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Startseite»Nachrichten»Wegen „Anstiftung zum Hass“: Moskau schreibt FAZ-Journalisten zur internationalen Fahndung aus
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Wegen „Anstiftung zum Hass“: Moskau schreibt FAZ-Journalisten zur internationalen Fahndung aus

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 26, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Wegen „Anstiftung zum Hass“Moskau schreibt FAZ-Journalisten zur internationalen Fahndung aus

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ „bedauert“ die Formulierung des Reporters, die zu einer Kontroverse führte. (Foto: dpa)

Vor rund zwei Wochen stellt ein deutscher Journalist dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj eine „missverständlich formulierte“ Frage. Russland setzt den Reporter deshalb auf die internationale Fahndungsliste. Spürbare Auswirkungen könnte das für den Gesuchten zumindest in einem Land haben.

Moskau hat einem russischen Bericht zufolge einen Journalisten der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) international zur Fahndung ausgeschrieben. Ein Gericht in Moskau erließ gegen den Korrespondenten einen Haftbefehl, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Ihm werde „Anstiftung zu Hass oder Feindseligkeit“ vorgeworfen. Zuvor war der Reporter bereits in Russland auf die Fahndungsliste des Innenministeriums gesetzt worden.

Bei Interpol, dem internationalen Zusammenschluss von Polizeibehörden, ist bislang kein Eintrag zu dem Balkan-Korrespondenten der FAZ zu finden. Ein Eintrag kann zumindest zu längeren Kontrollen bei Grenzübertritten führen. Unklar ist, ob das bislang als russlandfreundlich geltende Serbien – eine Arbeitsregion des Journalisten – das Moskauer Fahndungsgesuch beachten würde.

Anlass für die Maßnahme der russischen Behörden ist eine Frage, die der FAZ-Journalist dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am 8. August bei dessen Besuch in der serbischen Hauptstadt Belgrad gestellt hatte. Er hatte nach Angaben der russischen Staatsagentur Tass Selenskyj gefragt, was europäische Länder tun könnten, um „dazu beizutragen, dass mehr Russen getötet werden“. „Russische Soldaten, natürlich“, fügte er anschließend noch hinzu.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete dies als Aufruf zur Tötung von Russen. Das sei „unzulässig“ und „kriminell“. Die FAZ erklärte daraufhin, die Frage sei missverständlich formuliert gewesen. „Wir haben dies klargestellt und die Formulierung bedauert“, hieß es in der Erklärung. Nach russischem Recht drohen dem FAZ-Journalisten bis zu sechs Jahre Haft.

Quelle: ntv.de, lar/dpa/AFP

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