnen die meisten Experten mit einer Anhebung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte. Hintergrund ist der jüngste Anstieg der Inflation.

Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs sind die Verbraucherpreise vor allem wegen des hohen Ölpreises gestiegen: Lag die Teuerungsrate im Februar noch bei 1,9 Prozent, waren es im Mai schon 3,2 Prozent.

„Wenn die Europäische Zentralbank kommunikativ unterstreicht, dass sich die Rohölspur weiter durch die Inflationsprognosen zieht, bliebt die Tür für eine geldpolitisch straffere Zinslandschaft offen“, schreibt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank.

Derzeit ist kaum mit einer ernsthaften Entspannung am Ölmarkt zu rechnen: Die militärische Eskalation im Nahen Osten trieb die Ölpreise massiv in die Höhe, da Investoren eine Unterbrechung der globalen Energieversorgung fürchten. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 3,2 Prozent auf 96,11 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 3,1 Prozent fester bei 93,38 Dollar.

Daran änderte auch die Entscheidung der Opec+ vom Sonntag nichts, die Förderziele erneut anzuheben. Die sieben Kernmitglieder verständigten sich darauf, ihre Quoten ab Juli um rund 188.000 Fass pro Tag zu erhöhen.

Es ist bereits die vierte Anhebung innerhalb von vier Monaten. Insgesamt haben sie somit seit April die Förderziele um fast 600.000 Barrel pro Tag erhöht. Allerdings können einige Mitglieder wegen des Iran-Krieges nicht mehr fördern, da sie das Öl aufgrund der Blockade der Straße von Hormus nicht verschiffen können.

Die neuen Entwicklungen drücken die Finanzmärkte weltweit. In Asien startete der südkoreanische Leitindex Kospi mit einem Minus von acht Prozent. Zeitweise musste der Handel sogar unterbrochen werden. Aktuell liegt das Minus bei rund vier Prozent. Auch in Japan reagieren die Investoren bestürzt. Der Leitindex Nikkei fällt ebenfalls um rund vier Prozent.

Auch in China gaben die Kurse deutlich nach: Der Shanghai-Composite sank um 2,2 Prozent, während der CSI300 2,4 Prozent einbüßte. In Hongkong fiel der Hang-Seng-Index um 1,5 Prozent.

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