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Startseite»Nachrichten»Italien als Vorbild: Dulger pocht auf 48-Stunden-Woche
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Italien als Vorbild: Dulger pocht auf 48-Stunden-Woche

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 9, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Italien als VorbildDulger pocht auf 48-Stunden-Woche

Arbeitgeberpräsident Dulger hält den deutschen Acht-Stunden-Tag für nicht mehr zeitgemäß. (Foto: picture alliance / Caro)

Auch Italien und Belgien haben wöchentliche Höchstarbeitszeiten und dennoch niedrigere Krankheitsquoten, argumentiert der Arbeitgeberpräsident. Insofern drohe da keinerlei Schreckensszenario für Deutschland, so Dulger. Die Regierung müsse nun liefern, fordert er.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger pocht auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit in Deutschland. „Die Spielräume der europäischen Arbeitszeitrichtlinie werden fast überall genutzt, nur bei uns nicht“, sagte Dulger in Berlin. „Wenn eine wöchentliche Höchstarbeitszeit so gefährlich wäre, müssten Arbeitnehmer in Belgien und Italien reihenweise krank im Bett liegen. Tatsächlich sind ihre Krankheitsquoten niedriger als unsere.“

Während das deutsche Arbeitszeitgesetz die tägliche Arbeitszeit im Grundsatz auf acht Stunden begrenzt, sieht die europäische Arbeitszeitrichtlinie eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden vor. In Deutschland kann die Arbeitszeit nur mit Ausgleich innerhalb eines halben Jahres auf bis zu zehn Stunden verlängert werden.

Dulger sagte, sogar eine Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder wünsche sich eine Wochenhöchstarbeitszeit. „Das Arbeitszeitgesetz stammt aus der Ära von Telex und Wählscheibe. Es kennt weder Notebooks noch Kita-Öffnungszeiten.“

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bei seiner Sommerpressekonferenz Mitte Juli deutlich gemacht, dass er im Herbst einen Gesetzentwurf von Arbeitsministerin Bärbel Bas zur Arbeitszeitreform erwarte. Union und SPD hatten bereits in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die Möglichkeit einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit zu schaffen, die Gewerkschaften haben daraufhin vor einem Ende des Acht-Stunden-Tags gewarnt.

Kein Nachteil bei Arbeitsunfähigkeit

Dulger forderte zudem Schritte gegen Missbrauch beim Thema Arbeitsunfähigkeit. „Wer arbeitsunfähig ist, soll dadurch keinen finanziellen Nachteil haben. Da funktioniert unser System, und daran will niemand rütteln. Wir haben es allerdings nicht für den geschaffen, der das System ausnutzen will“, sagte der Arbeitgeberpräsident.

Union und SPD hatten in einem Koalitionsausschuss vereinbart, die Möglichkeit telefonischer Krankschreibungen abzuschaffen. Die verpflichtende Vorlage einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag soll demnach als gesetzliche Regel eingeführt werden – statt wie bisher am vierten Tag. Über das Vorhaben war eine breite Debatte entbrannt.

Dulger sagte: „Die von der Koalition vereinbarten Änderungen schützen die, die wirklich krank sind. So wird das System vor Missbrauch geschützt.“ Mit Misstrauen habe das nichts zu tun. „Ich vertraue meinen Leuten – deshalb beschäftige ich sie“, so der Unternehmer. „Ein Gesetz ist aber nicht für den Regelfall da, sondern für die Ausnahme. Sonst bräuchten wir keine Regeln, sondern nur guten Willen.“

Generell bekräftigte Dulger seinen Ruf nach umfassenden Reformen. Der Regierung fehle aktuell aber „eine gelungene Erzählung“, so der Arbeitgeberpräsident. „Dadurch mutet sie den Menschen etwas zu, ohne ihnen zu sagen, wofür.“

Quelle: ntv.de, als/dpa

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