Vorfall nahe Flieger aus UkraineUS-Berichte: Sprengstoff-Drohne in Leipzig kam wohl aus Russland
Am Flughafen Leipzig fliegt vor wenigen Tagen eine mit Sprengstoff bestückte Drohne. Wer hinter dieser Aktion steckt, ist unklar. Innenminister Dobrindt spricht öffentlich lediglich von „fremden Mächten“. US-Geheimdienstberichte sind deutlicher.
Nach dem Fund einer Drohne mit Sprengstoff auf dem Flughafen Leipzig/Halle zogen US-Medien eine mögliche Verbindung zu Russland. Das „Wall Street Journal“ schrieb unter Berufung auf mit Geheimdienstberichten vertraute US-Beamte, dass die Drohne mit Sprengstoff wahrscheinlich der russischen Regierung gehöre.
Auch der US-Nachrichtensender CNN zitierte einen US-Verteidigungsbeamten in Europa mit der Aussage, die USA seien zu dem Schluss gekommen, dass die Drohne von einem russischen Geheimdienst sei.
An dem Flughafen war diese Woche in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt und von einem Mitarbeiter zum Absturz gebracht worden. Ein infolge der Sperrung kurz danach durchstartendes Flugzeug kollidierte mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt – möglicherweise einer zweiten Drohne.
Dobrindt spricht von „hybridem“ Angriff
Während einige Experten nach dem Fund der Drohne direkt auf Russland als mutmaßlichen Tatverdächtigen zeigten, sprach Bundesinnenminister Alexander Dobrindt vor den Kameras zurückhaltender zunächst von einem „hybriden“ Angriff, welcher von „fremden Mächte“ stamme.
Die russische Botschaft in Berlin sprach kurz nach dem Vorfall von einer gegen Moskau gerichteten „Provokation“ Kiews, um antirussische Hysterien in Deutschland zu schüren. Ziel der Ukraine und der europäischen Militaristen sei es, die Gesellschaft auf einen Krieg gegen Russland vorzubereiten, hieß es.
Der Russland- und Militär-Experte Matthias Uhl gab zu bedenken, dass der Anschlagsversuch unter „falscher Flagge“ inszeniert sein könnte, um Russland zu diskreditieren. „Für eine solche These spricht, dass sich die offiziellen deutschen Stellen bislang ausdrücklich mit Schuldzuweisungen an Moskau zurückhalten“, betonte er.
Nach dem Drohnenfund hat die Polizei am Leipziger Flughafen mittlerweile ein spezielles Radar eingerichtet. Die Technik wurde auf der Besucherplattform des alten Towers installiert. Laut Medienberichten kann dieses System anfliegende Drohnen auf größere Distanzen erkennen und ihre Flugbahnen verfolgen.
