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Startseite»Nachrichten»Kleiner Sieg für die Konjunktur: Deutsche Wirtschaft wächst im Frühjahr etwas kräftiger als erwartet
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Kleiner Sieg für die Konjunktur: Deutsche Wirtschaft wächst im Frühjahr etwas kräftiger als erwartet

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 25, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Kleiner Sieg für die KonjunkturDeutsche Wirtschaft wächst im Frühjahr etwas kräftiger als erwartet

Der Hamburger Hafen: Höhere Exporte sind für das leichte Wirtschaftsplus verantwortlich. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Gelingt der deutschen Wirtschaft die Wende? Europas größte Volkswirtschaft wächst das dritte Quartal in Folge – und zwar stärker als zunächst gedacht. Das Statistische Bundesamt korrigiert seine Schätzung leicht nach oben.

Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr trotz Belastungen durch den Iran-Krieg schneller gewachsen als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni dank höherer Exporte um 0,3 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Eine frühere Schätzung hatte nur ein Plus von 0,2 Prozent ergeben. „Die Wachstumsdynamik der deutschen Wirtschaft vom Jahresbeginn setzt sich fort“, sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand. Das gehe erneut „auf die gute Exportentwicklung zurück“.

Europas größte Volkswirtschaft wuchs dadurch bereits das dritte Quartal in Folge: Ende 2025 reichte es zu einem Wachstum von 0,3 Prozent, in den ersten drei Monaten 2026 zu 0,4 Prozent.

Im Frühjahr wurden insgesamt 2,0 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als in den ersten drei Monaten. In Ausrüstungen – also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – wurde deutlich weniger investiert als noch im Vorquartal (minus 1,4 Prozent). Die Bauinvestitionen stiegen zwar mit 0,1 Prozent leicht. Ein stärkerer Anstieg nach dem – auch wegen ungewöhnlich kalter Witterung – schwachen Jahresbeginn blieb jedoch aus. Die Konsumausgaben entwickelten sich im zweiten Quartal verhalten (plus 0,1 Prozent). Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben stiegen mit jeweils 0,1 Prozent zum Vorquartal nur leicht.

Viele Konjunkturdaten wiesen im Sommer trotz der anhaltend hohen Ölpreise infolge des Iran-Kriegs nach oben. So kletterte der Einkaufsmanagerindex für das deutsche Verarbeitende Gewerbe im August auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. Auch wegen der besseren Lage der Industrie, die nicht zuletzt von staatlichen Großaufträgen für Infrastruktur und Verteidigung profitiert, haben sich die Konjunkturaussichten zuletzt aufgehellt. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) verdoppelte seine Wachstumsprognose für das deutsche Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr von 0,5 auf 1,0 Prozent.

Das Rekord-Niedrigwasser auf dem Rhein dämpft der Bundesbank zufolge jedoch die Erholung. Nur noch begrenzt nutzbare Transportwege auf wichtigen Flüssen wie dem Rhein und kräftig steigende Transportkosten dürften Industrieproduktion und Exportwachstum deutlich beeinträchtigen. „Das Niedrigwasser belastet damit auch die gesamtwirtschaftliche Aktivität im dritten Quartal spürbar“, schreibt die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte „allenfalls noch leicht zulegen“.

Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Zoll-Streit, Iran-Krieg und nun das Niedrigwasser: Seit 2020 reiht sich eine Krise an die andere. Immer wieder gerät der erhoffte Aufschwung der deutschen Wirtschaft in Stocken.

Doch es gibt Lichtblicke: Im Juni lieferten deutsche Unternehmen Waren im Rekordwert von 139,3 Milliarden Euro ins Ausland – und das trotz höherer Zollhürden im wichtigen US-Markt. Es war bereits der fünfte Monat in Folge mit einem Wachstum für die deutschen Exporteure, die von starken Geschäften in Europa profitieren.

Quelle: ntv.de, chr/rts/dpa

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