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Aber Handelspartner Nr. 1: Exporte nach China brechen deutlich ein

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 9, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Aber Handelspartner Nr. 1Exporte nach China brechen deutlich ein

Weniger deutsche Exporte kommen nach China. (Foto: picture alliance / Xinhua News Agency)

China ist der wichtigste deutsche Handelspartner – obwohl die Exporte im ersten Halbjahr 2026 deutlich einbrechen. Importe aus China nehmen in Deutschland allerdings zu. Für das berühmte „Made in Germany“ hat ein Experte eine Warnung.

China ist im ersten Halbjahr der wichtigste deutsche Handelspartner geblieben. Zwar brachen die Exporte in die Volksrepublik von Januar bis Juni um mehr als zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf nur noch knapp 37 Milliarden Euro ein, wie Berechnungen der bundeseigenen Fördergesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) für die Nachrichtenagentur Reuters ergaben. Dafür legten die deutschen Importe aus China um knapp neun Prozent auf fast 92 Milliarden Euro zu. Zusammen ergibt sich daraus ein Außenhandelsvolumen von rund 128 Milliarden Euro – gut drei Milliarden mehr als mit dem zweitgrößten Handelspartner USA. China hatte erst 2025 die Vereinigten Staaten als Handelspartner Nummer eins verdrängt.

„Ursachen für die rückläufigen Exporte nach China sind die schwache Binnenkonjunktur und ein zunehmender Fokus auf inländische Wertschöpfungsketten“, sagte GTAI-Ostasien-Expertin Corinne Abele. Deutsche Unternehmen würden zudem mehr in der Volksrepublik produzieren, um den dortigen Markt zu bedienen. Lieferungen aus Deutschland seien daher weniger gefragt. Chinas Immobilienkrise sei nicht ausgestanden, die Unternehmen hielten sich angesichts bestehender Überkapazitäten und sinkender Preise in einigen Bereichen mit Investitionen zurück. „Auch die Kassen vieler Regionalregierungen sind leer“, sagte Abele.

„Made in Germany“ verliert an Begehrtheit

Mittlerweile findet sich China nur noch an neunter Stelle der wichtigsten Abnehmer von Waren „Made in Germany“ – hinter wesentlich kleinere Ländern wie Österreich und die Schweiz. Im Gesamtjahr 2021 hatte es noch zum zweiten Platz hinter den USA gereicht. „Das ist ein klares Indiz dafür, dass sich das Reich der Mitte unabhängiger von westlicher Technologie macht und selbst technologisch aufholt“, sagte Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer.

Gesunken sind im ersten Halbjahr auch die Exporte in die USA, wenn auch weniger stark. Sie gingen um rund sechs Prozent auf gut 74 Milliarden Euro zurück. „Trotz Trumpscher Zollpolitik bleiben die USA jedoch Deutschlands wichtigstes Abnehmerland“, betonte GTAI-Expertin Abele. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Frankreich (61,9 Milliarden Euro) und die Niederlande (60,1 Milliarden Euro). US-Präsident Donald Trump hatte die Europäische Union mit Zöllen überzogen, was auch deutsche Waren dort verteuert. Die deutschen US-Importe wuchsen in den ersten sechs Monaten um 7,1 Prozent auf fast 51 Milliarden Euro.

Insgesamt hat sich die deutsche Exportwirtschaft im ersten Halbjahr gut geschlagen: Die Ausfuhren wuchsen vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge um 3,7 Prozent auf fast 817 Milliarden Euro. „Die Marke ‚Made in Germany‘ muss sich dennoch neu erfinden“, sagte Commerzbank-Experte Stamer. Zwar profitiere Deutschland vom anhaltenden Wachstum der Weltwirtschaft, indem es Vorprodukte wie Spezialbauteile aus der Elektronik und Optik exportiere. Auffallend sei aber, dass der Export von fertigen Endprodukten zurückgehe. „Das gilt sowohl für vergangene Exportschlager wie Automobile als auch für Investitionsgüter wie Maschinen“, betonte Stamer.

Quelle: ntv.de, ara/rts

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