Frauen in Deutschland enteilt
FC Bayern feilt schon an der drückenden Langeweile
Die Frauen des FC Bayern nehmen den Supercup im Vorbeigehen mit. Der ärgste Konkurrent in Deutschland, der VfL Wolfsburg, kann nicht mithalten. Das ist kein gutes Zeichen für die kommende Saison.
Es gab goldene Medaillen, eine glänzende Trophäe und Jubelbilder im Konfettiregen. Und doch wirkte der Hattrick der Fußballerinnen des FC Bayern im Supercup wie „business as usual“. Es sei „schon schön“, den ersten Titel der Saison zu gewinnen, versicherte Linda Dallmann, „wir sind auch stolz drauf“. Der VfL Wolfsburg sei zudem „die Mannschaft, mit der wir uns national messen wollen“. Aber „für „uns“, merkte die Münchnerin nach dem siebten nationalen Titel in Serie eben auch an, „war das ein Vorbereitungsspiel auf nächste Woche“.
Nächste Woche heißt: Freitag, 18.20 Uhr, Auftaktspiel der Bundesliga bei Union Berlin. Und wenn das 3:0 (2:0) der besten deutschen Mannschaft gegen den designierten Hauptkonkurrenten ein Vorbote ist, droht Langeweile. Oder? „Sie wirken und sind ein Stück weit gefährlicher“, sagte die zweifache Torschützin Klara Bühl (45.+4, 46.) über die Wölfinnen, und ja, die „Liga wird ihre Herausforderungen bringen“. Aber, ergänzte sie, „ich bin trotzdem davon überzeugt, dass wir deutscher Meister werden.“
Unbequeme Wölfinnen zu fehlerbehaftet
Bühl schränkte ihre wenig gewagte Prognose ein bisschen ein: „Wenn wir unser Spiel durchziehen.“ Tatsächlich war Vizemeister Wolfsburg in der ersten halben Stunde ein maximal unbequemer Gegner für die deutschen Dominatorinnen: aggressiv, mutig im Pressing und torgefährlich durch die starke Cora Zicai. „Wir haben“, merkte Kapitänin Svenja Huth an, „Bayern zwischendurch an den Rand der Verzweiflung gebracht.“ Aber eben auch nicht mehr.
Die Wende kam in der 32. Minute. Nach einem Freistoß von Bühl lenkte Jovana Damnjanovic den Ball per Kopf Richtung Wolfsburger Tor, VfL-Torhüterin Stina Johannes fing die Kugel, stolperte mit ihr aber hinter die Torlinie. „Es war kein schönes Tor“, sagte Damnjanovic, die erstmals seit Februar wieder an einem Pflichtspiel teilnehmen konnte. Der DFB führte sie als Torschützin, „es war mein Tor“, sagte sie grinsend, gab aber auch zu: „Das war schon ein klarer Torwartfehler.“
Auch beim zweiten Gegentreffer sah Nationaltorhüterin Johannes nicht gut aus: Der Ball flog nach einem Freistoß von Bühl an Freund und Feind vorbei ins lange Eck. „Eklig für die Torhüterin“, sagte Bühl, sei ihr Schuss gewesen. Viel lieber aber verwies sie darauf, dass es eben auch eine Qualität der Münchnerinnen sei, „dass wir uns auch mit anderen Mitteln helfen können, wenn es mal nicht das Spielerische ist. Dann sind es halt die Standards. Da sind wir auch eine Waffe geworden, das kann einen zurück ins Spiel bringen.“
So bewegten sich die Wölfinnen eben nur „teilweise auf Augenhöhe“, wie es Trainer Stephan Lerch formulierte. Huth machte freilich deutlich, dass es ausreichend positive Erkenntnisse für sie und ihre Mitspielerinnen gegeben habe. „Das 3:0 tut am Ende schon weh, aber das wirft uns nicht um. Wenn wir so unsere Leistung abrufen, dann können wir uns auf eine gute Saison freuen.“ Zu mehr als zur Vizemeisterschaft wird es auch im Jahr nach dem Abgang von Alexandra Popp und des großen Umbruchs aber wohl nicht reichen.
Verwendete Quellen: ntv.de, ara/sid