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Startseite»Politik»Bildungsminister wollen kritischen Umgang mit Sozialen Medien
Politik

Bildungsminister wollen kritischen Umgang mit Sozialen Medien

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 12, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 12.06.2026 • 18:40 Uhr

Erstmals haben sich die Bildungsminister auf Leitlinien verständigt, um die Kompetenz junger Menschen im Umgang mit Sozialen Medien zu stärken. Das Thema soll etwa in Lehrplänen ausreichend Platz bekommen.

Während der laufenden Debatte um eine Altersbegrenzung bei Sozialen Medien hat sich die Bildungsministerkonferenz auf eine Stärkung der Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern verständigt. Dazu wurden erstmals gemeinsame Leitlinien, Ziele und Maßnahmen beschlossen.

Diese betreffen etwa den Umgang mit Fakenews, Cybermobbing, Datenschutz und Deepfakes. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern sollten noch gezielter über Chancen und Risiken der Social-Media-Nutzung aufgeklärt werden.

Im Mittelpunkt stehe die Entwicklung von digitaler Resilienz, der Schutz vor negativen Auswirkungen exzessiver Social-Media-Nutzung sowie die enge Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus. Erreicht werden soll dies laut der Erklärung der Konferenz unter anderem mit neuen schulischen Bildungs- und Erziehungsangeboten. Schülerinnen und Schüler sollen zudem selbstregulierende Kompetenzen lernen. Ferner sollen die Länder sicherstellen, dass das Themenfeld Social Media ausreichend Berücksichtigung in den Lehrplänen findet.

Eltern sollen mit einbezogen werden

„Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu einem reflektierten, kritischen und sicheren Umgang mit Social Media zu befähigen, ihre Medienkompetenz zu stärken und sie besser vor negativen Auswirkungen zu schützen“, erläuterte die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna Stolz (Freie Wähler).

Es gehe um einen Dreiklang aus sensibilisieren, stärken und schützen. „Wir wollen junge Menschen stark machen für die digitale Welt voller Chancen, aber auch voller Herausforderungen“ betonte Stolz, die auch bayerische Kultusministerin ist.

Über die Notwendigkeit von Maßnahmen bestehe Einigkeit, betonte Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) – „unabhängig davon, ob wir jetzt im Einzelnen für oder gegen ein pauschales Social-Media-Verbot – das ist ja eine sehr vereinfachte Debatte, die hier geführt wird – sind“.

Empfehlungen zu Social-Media-Altersgrenze am 24. Juni

Wie in anderen Ländern wird auch in Deutschland derzeit über Altersgrenzen für soziale Medien diskutiert; aktuell erarbeitet eine Expertenkommission Empfehlungen für konkrete Maßnahmen. Prien kündigte an, dass die Ergebnisse am 24. Juni vorgestellt würden und knapp 50 Empfehlungen enthielten, die sich neben den Schulen auch an Eltern, Kitas und etwa Ärzte richteten.

Saarlands Kultusministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) betonte, Kinder und Jugendliche müssten lernen, kritisch hinzuschauen, Informationen einzuordnen und selbstbewusst mit digitalen Medien umzugehen. Schule habe die Aufgabe, ihnen dabei Orientierung zu geben.

Die nordrhein-westfälische Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU) erklärte, Angebote sollten weiter ausgebaut werden. Es werde aber ohne die Einbindung der Eltern nicht funktionieren, die Kinder auf eine Welt vorzubereiten, in der Social Media, künstliche Intelligenz und sonstige digitale Entwicklungen den Alltag prägen.

Prien hält an Schulpflicht fest

Auf der Konferenz verteidigte Bundesbildungsministerin Prien die Schulpflicht gegen Bestrebungen zu ihrer Aufweichung. Die Schulpflicht sei eine Errungenschaft des sozialen Rechtsstaats, durch die Kinder aus verschiedenen Milieus gemeinsam lernen könnten, sagte die CDU-Politikerin. „Das ist eine Errungenschaft, deren Bedeutung man gar nicht genug betonen kann.“

Hintergrund ist eine Initiative der Länder Thüringen und Sachsen-Anhalt im Bundesrat zum Erhalt der allgemeinen Schulpflicht. Die in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD hat in ihrem Wahlprogramm für die dortige Landtagswahl im September erklärt, eine Wahlfreiheit zwischen Schul- und Hausunterricht schaffen zu wollen.

Kinder würden über die Schulen die Chance auf Bildung und Erziehung erhalten, damit sie einen erfolgreichen Bildungs- und Lebensweg beschreiten können, sagte Prien. Das gelte insbesondere in einer Einwanderungsgesellschaft, in der es viele Kinder und Jugendliche gebe, die die Unterstützung der Schule in besonderem Maße brauchten. „An diesem Grundfundament unseres Staates zu rütteln, halte ich für eine gefährliche Entwicklung“, betonte die Bundesministerin.

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