Auch mit Beschwerde gescheitertAfD-Landrat Sesselmann verliert vor Gericht gegen Linnemann
Robert Sesselmann ist Deutschlands einziger AfD-Landrat. In seiner Amtszeit macht ein Schulteil im thüringischen Landkreis Sonneberg dicht. Daraus ergibt sich ein juristischer Streit mit dem CDU-Politiker Carsten Linnemann. Nun liegt das Urteil des Oberverwaltungsgerichts vor.
Erneute Schlappe vor Gericht für AfD-Landrat Robert Sesselmann. Der Politiker darf nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Weimar nicht behaupten, Carsten Linnemann habe ihm vorgeworfen, die Schließung einer Schule in seinem Landkreis persönlich veranlasst zu haben. Sesselmann hatte Beschwerde gegen eine erfolgreiche Unterlassung eingelegt – ohne Erfolg, wie das OVG nun mitteilte. Die Entscheidung dazu fiel demnach bereits am 5. August. Der Beschluss ist nicht mehr anfechtbar.
Sesselmann ist Landrat im südthüringischen Landkreis Sonneberg. Er ist bislang Deutschlands erster und einziger Landrat mit AfD-Parteibuch. Die Thüringer AfD wird vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft und beobachtet.
Schulschließung führt zu Rechtsstreit
Hintergrund des Rechtsstreits ist ein Resümee des damaligen CDU-Generalsekretärs Carsten Linnemann zur bisherigen Amtszeit von Sesselmann. Nach Angaben des Gerichts sagte Linnemann auf einer Pressekonferenz am 20. Oktober 2025, dass im Landkreis Sonneberg entgegen den programmatischen Zielsetzungen der AfD eine seit 120 Jahren bestehende Schule geschlossen worden sei. Sesselmann habe daraufhin in mehreren Medien behauptet, dass Linnemanns Behauptung, er habe die Schule geschlossen, falsch sei.
Linnemann stellte deshalb beim Verwaltungsgericht Meiningen einen Unterlassungsantrag – mit Erfolg. Demnach stellte das Gericht fest, dass Linnemann nur die vom zuständigen Thüringer Bildungsministerium verfügte Schulschließung festgestellt hat, nicht aber die konkrete Urheberschaft des Landrates behauptet habe.
