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Startseite»Politik»Störung bei der Bahn – Kommunikationssystem als Knackpunkt
Politik

Störung bei der Bahn – Kommunikationssystem als Knackpunkt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 24, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 24.06.2026 • 09:24 Uhr

Nach dem bundesweiten Ausfall von Zügen der Deutschen Bahn wird zunehmend Kritik laut. Schuld am Stillstand auf der Schiene war eine Störung des Systems GSM-R. Der Zugverkehr soll laut Bahn inzwischen wieder „weitgehend reibunglos“ laufen.

Am späten Dienstagabend ging auf einmal nichts mehr bei der Deutschen Bahn. Eine Störung legte sowohl den Regional-, als auch den Fern- und Güterverkehr sowie S-Bahnen lahm. Inzwischen rollen die Züge wieder, doch es bleibt die Frage: Wie konnte es überhaupt zu dem bundesweiten Ausfall kommen?

Die Ursache der Störung war nach Angaben der Deutschen Bahn schnell gefunden. Sie betraf das digitale Bahnfunksystem GSM-R. Dieses System ist der digitale Funkstandard europäischer Bahnen und hatte seit Ende der 1990er-Jahre schrittweise das analoge Funksystem bei der Bahn ersetzt.

Das „Global System for Mobile Communications – Railway“ dient vereinfacht gesagt der Kommunikation, etwa zwischen Lokpersonal, Fahrdienstleitung und Betriebsstellen. So können über das System auch Notrufe und Warnungen erfolgen, wenn eine Gefahr vorliegt. Zum Beispiel, wenn sich Personen auf Gleisen bewegen. Fällt das System aus und ist diese Kommunikation damit nicht mehr möglich, bedeutet das ein zu starkes Sicherheitsrisiko.

Scharfe Kritik am Ausmaß des Ausfalls

Die Bahn selbst betont, dass das Problem rasch behoben werden konnte. „IT-Fachleute hatten die kurzzeitige Störung am Zugfunk bereits nach rund zwei Stunden beheben können“, teilte eine Sprecherin des Konzerns mit. Am Mittwochmorgen sei der Zugverkehr „weitgehend reibungslos“ wieder angelaufen. Es könne aber „noch vereinzelt zu Einschränkungen kommen“. Reisende sind gebeten, ihre Verbindungen zu prüfen.

Doch der komplette Stillstand auf den Schienen zieht bereits deutliche Kritik nach sich. „Das macht mich fassungslos. Dass durch einen technischen Defekt der komplette Bahnverkehr in Deutschland zum Erliegen kommt, ist ein neuer Tiefpunkt bei einer ohnehin schwachen Betriebsqualität“, sagte Oliver Krischer, Verkehrsminister in Nordrhein-Westfalen, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Es könne nicht sein, „dass wegen des Ausfalls eines Systems Zehntausende Menschen die Nacht in Zügen und Bahnhöfen verbringen müssen.“ Der Grünen-Politiker prangerte auch das Notfallmanagement der Bahn als ungenügend an. Nötig seien Notfallmechanismen, durch die ein solches Desaster in Zukunft vermieden werden könne.

In der Nacht waren zahlreiche Reisende auf Bahnhöfen gestrandet. Die Bahn gab Taxi- und Hotelgutscheine aus. Doch wie die Nachrichtenagentur dpa weiter berichtete, kritisierten Passagiere teils fehlende oder zu späte Auskünfte durch die Bahn.

DB-Aufsichtsrat tagt in Berlin

Der Verband der privaten Güterbahnen forderte eine umfassende Aufarbeitung des Ausfalls. Die Ursache dürfe „nicht allein durch eine ‚Selbstauskunft‘ der DB InfraGo als Betreiberin beantwortet werden“, sagte Verbandsgeschäftsführer Peter Westenberger. Es brauche eine bessere Überwachung und Steuerung des Schieneninfrastrukturbetriebs.

Die Störung dürfte auch den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn beschäftigen, der heute in Berlin zu einer zweitägigen Sitzung zusammenkommt. Zentrales Thema ist die Strategie der neuen Bahn-Chefin Evelyn Palla für den Umbau des Staatskonzerns. Palla, die seit vergangenem Herbst an der Spitze der Deutschen Bahn steht, hat weitreichende Umstrukturierungen angekündigt. Insbesondere soll die Konzernzentrale deutlich verschlankt werden.

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