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Startseite»Nachrichten»Gesundheitsminister unter Druck: Jetzt fällt Linnemann sein eigenes Zitat auf die Füße
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Gesundheitsminister unter Druck: Jetzt fällt Linnemann sein eigenes Zitat auf die Füße

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 24, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Gesundheitsminister unter DruckJetzt fällt Linnemann sein eigenes Zitat auf die Füße

Vor rund einem Jahr erklärte Linnemann: „Die Leute hätten gesagt, warum wird der Gesundheitsminister, was hat der damit zu tun?“ (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Im frisch umgebauten Kabinett der Merz-Regierung soll der bisherige CDU-Generalsekretär Linnemann Gesundheitsminister werden. Seine eigenen Worte legen nahe, dass er damit nicht gerechnet hat. In Gesundheitsverbänden sind die Erwartungen hoch.

Bundeskanzler Friedrich Merz sorgt mit einer Personalentscheidung für Diskussionen: Der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann soll Gesundheitsminister werden. Auch er selbst hat damit offenbar nicht gerechnet. Zumindest legt das ein Zitat aus dem vergangenen Jahr nahe, das ihm nun auf die Füße fällt.

In einem Interview mit dem Sender Phoenix sagte der CDU-Politiker am 6. Mai 2025: „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen. Die Leute hätten gesagt, warum wird der Gesundheitsminister, was hat der damit zu tun?“, holt er aus, nur um anschließend klarzustellen: „Deswegen, Schuster bleib bei deinen Leisten. Mach das, was du kannst.“

Das Zitat wird derzeit zuhauf im Netz verbreitet. Nutzer kritisieren Linnemann dafür, nicht sein Wort zu halten. Er selbst postet am Abend eine Erklärung: „Es kommt manchmal anders als man denkt. Gestern hat mich der Bundeskanzler angerufen und gesagt ‚Mensch, du musst jetzt was anderes machen‘. Er hat mich gebeten, Bundesgesundheitsminister zu werden in einer ganz besonderen Zeit.“ Linnemann gesteht ein, er brauche etwas Zeit, er müsse tiefer einsteigen und er habe „einen Höllenrespekt“ vor dieser Aufgabe – aber er glaube, da sei „ganz schön viel Musik drinnen“. Und: Er nehme diese Aufgabe an.

Der Kanzler setzt unterdessen volles Vertrauen in Linnemann. Er werde nun von Warken die Verantwortung für die anstehende Pflegereform und weitere strukturelle Reformen in der Gesundheitspolitik übernehmen, betonte Merz. „Dafür braucht es einen Minister, der standfest und reformwillig zugleich ist, auch im Gegenwind.“ Merz hob mit Blick auf Linnemanns Ruf als Wirtschaftspolitiker die Bedeutung des Gesundheitsbereichs als des „am schnellsten wachsenden Sektors unserer Volkswirtschaft“ mit einer „gut funktionierenden Industrie“ hervor. Zudem habe Linnemann bei den Koalitionsverhandlungen den Gesundheitsbereich verantwortet und die Themen im Koalitionsausschuss mitverhandelt, so Merz. „Er weiß also, wovon er spricht.“

Hohe Erwartungen an Linnemann

Der Erwartungsdruck ist hoch: Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, Linnemann stehe „für die Modernisierung bestehender Strukturen“. Dieser Gestaltungswille sei auch im Gesundheitswesen nötig.

Auch der Hausärztinnen- und Hausärzteverband wies darauf hin, dass sich der CDU-Politiker für Strukturreformen eingesetzt habe. Verbandschefin Nicola Buhlinger-Göpfarth betonte in den Funke-Zeitungen zugleich, er habe dabei immer die Bedeutung gesehen, die Bürgerinnen und Bürger auf diesem Weg mitzunehmen. „Genau diese Fähigkeiten werden für das Gelingen der anstehenden Reformen im Gesundheitswesen essenziell sein.“

Als einer der wenigen SPD-Politiker äußerte sich Gesundheitsexperte Christos Pantazis zu der noch unfertigen Personalrochade. Linnemann übernehme eines der anspruchsvollsten Ressorts der Regierung, und er freue sich auf konstruktive Zusammenarbeit, sagte Pantazis. Für die SPD sei zentral, dass sich Gesundheitspolitik am Gemeinwohl orientiere. Warken-Vorgänger Karl Lauterbach beschied Linnemann auf X, man könne mit ihm „gut arbeiten“.

Kritik aus der Opposition

Erste Kritik der Opposition kam bereits, bevor Merz den Wechsel offiziell bekanntgab. Der Grünen-Gesundheitsexperte im Bundestag, Janosch Dahmen, sagte der „Augsburger Allgemeinen“, die Herausforderungen im Gesundheitswesen seien gewaltig. „Sie brauchen kein Motto wie ‚Einfach mal machen'“, sagte er in Anspielung auf entsprechende Äußerungen Linnemanns, „sondern Expertise, Empathie und den konsequenten Fokus auf die Menschen.“ Er wünsche Linnemann Erfolg.

Der Linken-Gesundheitspolitiker Ates Gürpinar sagte der „Rheinischen Post“: „Linnemann ist ein sozialpolitischer Hardliner, und das lässt Schlimmes befürchten.“

FDP-Chef Wolfgang Kubicki erinnerte auf der Plattform X an Aussagen Linnemanns, nach denen die Krankenkassen-Zahl in Deutschland drastisch reduziert werden und die Sozialbeiträge bei 40 Prozent des Bruttolohns gedeckelt werden sollten. Linnemann müsse sich nun beweisen. „Wir werden ihn daran erinnern“, so der FDP-Chef.

Quelle: ntv.de, nbr/mpa/dpa/AFP

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