Top-Sprinter Jacobs verletzt
Die Jagd nach dem historischen Triple endet schmerzhaft
Er ist der große Favorit auf den Sprint-Titel über die 100 Meter, doch nach der Hälfte des Rennens verletzt sich Olympiasieger Marcell Jacobs am Bein. Sein historischer Griff nach Gold endet mit Sorgen.
Eine wieder auftretende Muskelverletzung hat Top-Sprinter Marcell Jacobs bei der Leichtathletik-EM 2026 die Chance auf den dritten Titel in Serie gekostet. Die Blessur mitten im Rennen stoppte seine Hoffnungen jäh.
Jacobs hatte sich bereits 2022 in München und 2024 in Rom die Krone über die 100-Meter-Distanz aufgesetzt, ist auch zweimaliger Olympiasieger. Im Finale von Birmingham ging er daher als einer der großen Favoriten an den Start. Im Halbfinale lief der Italiener starke 10,08 Sekunden – es war die schnellste Zeit im Semifinale (und auch schneller als die spätere Goldzeit). „Ich war bereit, alles zu geben. Ich wusste, dass ich wieder gewinnen konnte“, sagte er später.
Ansah: „Kann die Zukunft nicht beeinflussen“
Im Finale stoppte ihn sein Muskel kurz vor der Hälfte der Strecke, Jacobs musste sichtbar Tempo rausnehmen, lief aus und erreichte in 12,26 Sekunden nur als Siebter das Ziel. Der ebenfalls verletzte Belgier Simon Verherstraeten blieb hinter ihm. Der deutsche Sprinter Owen Ansah stürmte zu Bronze, der Brite Romell Glave holte in 10,09 Sekunden Gold.
Bis zu seinem Probestart im Block sei alles noch bestens verlaufen, berichtete der 31-Jährige von seinem bitteren Abend. Schon im Block spürte er ein Ziehen im Adduktor, nach rund 40 Metern versagte dieser komplett, sagte er. Die Verletzung trat laut Jacobs genau dort auf, wo er bereits vor dem Meeting in Monte Carlo Probleme gehabt hatte.
„Leider habe ich eine gewisse Erfahrung darin, einzuschätzen, wann etwas ernst genug ist und wann nicht“, sagte er bei Eurosport. „Ich habe es selbst sehr stark gespürt, das Gehen schmerzt sehr, die Situation ist also ziemlich kompliziert.“ Er habe diesmal „wirklich starke Schmerzen“ gehabt, klagte Jacobs bei italienischen Medien. Nun soll eine Ultraschalluntersuchung über die Schwere der Verletzung aufklären. Sein Einsatz bei der 4×100-Meter Staffel am Samstag ist demnach stark gefährdet.
Die Enttäuschung beim Italiener war groß. „Es tut mir vor allem deshalb leid, weil ich mich im Halbfinale wirklich sehr gut gefühlt habe“, sagte er nach dem Rennen. Der Titel sei „in Reichweite gewesen.“ Das EM-Finale sollte eigentlich der Höhepunkt seiner Saison sein. Jacobs verzichtete extra auf die Hallensaison und schob Gedanken an ein Karriereende wieder beiseite. Nun gab es eine „weitere Lektion“ in der Karriere.
Verwendete Quellen: ntv.de, msc
