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Startseite»Nachrichten»Was bedeutet das Militärbündnis zwischen Pakistan, Türkei und Saudi-Arabien?
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Was bedeutet das Militärbündnis zwischen Pakistan, Türkei und Saudi-Arabien?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 7, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Nahost-DreierbündnisWas ist bekannt zum „Mekka Verteidigungspakt“?

Der türkische Präsident Erdogan (l.), der saudi-arabische Kronprinz bin Salman und der pakistanische Premier Sharif. Sie unterzeichnen im saudi-arabischen Mekka den Verteidigungspakt. (Foto: Anadolu via Getty Images)

Die Lage im Golf spitzt sich zu, proiranische Milizen greifen verstärkt Saudi-Arabien an. Das Königreich schließt daraufhin ein Verteidigungsbündnis mit Pakistan und der Türkei. Was bedeutet der neue Militärpakt?

Inmitten wachsender Spannungen am Golf haben die Atommacht Pakistan, der Nato-Staat Türkei und die einflussreiche Golfmonarchie Saudi-Arabien einen Verteidigungspakt zur gegenseitigen Unterstützung geschlossen. Bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Länder im saudi-arabischen Mekka sei der sogenannte „Mekka Verteidigungspakt“ unterzeichnet worden, hieß es in wortgleichen Mitteilungen der drei Länder.

Jeder bewaffnete Angriff gegen einen der drei Staaten gelte als Attacke auf alle drei Bündnispartner, hieß es in den Stellungnahmen. Die Vereinbarung sei ein Ausdruck des Engagements der drei Staaten, ihre gemeinsamen Sicherheitsinteressen zu stärken. Weitere Details über die Inhalte des Paktes oder die konkrete Ausgestaltung der gegenseitigen Hilfe im Angriffsfall wurden nicht bekannt.

Erst in der Nacht hatte Saudi-Arabien Verletzte nach einem Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz im Königreich gemeldet. Man bereite sich auf weitere koordinierte Angriffe durch irakische Milizen und die Huthi vor, hieß es in übereinstimmenden Medienberichten. Beide Gruppen gelten als Verbündete des Irans. Daneben belastet auch der Streit um die Schifffahrt durch die Straße von Hormus zwischen den USA und dem Iran weiterhin die Wirtschaftslage weltweit.

Was bedeutet der neue Verteidigungspakt?

Die Vereinbarung zwischen Pakistan, der Türkei und Saudi-Arabien sei nicht als Abschreckung gegen den Iran gedacht, heißt es aus pakistanischen Sicherheitskreisen. Das Abkommen werde erst dann von Bedeutung werden, wenn sich die USA aus der Region zurückziehen sollten und Saudi-Arabien sich durch mögliche Eskalationen vonseiten Israels verwundbarer fühle, hieß es.

Im vergangenen Jahr hatten Saudi-Arabien und Pakistan nach einem israelischen Angriff auf Hamas-Ziele in Katar bereits einen bilateralen Verteidigungspakt geschlossen. Pakistanische Truppen und Kampfflugzeuge sind nun in Saudi-Arabien stationiert.

Unter dem neuen Abkommen zwischen den drei Staaten sei keine solche Stationierung türkischer Truppen in dem Königreich am Golf geplant, hieß es aus den pakistanischen Sicherheitskreisen. Hauptsächlich gehe es um Technologietransfers von der Türkei in Richtung Saudi-Arabien und Pakistan, den Austausch von Geheimdienstinformationen und den Aufbau von Luftabwehrkapazitäten der Partner in Saudi-Arabien. Zudem solle im Zuge der Vereinbarung saudisches Geld in die Verteidigungsindustrie der Türkei fließen.

Pakistan stellt „nukleare Fähigkeiten“ zur Verfügung

Die Türkei ist Nato-Mitglied und hat gleichzeitig weitere bilaterale Sicherheitsabkommen mit Nicht-Nato-Staaten abgeschlossen, darunter mit Aserbaidschan und Saudi-Arabien. Zudem beteiligt sich die Türkei an einer von Saudi-Arabien initiierten Anti-Terror-Mission. Außerdem unterzeichnete die Regierung in Ankara ein Abkommen mit Katar, woraufhin ein militärischer Stützpunkt der türkischen Streitkräfte in dem Golfstaat eingerichtet wurde.

Saudi-Arabien wurde zuletzt mehrfach Ziel von Angriffen, die dem Iran und seinen Verbündeten zuzurechnen sind. Viele der Attacken galten US-Militärstützpunkten auf saudischem Territorium. Aber auch Öl-Anlagen wurden mehrfach angegriffen. Pakistan griff in diesen Fällen jedoch nicht ein. Nach Unterzeichnung des Verteidigungspaktes zwischen Pakistan und Saudi-Arabien hieß es damals aus Islamabad, dass man dem Partner auch nukleare „Fähigkeiten“ zur Verfügung stellen werde.

Saudi-Arabien ist bemüht, seine sicherheitspolitische Abhängigkeit von den USA zu verringern und will gleichzeitig seine Rolle als einflussreiche Regionalmacht am Golf ausbauen. Bislang ist Washington der wichtigste Sicherheitspartner Riads. Doch durch die Entwicklungen im Iran-Krieg hat Saudi-Arabien seine Suche nach verlässlichen Partnern verstärkt.

Bündnis zielt auf Milizen ab

Die neue Vereinbarung zwischen den drei Staaten solle nicht als ein Anti-Iran-Bündnis missverstanden werden, sagte Zafar Nawaz Jaspal, Politikwissenschaftler an der Quaid-e-Azam Universität in Islamabad. Pakistan und die Türkei würden recht gute Beziehungen mit Teheran pflegen, während Riad trotz seiner Rivalität mit dem schiitischen Iran eine direkte Konfrontation mit der Islamischen Republik meide.

Vielmehr ziele das Bündnis auf nicht staatliche Akteure wie die Huthi-Miliz im Jemen oder bewaffnete Gruppen im Irak, die Saudi-Arabien angreifen. Auch Pakistan und die Türkei bekämpfen jeweils seit Jahren militante Gruppen innerhalb und außerhalb der eigenen Grenzen, die sie als Terroristen bezeichnen.

Konflikt mit Huthi-Miliz zuletzt eskaliert

Saudi-Arabien stand zuletzt mehrfach unter Beschuss sowohl von der Huthi-Miliz im Jemen als auch von proiranischen Milizen im Irak. Im Jemen kämpft das Königreich gemeinsam mit der international anerkannten Regierung seit mehr als zehn Jahren gegen die schiitischen Huthi. Die Miliz hatte den Jemen 2014 förmlich überrannt und in einen Bürgerkrieg gestürzt. Sie kontrolliert heute große Teile des Nordens, einschließlich der Hauptstadt Sanaa.

Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi war vor einigen Wochen mit saudischen Luftangriffen in der Hauptstadt Sanaa erneut eskaliert. Im jemenitischen Bürgerkrieg herrschte seit 2022 eine inoffizielle Waffenruhe.

Quelle: ntv.de, von Mathis Richtmann, Zia Khan, Amira Rajab und Svenja Huck, dpa

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