Teamarzt reagierte schnell
Zweitliga-Profi drohte Bein-Amputation: „Hätte bitterböse enden können“
Im Mai verletzt sich Bochums Maximilian Wittek am Oberschenkel. Was zunächst nach einer harmlosen Prellung aussieht, wird schnell dramatisch. Der Linksverteidiger berichtet, dass ihm sogar die Amputation seines Beines drohte.
Eigentlich sah zunächst alles nach einer Routineaktion aus. Maximilian Wittek verletzte sich im vergangenen Mai in der Partie seines VfL Bochum gegen Arminia Bielefeld am Oberschenkel. Der 30-Jährige wurde ausgewechselt. Doch die Verletzung schwoll weiter an. Sein Bein wurde dicker und dicker. Und dann ging es plötzlich um Minuten.
Nach der Auftaktpartie in die neue Saison gegen Hertha BSC schilderte der Defensivspezialist bei Sky die dramatischen Momente. „Ich war zu Hause und der Oberschenkel ist angeschwollen und ich hatte dann kein gutes Gefühl. Manchmal ist man ja dann auch so, dass man sagt: ‚Ich schmeiß‘ mir zum Schlafen eine Schmerztablette rein.‘ Aber das habe ich, Gott sei Dank, nicht gemacht. Wenn ich so sechs, sieben Stunden geschlafen hätte, hätte das bitterböse enden können“, erklärte der Verteidiger.
Es stellte sich heraus, dass Wittek am Kompartmentsyndrom litt. Dieses tritt bei einem Anstieg des Gewebedrucks auf und drückt Blutgefäße ab. Es handelt sich dabei um einen medizinischen Notfall.
Auch dank der Hilfe des Bochumer Teamarztes handelte der Fußballprofi richtig und schnell. „Der hat da wirklich geistesgegenwärtig reagiert und auch einfach ein Gespür gehabt dafür“, so Wittek. Nach Rücksprache mit dem Arzt ging es sofort ins Krankenhaus. „Der Doc hat mir in der Klinik dann auch gesagt, man darf jetzt auch nicht mehr länger warten. Gefühlt jede halbe Stunde, Stunde, in der es keine Durchblutung mehr gibt, kann den Muskel schädigen. Mein Muskel ist – toi, toi, toi – heil geblieben. Auch an dieser Stelle noch mal ein Riesendankeschön an unseren Doc!“, sagte Wittek.
Der Bochumer musste infolgedessen viermal operiert werden. Zurück bleibt eine 20 Zentimeter lange Narbe. „Ein ordentlicher Oschi“, sagte er und schmunzelte. „Aber eine Narbe mehr oder weniger macht’s auch nicht mehr aus.“
Nach einem harten Sommer stand er zum Auftakt in die neue Saison wieder in der Startelf des Ruhrpottklubs. „Ich habe jetzt den Sommer hart geschuftet und bin glücklich, dass ich zum ersten Spiel wieder fit wurde“, sagte Wittek. Weniger schön war indes das Ergebnis: Zum Saisonauftakt gegen Hertha BSC verlor Bochum mit 0:1. „Das haben wir uns anders vorgestellt“, sagte Wittek.
Verwendete Quellen: ntv.de, msc
