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Startseite»Politik»EZB erhöht erstmals seit 2023 die Leitzinsen
Politik

EZB erhöht erstmals seit 2023 die Leitzinsen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 11, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 11.06.2026 • 14:58 Uhr

Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs treibt die Verbraucherpreise nach oben. Nun hat die Europäische Zentralbank reagiert und erstmals seit September 2023 die Leitzinsen im Euroraum angehoben – auf nun 2,25 Prozent.

Mit der ersten Zinserhöhung seit fast drei Jahren stemmt sich die Europäische Zentralbank (EZB) gegen den Inflationsschub infolge des Iran-Kriegs. Die Euro-Währungshüter heben den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent an. Das entschied der EZB-Rat in Frankfurt am Main.

Die Zinsentscheidung war im Vorfeld von Analysten erwartet worden. Im Mai hatte die Inflationsrate laut einer ersten Schätzung des EU-Statistikamts Eurostat 3,2 Prozent erreicht – deutlich mehr als das Zwei-Prozent-Ziel der EZB. Gleichzeitig geht die Notenbank mit Blick auf die Wirtschaft in der Eurozone nun von einer geringeren Wachstumsrate als zuvor aus: Erwartet werden nun durchschnittlich 0,8 Prozent für 2026; im März hatte sie mit 0,9 Prozent gerechnet.

Kritik aus der Wirtschaft

Höhere Zinsen verteuern Kredite für Verbraucher und Firmen, was die Nachfrage bremsen und so die Inflation dämpfen kann. Sparer profitieren, wenn Banken steigende Leitzinsen weiterreichen. Zugleich sind Zinserhöhungen eine Bürde für die ohnehin schwache Konjunktur.

Aus der deutschen Wirtschaft und von Gewerkschaften gab es deshalb Kritik an der Zinserhöhung. Sie sei verfrüht, sagte etwa der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen, Dirk Jandura. Die deutsche Wirtschaft kämpfe mit einer schwachen Nachfrage, zurückhaltenden Investitionen und hohen Kostenbelastungen. Höhere Zinsen könnten die Finanzierung von Investitionen zusätzlich verteuern.

Auch das Gewerkschaftslager hatte von einer Straffung der Geldpolitik abgeraten. „Es gibt keine ökonomische Rechtfertigung für eine Zinserhöhung, denn die Preise steigen nicht durch eine überhitzte Wirtschaft“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Stefan Körzell, der Nachrichtenagentur Reuters.

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