Verschärfte Kontrollen
BHs als Booster? Manipulationsverdacht schreckt Tour de France Femmes auf
04.08.2026 | 20:29 Uhr
Bei der Tour de France Femmes gibt es Aufregung um mögliche Manipulation durch die Polsterung der Sport-BHs. Der Weltverband reagiert vor dem Zeitfahren mit verschärften Kontrollen.
Am Dienstag stand das Einzelzeitfahren der Tour de France Femmes auf dem Programm. Favoritin Marlen Reusser gewann auf der 21 Kilometer langen Strecke von Gevrey-Chambertain nach Dijon und schlüpfte ins Gelbe Trikot.
Doch große Diskussionen gab es im Vorfeld vor allem über mögliche BH-Booster. Mehrere Teams sollen übereinstimmenden Berichten zufolge die Rennjury darauf aufmerksam gemacht haben, dass einige Fahrerinnen ihre Sport-BHs künstlich aufpolstern würden, um sich dadurch einen aerodynamischen Vorteil zu verschaffen. Der Vorwurf: Mit dieser künstlich vergrößerten Oberweite soll sich der Luftstrom zugunsten der Fahrerinnen verändern.
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Der Weltverband UCI kündigte dementsprechend schon vor der 4. Etappe schärfere Kontrollen an und verwies auf das Regelwerk. Dabei sollten auch Gegenstände überprüft werden, die die Körperform verändern könnten.
Bis zu 16 Sekunden schneller im Zeitfahren?
Laut Artikel 1.3.032 im UCI-Regelwerk sind Gegenstände oder Kleidungsstücke verboten, die die Morphologie, also die Körperform der Fahrerinnen künstlich verändern und dadurch einen Leistungsvorteil verschaffen. Bei Verstößen drohten Disqualifikation und Geldstrafen von 200 bis 1000 Schweizer Franken.
Schon am Montag hatte ein Artikel des niederländischen Radsport-Portals „Wielerflits“ für Aufregung gesorgt. In diesem erklärte der Aerodynamik-Experte Bert Blocken mit Verweis auf seine Studie, dass eine Veränderung an der Brustform den Luftwiderstand um bis zu 3,6 Prozent senken könne. Auf einer Strecke über 20 bis 30 Kilometer könnte dies einen Vorteil von rund 0,8 Sekunden pro Kilometer erbringen. Beim Zeitfahren am Dienstag über 21 Kilometer wären das knapp 16 Sekunden. Möglich wird dies, weil der Luftstrom verändert wird. Blocken zufolge verändert sich durch den veränderten Luftstrom der Druck auf den Oberschenkel, weshalb die Fahrerin mit weniger Luftwiderstand fahren würde.
Ganz neu sind die Vorwürfe nicht. Schon bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris und auch beim Giro d’Italia im Vorjahr waren ähnliche Berichte aufgekeimt. Um welche Fahrerinnen es sich konkret handelt, ist allerdings nicht klar. Die Tour de France Femmes startete am vergangenen Samstag und findet nach neun Etappen ihr Ziel am Sonntag in Nizza.
Verwendete Quellen: ntv.de, msc
