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Startseite»Nachrichten»Zwei Journalisten unter Toten: Zweifel an Israels Begründung für verheerenden Krankenhaus-Angriff
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Zwei Journalisten unter Toten: Zweifel an Israels Begründung für verheerenden Krankenhaus-Angriff

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 26, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Zwei Journalisten unter Toten Zweifel an Israels Begründung für verheerenden Krankenhaus-Angriff

Ein Journalist erinnert mit einem Foto an die getötete Journalistin Mariam Dagga. (Foto: AP Photo/Abdel Kareem Hana)

Ende August 2025 greift Israels Militär das Nasser-Krankenhaus im Gazastreifen zweimal kurz hintereinander aus der Luft an, 22 Menschen sterben. Israel spricht von einer Kamera der Hamas als Ziel und rückt einige Toten in die Nähe der Islamisten – auch einen Journalisten. Beweise fehlen auch ein Jahr später.

Ein Jahr nach einem israelischen „Double-Tap“-Angriff auf ein Krankenhaus im Gazastreifen mit 22 Toten, darunter Journalisten und Rettungskräfte, hat das israelische Militär weiterhin niemanden zur Rechenschaft gezogen. Ein israelischer Soldat sagte der Nachrichtenagentur AP nun, die Armee habe keine Beweise für ihre Begründung für den Angriff finden können. Bei einem „Double Tap“ wird ein Ziel zweimal in Folge angegriffen, oftmals wenn bereits Rettungskräfte vor Ort sind.

Nach dem verheerenden Angriff am 25. August 2025 hatten israelische Vertreter gesagt, das Ziel sei eine mutmaßliche Kamera der Hamas auf dem Dach des Nasser-Krankenhauses gewesen. Unter den getöteten Palästinensern befanden sich der Reuters-Kameramann Hussam al-Masri und Mariam Dagga, eine Bildjournalistin, die für die Associated Press und andere Nachrichtenagenturen tätig war. Laut AP sagte der Soldat, das israelische Militär habe keine Belege dafür finden können, dass die Kamera, die al-Masri gehörte, mit der Hamas in Verbindung stand. Der Militärangehörige blieb aus Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen anonym.

Israels Armee teilte nach dem Angriff außerdem mit, dass sechs der Getöteten Verbindungen zur Hamas gehabt hätten, ohne jedoch Beweise dafür vorzulegen, wie AP berichtete. Der Nachrichtenagentur zufolge sagte der israelische Soldat nun, dass keiner der sechs das beabsichtigte Ziel der Angriffe gewesen sei.

Nach eigenen Angaben stellte AP dem israelischen Militär detaillierte Fragen zu diesen Vorwürfen sowie weitere Fragen zu den Luftangriffen auf das Krankenhaus. Das Militär sei darauf nicht eingegangen, habe jedoch mitgeteilt, dass der Vorfall weiter untersucht werde. Menschenrechtsorganisationen werfen Israel vor, Soldaten nur selten für die Tötung von Palästinensern zur Rechenschaft zu ziehen und verweisen auf angebliche Ermittlungen, die sich in die Länge ziehen und kaum zu Strafverfolgungen führen.

War der Angriff ein Kriegsverbrechen?

AP berichtete im vergangenen Sommer, dass eine der sechs Personen, von denen Israel behauptete, sie stünden in Verbindung mit der Hamas, gar nicht auf der Liste der Opfer des Krankenhauses stand und zwei weitere zum medizinischen beziehungsweise Rettungspersonal gehörten. Zusammen mit den Aussagen des Soldaten werfe dies ernsthafte Fragen hinsichtlich der Begründung Israels für die Angriffe auf.

„Warum identifizierte Israels Armee den Kameramann nicht als al-Masri, obwohl bekannt war, dass Journalisten im Krankenhaus filmten?“, schreibt AP und stellt außerdem die Frage nach der Begründung für den zweiten Angriff, „wodurch die meisten Todesopfer zu beklagen waren“. Falls es sich um einen „Double-Tap“-Angriff auf Rettungskräfte gehandelt habe, würde dies ein Kriegsverbrechen darstellen, so die Associated Press.

Quelle: ntv.de, dsc

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