Ausbreitung rasant wie nieEbola-Virus erfasst sechste Provinz in der Republik Kongo
Die Ebola-Epidemie im Kongo breitet sich weiterhin aus. Laut afrikanischer Gesundheitsorganisation Africa CDC in einem bisher nicht dagewesenen Tempo. Derzeit wird eine sechste Provinz des Landes erfasst. Und es droht sogar ein Übergreifen auf ein Nachbarland.
Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo hat nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC eine sechste Provinz in dem zentralafrikanischen Land erfasst. In der Provinz Bas-Uele sei nun ebenfalls ein Mensch an dem Virus gestorben, sagte CDC-Leiter Jean Kaseya. Der mit der tödlichen Krankheit infizierte Mann starb demnach nach seiner Einreise aus der benachbarten Provinz Haut-Uele.
Laut CDC breitet sich das Virus in der DR Kongo schneller aus als bei jeder Ebola-Epidemie zuvor. Der Großteil der Infektionen wurde in der Provinz Ituri gemeldet. Auch in den Provinzen Nord-Kivu, Süd-Kivu, Haut-Uele und Tshopo wurden bereits Ebola-Fälle registriert.
Die Hilfsorganisation Mercy Corps warnte vor der Gefahr, dass sich das Virus auf den Südsudan ausbreiten könnte – der sowohl an Ituri als auch an Haut-Uele grenzt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Mittwoch erklärt, sie hoffe, die Ausbreitung von Ebola in der DR Kongo innerhalb von drei Monaten eindämmen zu können. Allerdings warnte sie davor, dass der Ausbruch bis dahin noch nicht vorbei sein werde.
Der Ausbruch ist auch deshalb schwer einzudämmen, weil Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu schwer zugänglich und seit Jahren Schauplatz bewaffneter Konflikte sind. Die WHO hatte wegen der Ebola-Epidemie Mitte Mai eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe. Mittlerweile wurden 4566 Infektionsfälle bestätigt, darunter sind 2128 Todesfälle.
Das Ebola-Virus wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten übertragen. Hoch ansteckend sind auch die Leichen Verstorbener, oft wird das Virus daher bei Begräbnissen übertragen. Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante des Virus verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie.
