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Startseite»Politik»„CopenPay“ – Belohnung für nachhaltigen Tourismus in Kopenhagen
Politik

„CopenPay“ – Belohnung für nachhaltigen Tourismus in Kopenhagen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 21, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 21.06.2026 • 03:30 Uhr

Gutes tun und dafür Gutes bekommen: Das ist die Idee von „CopenPay“. Mit dem Modell will die dänische Hauptstadt Kopenhagen nachhaltigen Tourismus fördern. Wer etwa mit der Bahn anreist, wird mit Rabatten belohnt.

Jana Sinram

Das Glockenspiel im Turm des Kopenhagener Rathauses: Für Einwohner und Touristen gleichermaßen ein ikonischer Klang. Jedes Jahr reisen Millionen Menschen in die dänische Hauptstadt, um sich die Kleine Meerjungfrau, den Hafen mit seinen bunten Häusern und die berühmte Fahrradkultur anzuschauen.

Mehr als 13 Millionen kommerzielle Übernachtungen gab es im vergangenen Jahr. Und es dürften in den kommenden Jahren noch mehr werden, erwartet Rikke Holm Petersen, Marketingdirektorin bei der Tourismusorganisation „Wonderful Copenhagen“.

„Wir beobachten, dass der weltweite Reiseverkehr stark zunimmt. Die UNO schätzt, dass die Zahl der Reisenden von 1,4 Milliarden im Jahr 2019 auf 1,8 Milliarden bis zum Jahr 2030 steigen wird.“ Das sei eine gute Sache, denn alle würden es lieben es, zu reisen. „Gleichzeitig stehen aber viele Reiseziele unter Druck.“

Kostenlose Bootsfahrt für eingesammelten Müll

Stichwort Übertourismus, der Einheimische, Infrastruktur und Umwelt an beliebten Reisezielen belastet. Das muss besser gehen, dachten sie sich bei „Wonderful Copenhagen“ schon vor einigen Jahren.

Und so starteten sie im Sommer 2024 das Pilotprojekt „CopenPay“ – ein Belohnungssystem, bei dem Besucherinnen und Besucher im Gegenzug für nachhaltiges Verhalten ein kostenloses Leihfahrrad, ein Getränk oder Rabatte in Museen und Restaurants bekommen.

„Es gibt zum Beispiel eine Aktion, bei der man eine Stunde kostenlos mit dem Ausflugsboot auf unseren Kanälen fahren darf, wenn man dafür Müll einsammelt“, so die Marketingdirektorin. Bei einer anderen Aktion wird in Parks Abfall gesammelt. „Das ist irgendwie lustig, man geht spazieren, hebt den Müll auf und wird anschließend mit einem leckeren Kaffee und Gebäck belohnt.“

Anfragen aus der ganzen Welt

Für Touristen und die lokale Wirtschaft sei das eine „Win-Win“-Situation, findet Rikke Holm Petersen: „Im ersten Jahr hatten wir bei CopenPay 26 Partner, letztes Jahr waren es 100. Was haben sie davon? Eine ganze Menge, würde ich sagen. Sie erzielen zum Beispiel mehr Umsatz und gewinnen neue Besucher.“

Der Erfolg des Projekts ist so groß, dass Städte auf der ganzen Welt sich inzwischen Tipps in Kopenhagen holen. Auch die Touristen freut es. „Eine großartige Idee. Man sollte das weltweit umsetzen“, sagt ein Besucher.

Eine Touristin betont, es gehe ja darum, Spaß zu haben und die Zeit im fremden Land zu genießen. „Und es ist schön, wenn man der Gemeinschaft etwas zurückgeben kann, wenn man selbst davon profitiert hat.“

„CopenPay“ wird zum Dauermodell

Genau so gehe es vielen Touristen, ist Rikke Holm Petersen überzeugt. Natürlich werde ein Projekt wie „CopenPay“ nicht die Welt retten. „Man könnte uns natürlich Greenwashing vorwerfen und fragen, welchen Effekt das Projekt wirklich erzielt. Aber ich glaube, unser Projekt hat große Auswirkungen.“ Letztlich gehe es darum, die Denkweise zu ändern, die Art und Weise, wie man reist und sich an einem Ort verhält. „Und wenn man nichts tut, kann sich auch nichts verändern, oder?“

Am Montag startet „CopenPay“ ins dritte Jahr in Folge – und ist in Kopenhagen ab sofort ein Dauer-Modell. Rikke Holm Petersen hat auch einen Tipp für andere Städte, die es der dänischen Hauptstadt nachmachen wollen: einfach anfangen. Alles, was es brauche, seien ein paar lokale Partner und die richtige Kommunikation.

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