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Startseite»Nachrichten»Deutsche laut Umfrage gespalten: Grünen-Fraktionschefin für neue Debatte über Leihmutterschaft
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Deutsche laut Umfrage gespalten: Grünen-Fraktionschefin für neue Debatte über Leihmutterschaft

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 21, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Deutsche laut Umfrage gespaltenGrünen-Fraktionschefin für neue Debatte über Leihmutterschaft

Britta Haßelmann will über Reproduktionsmedizin reden. (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Sollte Leihmutterschaft in Deutschland unter allen Umständen verboten bleiben? Die Ampelregierung hatte die Frage 2024 von einer Kommission bewerten lassen, gefolgt ist daraus aber nichts. Dabei könnten die damaligen Ergebnisse heute wegweisend sein, sagen die Grünen.

Angesichts der Debatte über Leihmutterschaft fordert die Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann eine neue Auseinandersetzung mit Themen der Reproduktionsmedizin. Der Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn sei „absolut folgerichtig“ gewesen, sagte Haßelmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die aktuelle gesellschaftliche Debatte zeigt auch, dass es geboten ist, sich erneut inhaltlich mit den Ergebnissen der Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin zu befassen.“ Der Bericht der Kommission aus der vergangenen Legislaturperiode sei „zu wertvoll, als dass er bei dieser Koalition in einer Schublade verschwindet“, so die Chefin der Grünen im Bundestag.

Die Kommission war in der vergangenen Legislaturperiode von der Ampel-Koalition eingesetzt worden und hatte im April 2024 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Sie empfahl, dass Schwangerschaftsabbrüche in der Frühphase der Schwangerschaft künftig nicht mehr grundsätzlich strafbar sein sollten. Leihmutterschaft könne der Gesetzgeber in bestimmten Fällen zulassen, „sofern insbesondere der Schutz der Leihmutter und das Kindeswohl hinreichend gewährleistet werden“. Die kommerzielle Leihmutterschaft lehnte die Kommission ab.

Allerdings wiesen die Mitglieder damals auch darauf hin, dass selbst die altruistische Leihmutterschaft – also ohne Bezahlung – das Risiko für Missbrauch berge. Sie sollte deshalb – wenn überhaupt – nur unter sehr engen Voraussetzungen ermöglicht werden, so die Kommission. Dazu zähle, wenn etwa ein nahes verwandtschaftliches oder freundschaftliches Verhältnis zwischen Wunscheltern und Leihmutter bestehe. 

Sorge vor „Kommerzialisierung“ von Frauen

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen in der SPD hat sich beim Thema Leihmutterschaft noch nicht positioniert. Die Meinungsbildung sei noch nicht abgeschlossen, sagte die Co-Vorsitzende Ulrike Häfner den Funke-Zeitungen. Grundsätzlich kritisierten die Frauen in der SPD die zunehmende „Kommerzialisierung von Frauen in der Reproduktionsmedizin und die Ausnutzung deren materiellen Notlagen“. 

Auch in der Linksfraktion im Bundestag verweist man auf ein mögliches finanzielles Ungleichgewicht zwischen Leihmutter und den Paaren, die Eltern werden wollen. Die frauenpolitische Sprecherin Kathrin Gebel sieht auch altruistische Varianten kritisch: „Gesundheitliche Risiken, Abhängigkeiten und familiärer Druck“ würden nicht automatisch verschwinden, nur weil offiziell kein Geld fließe, so Gebel.

Laut einer Insa-Umfrage im Auftrag der „Bild“-Zeitung gehen die Meinungen zu dem Thema in Deutschland weit auseinander. 39 Prozent gaben in der repräsentativen Befragung an, das Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland richtig zu finden. 41 Prozent erklärten hingegen, dass sie das Verbot für falsch halten. Ein außergewöhnlich hoher Anteil von 21 Prozent machte keine Angabe oder gab an, keine Antwort zu wissen. 

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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