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Knall im Frauenfußball droht: FC Bayern und Wolfsburg lehnen drastische Liga-Pläne ab

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 12, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Knall im Frauenfußball droht

FC Bayern und Wolfsburg lehnen drastische Liga-Pläne ab

12.08.2026 | 12:35 Uhr

Die beiden Topklubs Bayern München und VfL Wolfsburg haben sich gegen die Einführung von Playoffs in der Frauen-Bundesliga ausgesprochen. Das birgt reichlich Zündstoff.

Das „Nein“ der Branchenführer kommt unisono und klingt kompromisslos. Die Topklubs Bayern München und VfL Wolfsburg haben ihr „Veto“ gegen eine mögliche Einführung von Playoffs in der Frauen-Bundesliga eingelegt. Die Allianz der Großen torpediert die Planspiele der FBL-Spitze. Das sorgt kurz vor dem Supercup zwischen den Bayern und Wolfsburg am Samstag (19.30 Uhr/DF1 und MagentaTV) in Ingolstadt für mächtig Unruhe.

„Playoffs bedeuten eine Abwertung der Liga und der zuvor absolvierten Saison. Der Versuch, die Attraktivität der Liga allein durch K.-o.-Spiele am Saisonende zu steigern, greift aus unserer Sicht zu kurz“, sagte Bayern-Direktorin Bianca Rech der „Sport Bild“.

Ähnlich äußerte sich Dieter Hecking. „Um die Erlöse aus der Vermarktung der TV-Rechte signifikant zu steigern, müssen wir auch über kreative, innovative Ansätze nachdenken“, sagte der VfL-Boss: „Die Einführung von Playoffs ist aus unserer Sicht aber eher ein kontraproduktiver Eingriff in den Wettbewerb. Die Liga-Phase verliert sportlich an Wert, und es ist möglich, dass nicht die beste Mannschaft der Saison Meister wird. Das kann nicht im Sinne des Sports sein.“

Kampfabstimmung nicht ausgeschlossen

Was im Sinne der Liga und der Klubs ist, muss sich nun zeigen. Das Thema birgt jede Menge Zündstoff, eine Kampfabstimmung bei der Versammlung der Vereine am 30. November scheint nicht ausgeschlossen. Zuletzt berichtete der Münchner Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen, dass es unter den 14 Bundesligisten durchaus Befürworter von Playoffs gebe.

Vor zwei Wochen waren die Gedankenspiele innerhalb der FBL bekannt geworden, wonach es ab der Saison 2027/28 ein Halbfinale der vier besten Teams sowie ein Endspiel geben könnte. Die Möglichkeit von Playoffs ist Teil der aktuellen Verhandlungen mit potenziellen Medienpartnern. Hintergrund der angedachten Reform ist der Wunsch, die Dominanz von Bayern und Wolfsburg zu beenden. Beide Teams gewannen in den vergangenen zehn Jahren jeweils fünf Titel. Von Playoffs und einer Abstiegsrelegation verspricht sich die Ligaführung bessere Gebote bei der Vergabe der Medienrechte.

Sinkende Einnahmen befürchtet

Die aktuellen TV-Verträge mit ARD, ZDF, MagentaTV, DAZN, Sport1 und Sky bringen den Klubs jährlich 5,2 Millionen Euro ein. Die nächsten Rechte werden nur für zwei statt wie bisher für vier Spielzeiten verkauft. Schon jetzt wird befürchtet, dass sich bisherige Medienpartner zurückziehen und die Einnahmen sogar sinken könnten. Die Liga kämpft um ihren Stellenwert. Zahlreiche Stars sind ins Ausland abgewandert, für den Supercup wurden bisher nicht einmal 10.000 Eintrittskarten verkauft.

Dennoch warnen sowohl Rech als auch Hecking vor einer Überbelastung. „Die Playoffs würden in eine Phase der Saison fallen, in der insbesondere die Top-Spielerinnen bereits physisch extrem gefordert sind“, so Hecking. Laut Rech sei die Schonung der Spielerinnen ein Grund dafür gewesen, „dass auch viele andere Top-Ligen am Ende zu dem Schluss gekommen sind, keine Playoffs einzuführen.“

Rech verwies zudem auf die Verdienste der Spitzenvereine. „Es sind die deutschen Topklubs, die durch gute Ergebnisse in den europäischen Wettbewerben dafür sorgen, dass wir möglichst viele Startplätze in der Champions League erhalten“, sagte die 45-Jährige: „Sollen ausgerechnet jene Klubs und Spielerinnen, die den deutschen Frauenfußball in der K.-o.-Phase der Champions League international vertreten, zusätzliche Spiele zugemutet werden?“

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid

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