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VIP VIP, Hurra!: Sexy bis zur Pflegestufe – was eine 85-Jährige auf Onlyfans mit Ihrer Rente zu tun hat

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 7, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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VIP VIP, Hurra!Sexy bis zur Pflegestufe – was eine 85-Jährige auf Onlyfans mit Ihrer Rente zu tun hat

07.08.2026, 16:58 Uhr Die Promikolumne von Verena Maria Dittrich
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Donna Mills: TV-Ikone und geschäftstüchtigste „Seniorin des Monats“. (Foto: picture alliance / Jordan Strauss/Invision/AP)

Donna Mills auf Onlyfans und Tina Rulands „Feet Friday“ zeigen, dass man für eine gute Geschäftsidee nie zu alt ist. Die besten liegen manchmal direkt vor unseren Füßen – und könnten sogar die Rente aufbessern.

„Oma hat das Talent, aus Scheiße Gold zu machen.“ Das ist einer dieser Sätze, die in meiner Familie ständig fielen. Meine Großmutter war eine Tausendsassa, eine geniale Köchin, Gastgeberin, Gärtnerin und ein Genie an ihrer alten Singer-Nähmaschine. Als Kind in der DDR war es von unschätzbarem Wert, jemanden in der Familie zu haben, der einem all die schönen Sachen nähte, die es bei uns schlicht nicht zu kaufen gab und die meist nur Kinder mit Westverwandtschaft oder einem gut gefüllten Westpaket tragen konnten.

Also nähte Oma aus Vorhängen und Stoffresten, wie wir damals sagten, „fetzige Modern-Talking-Blousons“, Knickerbocker und alles, was das modehungrige Kinderherz gerade begehrte. Einmal designte sie mir sogar ein Kleid aus einer Tischdecke. Wenn ich heute all diese Upcycling-Accounts auf Instagram sehe, auf denen aus alten Humana-Herrenjacken plötzlich stylische Blazer entstehen und Kreativität als Kampfansage an unsere Konsum- und Wegwerfgesellschaft gefeiert wird, muss ich oft an meine Oma denken. Ich bin ziemlich sicher, sie hätte heute Hunderttausende Follower und würde den halben Tag erklären, wie man aus einem alten Vorhang eine Abendgarderobe schneidert.

Kindheitsjahre prägen. Und wahrscheinlich versuche ich deshalb bis heute, aus schwierigen Situationen noch irgendetwas Gutes zu machen. Manchmal muss man dafür nur einen Gedanken weiterdenken als andere. In meiner Familie waren Humor und Ironie das Mittel, mit dem sich selbst die größten Tragödien ein bisschen leichter ertragen ließen. Sich bloß nie dem Kummer ergeben. Lachen und Galgenhumor sind der beste Schutz gegen die Zumutungen des Lebens.

Die heißeste Alten-WG Deutschlands

An Zumutungen mangelt es derzeit nun wirklich nicht. Die Pflegekassen ächzen, die Eigenanteile für Heimplätze erreichen inzwischen astronomische Summen, und gefühlt erklärt uns jeden zweiten Tag irgendein Politiker, dass leider alles noch komplizierter wird. Ich dagegen sitze auf meinem Zwei-Quadratmeter-Balkon im Hundepool und überlege, ob ich nicht vielleicht ein Start-up gründen sollte. Mein Spezialgebiet: Wie man aus Scheiße Gold macht. Oder besser noch: Deutschlands erste Influencer-Alten-WG.

Ich weiß schon, was Sie jetzt denken. Jetzt ist die Dittrich endgültig durchgeknallt. Aber hören Sie mich bitte erst einmal an.

Unsere größte Inspiration wäre niemand Geringeres als Donna Mills. Millionen Fernsehzuschauer kennen sie bis heute als Abby Cunningham aus der Kultserie „Unter der Sonne Kaliforniens“. Mit stolzen 85 Jahren hat sie nun beschlossen, auf Onlyfans aktiv zu werden. Gegenüber „Entertainment Tonight“ verriet sie unter anderem: „Jemand möchte, dass ich mich selbst dabei filme, wie ich die Trauben stampfe.“

Sehen Sie! Genau an dieser Stelle beginnt mein Kopf zu arbeiten. Während andere darüber diskutieren, wie Pflege künftig überhaupt noch finanziert werden soll, stampfen wir in unserer Alten-WG eben Trauben an Rhein und Mosel und bessern ganz nebenbei die Rente auf. Kneipp-Kuren dienen bei uns selbstverständlich nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Haushaltskasse. Fußbäder? Monetarisiert. Wassertreten? Premium-Inhalte. Und einmal im Monat küren wir feierlich unseren „Senior des Monats“. Irgendwie muss der Rubel schließlich rollen.

Warum Füße jetzt Gold wert sind

Wer glaubt, das sei vollkommen aus der Luft gegriffen, sollte einmal einen Blick auf Tina Rulands Instagram-Account werfen. Dort gibt es seit geraumer Zeit den „Feet Friday“. Gegenüber RTL erzählte die Schauspielerin, dass ihr irgendwann auffiel, wie auffällig viele Nachrichten sie immer dann bekam, wenn sie auf Fotos zufällig barfuß zu sehen war. Also machte sie aus dieser Beobachtung kurzerhand ein wöchentliches Ritual. „Ich habe kein Problem damit, einmal die Woche meine Füße zu zeigen, die ich selbst auch gut finde“, sagt sie.

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Zeigt ihre Füße gerne her: Tina Ruland. (Foto: IMAGO/eventfoto54)

Man muss den sozialen Netzwerken eines lassen: Sie finden zuverlässig Geschäftsideen, auf die der Rest der Welt niemals gekommen wäre. Eine regelrechte Goldgrube, haha. Früher verkaufte man Kochbücher, Thermoskannen oder Billig-Schmuck aus China, heute reicht offenbar ein schönes Paar Füße und ein regelmäßiger Freitag.

Je länger ich darüber nachdenke, desto besser finde ich diese Idee. Gar nicht mal wegen der Füße, sondern weil Donna Mills mit 85 noch einmal etwas Neues ausprobiert und Tina Ruland einfach das macht, worauf sie Lust hat. Die Kunst besteht vor allem darin, sich von niemandem erzählen zu lassen, was man in welchem Alter noch tun darf und was nicht.

Meine Oma hätte das vermutlich gar nicht weiter kommentiert. Sie hätte einfach ihre Nähmaschine angeworfen, aus irgendeinem alten Bettlaken was Hübsches für Deutschlands heißeste Oldie-Residenz gezaubert und dabei ganz nebenbei gesagt: „Siehste, Rena. Aus Scheiße kann man eben doch Gold machen.“

Falls sich also zufällig ein Investor, ein Weingut oder ein Videograf angesprochen fühlt: Deutschlands erste Onlyfans-Alten-WG sucht noch Mitstreiter. Und wenn alles schiefgeht, stampfen wir eben einfach nur Trauben. Irgendetwas findet das Internet schließlich immer. Und wenn nicht, werden aus alten Vorhängen eben neue Geschäftsideen.

Quelle: ntv.de

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