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Rheinmetall Chef denkt noch lange nicht an Rente

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 9, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Rheinmetall-Chef macht weiterTrotz Anschlagsrisiko – Pappberger: „Kneifen gilt nicht“

Armin Papperge vor einem Schützenpanzer „Lynx Recce“ (Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen)

Genauso gut geschützt wie der Bundeskanzler und mindestens genauso umstritten. Rheinmetall-Chef Papperger muss sich jüngst sogar mit möglichen russischen Mordplänen herumschlagen. Aber klein beigeben will der Konzernchef nicht.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger, eine der meist geschützten Persönlichkeiten Deutschlands, lässt sich von möglichen Anschlagsrisiken nicht einschüchtern. „Kneifen gilt nicht in dem Bereich“, sagte der Chef des größten deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall. „Die Jobs müssen gemacht werden, und wer einknickt, der gehört nicht in so einen Job.“

Papperger steht wegen möglicher russischer Mordpläne seit Längerem unter Polizeischutz und hat Personenschützer, die auch in der Düsseldorfer Konzernzentrale stets an seiner Seite sind. Das Schutzniveau für den Rheinmetall-Chef gleicht jenem für den Bundeskanzler.

„Müsste mich vielleicht bedroht fühlen“

„Es ist bekannt, dass man mein Gartenhäuschen abgebrannt hat und dass es Demonstrationen vor meinem Haus gab“, sagte der Rüstungsmanager. Im August vergangenen Jahres hatte es eine Demo der Gruppierung „Rheinmetall entwaffnen“ im Wohnviertel des Firmenchefs gegeben. Den rund 200 Demonstranten wurde allerdings untersagt, zum Privathaus von Papperger zu gehen, der Demozug machte vor der Straße, in der das Haus steht, kehrt. Zuvor hatten Aktivisten des Bündnisses die Adresse des Rheinmetallchefs veröffentlicht, der Staatsschutz ermittelte.

„Wenn das eine Bedrohung ist, ja – dann müsste ich mich vielleicht bedroht fühlen.“ Auf der anderen Seite schütze ihn der Staat so weit, wie es irgendwie möglich sei. „Aber in einem anderen Job hätte ich sicherlich eine geringere Bedrohungslage“, so Papperger. Rheinmetall liefert umfangreich Waffen an die von Russland angegriffene Ukraine und baut dort auch Werke auf.

Kürzlich hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) Mitarbeiter von Rüstungsunternehmen zu besonderer Wachsamkeit aufgerufen. Es bestehe eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen das Ziel von Ausspähungs- und Sabotagehandlungen durch russische staatliche Stellen oder in deren Auftrag würden, hieß es in einem Sicherheitshinweis. Abhängig vom Kriegsverlauf in der Ukraine seien auch gezielte Angriffe gegen einzelne Mitarbeiter – besonders der Leitungsebene – nicht auszuschließen.

Papperger ist seit 36 Jahren bei Rheinmetall

Ans Aufhören in Deutschlands größter Waffenschmiede, die er seit 2013 als Vorstandschef lenkt, denkt der 63-jährige Papperger jedenfalls bisher nicht. „Erst mal habe ich noch einen dreieinhalb Jahre laufenden Vertrag, da wird noch sehr, sehr viel Wasser den Rhein runterlaufen“, sagte er. „Im Augenblick fühle ich mich jung, gesund und habe sehr viel Spaß, mit viel jüngeren Menschen zu arbeiten.“

Der diplomierte Ingenieur Papperger stieg nach dem Studium 1990 bei Rheinmetall ein und durchlief in 36 Jahren zahlreiche Stationen bis an die Spitze des Rüstungskonzerns.

Aber auch im Rentenalter möchte Papperger sich nicht zur Ruhe setzen. „Rheinmetall ist für mich meine zweite Familie. Aber ich habe ja privat noch ein paar andere Firmen, insofern werde ich immer etwas zu tun haben“, so der Manager. „Ich habe auch eine tolle Familie. Vielleicht ist es auch mal Zeit, sich ein bisschen mehr mit den Enkelkindern zu beschäftigen“, sagte er. „Aber das ist ja noch ein bisschen hin.“

„Ich habe nur 120 Kunden auf der Welt“

Drei Eigenschaften muss ein Rüstungskonzernchef nach Worten Pappergers haben: technisches Verständnis, keine Scheu vor der Politik und sehr strategisches Denken. Für Papperger ist ein enger Kontakt zur Politik selbstverständlich. „Das ist ja der Kunde. Ich glaube, es ist immer vernünftig, einen vernünftigen Draht zum Kunden zu haben.“

Rheinmetall sei halt kein normales Geschäft. „Würde ich Autos verkaufen, hätte ich natürlich Millionen von Kunden. Ich habe vielleicht 120 Kunden auf der Welt. Es sind letztendlich 120 Regierungen, mit denen wir sprechen.“

Quelle: ntv.de, kaz/dpa

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