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„Sind entschlossener denn je“: FIFA geht auf Infantinos Gegner los

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 9, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Sind entschlossener denn je“

FIFA geht auf Infantinos Gegner los

Der Druck auf FIFA-Präsident Infantino wird nicht geringer. Schon wieder gibt es schlechte Presse, Hintergrund ist eine ungewöhnlich hohe Abfindung an eine Ex-Mitarbeiterin. Jetzt geht der Weltverband in die Offensive.

Der Weltfußballverband FIFA mit seinem umstrittenen Präsidenten Gianni Infantino an der Spitze hat zu einem öffentlichen Gegenangriff auf seine Gegner ausgeholt. „Immer deutlicher wird, dass einige Akteure gezielt und fortlaufend versuchen, die FIFA und ihren Präsidenten zu schwächen“, teilte der Verband in der Nacht auf X mit. „Wenn Berichte unzutreffend oder irreführend sind, wird die FIFA ihnen unmittelbar und energisch entgegentreten.“ Spekulationen dürften nicht als Tatsachen dargestellt werden. 

Welche Berichte und Akteure gemeint sind, machte die FIFA in ihrer Stellungnahme nicht deutlich. Sie erklärte nur, in der jüngsten Berichterstattung seien unbelegte Behauptungen und nachweislich falsche Aussagen über die FIFA und ihren Präsidenten verbreitet worden. Es gehe jedoch darum, den Verband zu stärken und den Fußball weiter „wirklich global zu machen“. Der Fokus bleibe fest auf diese Aufgabe gerichtet. „Wir sind entschlossener denn je, sie zu erfüllen.“

Infantino steht nach dem geplatzten Investorendeal so sehr in der Kritik wie noch nie in seinen gut zehn Jahren als Präsident. Der Schweizer hatte den Plan forciert, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen. Nach wenigen Tagen musste der FIFA-Boss das Vorhaben unter großem Druck abblasen – vor allem die Europäische Fußball-Union UEFA hatte seine Pläne massiv kritisiert, teils wurden Rücktrittsforderungen laut. 

Zuletzt rief der norwegische Fußballverband um Präsidentin Lise Klaveness Infantino zum sofortigen Rückzug auf, weil er jegliches Vertrauen verspielt habe. Die Europäer scheinen geschlossen gegen Infantino zu stehen und drohen damit, FIFA-Wettbewerbe zu boykottieren. Die Nationalverbände von England, Schweden, Wales und Serbien haben dem umstrittenen Funktionär offen ihre Unterstützung entzogen.

FIFA spricht von Tatsachenverdrehung

Der FIFA-Sprecher sagte weiter, wer nicht über die Unterstützung der FIFA-Mitgliedsverbände verfüge, sollte nicht versuchen, durch Anschuldigungen, Andeutungen oder Desinformation das zu erreichen, „was sich in den etablierten demokratischen Verfahren der FIFA nicht erreichen lässt“. Meinungsverschiedenheiten über Veränderungen rechtfertigten nicht, das demokratische Mandat des FIFA-Präsidenten oder die Institution, an deren Spitze er gewählt wurde, zu untergraben. 

Die FIFA begrüße zwar eine berechtigte kritische Prüfung, hieß es weiter. „Eine solche Prüfung ist jedoch keine Lizenz dazu, Tatsachen zu verdrehen, unbelegte Anschuldigungen zu verstärken oder Ablenkungsmanöver zu inszenieren, die den Fortschritt untergraben sollen.“ 

Kurz zuvor war bekanntgeworden, dass die UEFA einer früheren Mitarbeiterin Infantinos in dessen Zeit als Generalsekretär des europäischen Verbands Ende 2011 eine hohe Abfindung in sechsstelliger Höhe gezahlt und die Gebühren für ein Studium finanziert hatte. Die UEFA teilte mit, diese Zahlung habe den seinerzeit für ausscheidende Mitarbeiter geltenden Regeln entsprochen. Die Vorschriften seien seit 2016 verschärft worden.

Infantino hatte vor seiner Zeit als FIFA-Präsident rund 16 Jahre für die UEFA gearbeitet. Laut einem „Telegraph“-Bericht stieg die betreffende Mitarbeiterin damals schnell in eine deutlich besser bezahlte Führungsposition auf, der Zeitung zufolge soll es sich um seine „Geliebte“ gehandelt haben. Infantino wies ein persönliches Interesse an dem Karrieresprung der Frau zurück. In einer der „Bild“-Zeitung vorliegenden FIFA-Mitteilung hieß es, jede Andeutung unangemessenen Verhaltens oder eines Verstoßes gegen Statuten oder Vorschriften sei verleumderisch.

Verwendete Quellen: ntv.de, ino/dpa

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