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Startseite»Politik»Trump droht Iran mit Angriffen und Übernahme der Öl-Infrastruktur
Politik

Trump droht Iran mit Angriffen und Übernahme der Öl-Infrastruktur

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 11, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 11.06.2026 • 17:34 Uhr

Die Verhandlungen mit Iran stocken, die USA erhöhen den Druck: Präsident Trump hat für den Abend schwere Angriffe gegen Iran angekündigt. Zudem drohte er mit einer militärischen Übernahme der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Charg.

Im Krieg gegen den Iran hat US-Präsident Donald Trump mit massiven Angriffen auf das Land gedroht. Das US-Militär werde die Islamische Republik in der Nacht zum Freitag „sehr hart“ treffen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

In einem Telefonat mit dem US-Sender Fox News sprach Trump zudem von „größeren“ und „schlagkräftigeren“ Bombardierungen, die kommen würden. Zugleich sagte er, er wolle keine Bodentruppen im Land – sprach dann aber auch davon, das man theoretisch eine kleine Gruppe schicken könnte.

Trump will Öl-Insel Charg „übernehmen“

Trump nahm auch die iranische Ölindustrie ins Visier. In nicht allzu ferner Zukunft „werden wir auch die Insel Charg übernehmen“, erklärte er. Die Insel im Persischen Golf ist der wichtigste Ölhafen der Islamischen Republik.

Trump ging noch weiter und drohte mit einer Übernahme weiterer Ölinfrastruktur und letztlich der „totalen Kontrolle über ihre Öl- und Gasmärkte“ – auf ähnliche Weise, wie man das bereits in Venezuela getan habe, wo sich dies sowohl für die USA als auch Venezuela „brillant“ bewährt habe.

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump derartige Konsequenzen ankündigt. Iranische Verhandlungskreise zeigten sich noch kurz vor seinen jüngsten Drohgebärden irritiert über die US-Strategie, die mit militärischen Drohungen und ständig wechselnden Verhandlungspositionen Gespräche erschwere.

Gegenseitige Angriffe – trotz Waffenruhe

Im Iran-Krieg war es bereits in den vergangenen Tagen erneut zu heftigen Angriffen gekommen. Erst beschossen sich am Wochenende Iran und Israel gegenseitig, in der Nacht zu Mittwoch und Donnerstag attackierten sich Iran und die USA. Infolgedessen teilte das iranische Außenministerium in einer Erklärung mit, die neuerlichen US-Angriffe hätten die Waffenruhe bedeutungslos gemacht. Auf eine formelle Aufkündigung der seit April geltenden Waffenruhe verzichtete das Ministerium in der Mitteilung jedoch.

Laut iranischen Medien wurden bei Angriffen in der Provinz Teheran drei Menschen verletzt. Die Nachrichtenagentur „Mehr“ berichtete zugleich unter Berufung auf offizielle Stellen, in den frühen Morgenstunden sei in der Straße von Hormus ein Boot, das mit Grundnahrungsmitteln beladen gewesen sei, von einem Geschoss der USA getroffen worden. Die Besatzung sei gerettet worden.

Das US-Militär sprach von Angriffen auf militärische Überwachungs- und Kommunikationsanlagen sowie Anlagen der Flugabwehr in Iran. Das US-Militär griff eigenen Angaben zufolge auch einen Tanker im Golf von Oman an, der versucht haben soll, iranisches Öl zu transportieren. Indien meldete drei tote indische Besatzungsmitglieder. Nach Angaben des Außenministeriums in Neu-Delhi wurden 21 weitere Besatzungsmitglieder gerettet.

Verhandlungen werden fortgesetzt

Ungeachtet der neuen Eskalation, werden die Verhandlungen zwischen den USA und Iran offenbar fortgesetzt. Insidern zufolge wurden die Gespräche über ein vorläufiges Friedensabkommen sogar noch intensiviert. Aus Diplomatenkreisen hieß es, dass die Gespräche zwischen beiden Seiten Fortschritte machten. Demnach tauschten beide Seiten Entwürfe für eine Absichtserklärung aus, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf Angaben mehrerer iranischer Insider und eines europäischen Diplomaten bezieht.

Ein zentraler Streitpunkt sei demnach die Freigabe eingefrorener iranischer Öleinnahmen im Ausland. Iran fordere die Auszahlung von sechs bis zwölf Milliarden Dollar. Die Regierung in Washington wolle die Gelder jedoch schrittweise und ausschließlich für humanitäre Güter bereitstellen.

Für die Führung in Teheran stehe ein Rahmenabkommen im Vordergrund, das Iran eine wirtschaftliche Atempause verschaffe und den Krieg beende, hieß es. Zudem fordere Iran ein Ende der israelischen Angriffe im Libanon, die Aufhebung von Sanktionen und die Anerkennung seiner Kontrolle über die Straße von Hormus. Trump verlange im Gegenzug ein Ende der iranischen Blockade der Meerenge und Garantien, dass Iran keine Atomwaffen entwickele.

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